Foto: BZT / Nóra Halász

Oriental Soup House im XIII. Bezirk

Fernöstliche Suppen für die Sinne

Viele asiatische Restaurants halten nicht das, was sie versprechen. Wenig erinnert dort an die Vielfalt der fernöstlichen Küche mit ihren frischen, aromatischen Zutaten, die Liebe zum Detail bei der Zubereitung oder das typische Ambiente quirligen Treibens in Asien. Im trendigen Oriental Soup House ist das anders. Dort kann man nicht nur die fernöstliche Küche in ihrer wahrsten, authentischsten Form schmecken, sondern auch erleben, wie die übrigen Sinne auf das Zusammenspiel zwischen Essen und Ambiente reagieren.

Wenn man das Oriental Soup House zur Mittagszeit betritt, strömt einem nicht nur der charakteristische Duft asiatischer Gewürze entgegen, sondern auch eine Geräuschkulisse, die eines sofort deutlich macht: Das OSHO, wie das Akronym dieses Restaurants im XIII. Bezirk lautet, ist überaus beliebt. Die verschiedenen Komponenten, die das OSHO zu einem gelungenen Gesamtkonzept machen, haben ihm unter Kennern und Stammgästen den Ruf der besten asiatischen Fusionküche in der Stadt eingebracht. Doch bis es so weit war, musste sich das Restaurant gegen das Klischee eines asiatischen Schnellrestaurants behaupten, verrät Charlotte Clavier, Betreiberin und gute Seele des OSHO.

Eine Suppe für jeden Geschmack

Charlotte Clavier ist halb Vietnamesin, halb Französin und führt das Restaurant gemeinsam mit ihrem Bruder. Sie suchte nach einem Weg, die Gerüche und Geschmacksrichtungen der fernöstlichen Küche, die sie seit ihrer Kindheit kennt und liebt, auch in Budapest anzubieten. Dabei sollte alles so authentisch wie möglich sein, denn auf die Zubereitung der vietnamesischen und philippinischen Originalrezepte legt die Betreiberin größten Wert. Sie selbst ist es auch, die die Suppen immer mal wieder abschmeckt und sichergeht, dass sich die Zutaten richtig entfalten und miteinander harmonisieren. Und das schmeckt man. Besonders die verschiedenen Pho-Suppen, die bei den Gästen am beliebtesten sind, überzeugen nicht nur den Gaumen, sondern mit der farbenfrohen Anrichtung der Zutaten auch das Auge.

(Foto: BZT / Nóra Halász)

„Das Design ist extra so gewählt, dass es zwar einen Hauch von Fernost versprüht, aber ansonsten keinen Anhaltspunkt auf den Standort liefert. Wenn man im OSHO in Budapest zu Mittag isst, dann könnte dasselbe Szenario auch in London, Paris, Bangkok oder Hanoi stattfinden“, verrät Frau Clavier. Und tatsächlich ist das Interieur sehr schlicht und im Industriestil gehalten. Die Materialien aus Holz, Stahl und Kacheln vermitteln eine unaufgeregte und lockere Atmosphäre. Allein die asiatischen Lampions, sowie hier und da ein persönlicher Touch aus der Geschichte der Familie Clavier lassen erahnen, dass das OSHO ein „Haus des Fernen Ostens“ ist. Mit wenigen, sorgfältig ausgewählten Accessoires, wie etwa den Lampen aus echten asiatischen Bambushütten, wurde hier ein Gesamtkonzept erarbeitet, das zwar „traditionell asiatisch, aber nicht kitschig ist“. Denn Kitsch passe einfach nicht zur Philosophie des OSHO, erklärt die Betreiberin.

Harmonisches Zusammenspiel im OSHO

Und diese Philosophie gründet auf der Überzeugung, dass in einem Restaurant alles harmonisch zusammenspielen muss, damit es funktioniert. Angefangen bei der Einrichtung, die zwar schlicht ist, aber auch kleine Botschaften transportiert. Die grüne Farbe der gekachelten Wand etwa, verrät Frau Clavier, stehe für Herzenswärme. Die Bilder von ihr als junge Frau auf einem vietnamesischen Markt zeigen, wie wichtig ihr die Frische der Zutaten ist. Das gilt besonders für das Gemüse, von dem in jeder der vier Grundsuppen stets fünf Sorten zu finden sind. Auch der Standort des OSHO lässt auf ein Zusammenspiel positiver Energien schließen: Es befindet sich genau in der Ecke der Balzac utca 35 und Hollán Ernő utca 35. Da 3 plus 5 bekanntlich 8 ergibt und eine umgedrehte 8 die Unendlichkeit symbolisiert, steht das Oriental Soup House zweifellos in der Gunst der Sterne.

(Foto: BZT / Nóra Halász)

Bei der Suche nach einem Akronym für den langen Namen des Restaurants fiel den Betreibern erst bei der Präsentation des Logos auf, dass OSHO nicht nur eine bloße Abkürzung darstellt, sondern auch selbst gewählter Name des indischen Philosophen und Begründer der Neo-Sannyas-Bewegung ist und ursprünglich soviel wie „ozeanisch“ bedeutet. Zwar wurde das Akronym nicht bewusst gewählt, noch spiegelt das Restaurant die Lehren Oshos wider, aber „unglücklich über diesen Zufall“ sei man auch nicht, betont Frau Clavier. Schließlich sei auch Osho davon überzeugt gewesen, dass alles im Leben ein Zusammenspiel von mehreren Komponenten und Folge von Energien ist: „Das Individuum ist weder der Körper noch die Seele, sondern eine Kombination aus beidem. Daher ist alles, was nur auf eins von beiden gegründet ist, unvollständig.“

Fazit

Dass man im OSHO sowohl Individuum als auch Teil einer Gruppe sein kann, dafür sorgen die langen Holztische, die jeden dazu einladen sich zu anderen Gästen dazuzugesellen. Zu einem gelungenen Zusammenspiel aller Komponenten gehört hier nämlich besonders eine Erkenntnis: Gutes Essen verbindet. Das Oriental Soup House ist definitiv etwas für Liebhaber von authentischer, fernöstlicher Küche, die dafür weder viel ausgeben, noch für ein bezahlbares Gericht in ein asiatisches Schnellrestaurant gehen möchten. Das OSHO überzeugt in Sachen Qualität und Geschmack ebenso, wie in puncto Preis-Leistungs-Verhältnis. Wegen der hohen

Oriental Soup House
Budapest, XIII. Bezirk, Balzac utca 35
Öffnungszeiten: täglich von 11.30 bis 22 Uhr
Reservierungen unter +36-70-617-3535
Weitere Informationen finden Sie auf www.facebook.com/orientalsouphouse/

Preise
Suppen: 1.190 bis 1.990 Forint
Hauptspeisen: 750 bis 1.790 Forint
Dessert: 790 Forint
Beliebtheit lohnt es sich, vor dem Besuch im OSHO eine Platzreservierung vorzunehmen.

Galerie

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