Müpa – Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker
Zwölf Celli, eine Klangwelt
Wenn zwölf Violoncelli gemeinsam den ersten Ton anstimmen, entsteht kein Orchesterklang im herkömmlichen Sinn – sondern ein samtener, atmender Klangraum. Was 1972 als spontane Studio-Idee begann, wurde zu einem der ungewöhnlichsten Kammermusikensembles der Welt. Zwölf Musiker desselben Instruments – allesamt Mitglieder eines der besten Sinfonieorchester der Gegenwart – wagten den Schritt ins Eigenständige. Der Erfolg war überwältigend. Seither sind sie weltweit unterwegs und zeigen, wie wandlungsfähig das Violoncello sein kann: lyrisch, rhythmisch, ironisch, leidenschaftlich.
Das Budapester Programm gleicht einer musikalischen Weltreise. Von Julius Klengels feierlichem „Hymnus“ spannt sich der Bogen zu Boris Blachers rhythmisch pointierten Miniaturen, zu Filmmusik von John Williams und Nino Rota, zu Gershwins Broadway-Gestus und Ellingtons legendärem „Caravan“. Nach der Pause verwandeln sich die zwölf Celli in ein Tanzorchester: Dvořák im Swing-Gewand, Pariser Chansons, Bacharach mit südamerikanischem Drive – bis schließlich Astor Piazzollas „Adiós Nonino“ und „Fuga y misterio“ den Abend in leidenschaftlichem Tango-Feuer beschließen.
Das Besondere dieses Ensembles liegt nicht allein in der Virtuosität seiner Mitglieder. Es ist die Homogenität des Klangs, die Tiefe der Register, das Spiel mit Farben und Grooves, das Staunen darüber, wie orchestral, wie jazzig, wie intim zwölf Celli zugleich klingen können. Ein einziges Instrument genügt – wenn es in zwölffacher Meisterschaft erklingt.
Hier können Sie einen Auftritt der 12 Cellisten sehen.
