Fotos: Déri-Museum

Munkácsy in Debrecen

Wenn der Maler das sehen könnte!

Zum ersten Mal nach drei Jahrzehnten ist die weltberühmte Christus-Trilogie des vielleicht größten ungarischen Malers im Déri-Museum in Debrecen zu sehen.

Die Werke „Ecce Homo“, „Christus vor Pilatus“ und „Golgota“ von Mihály Munkácsy werden aus diesem besonderen Anlass bis Ende August auf besondere Weise beworben, u. a. mit Vorträgen und Lichtspielen. Nach seiner aufwändigen Restaurierung hat sich das Gemälde „Christus vor Pilatus“ den beiden anderen großflächigen Gemälden hinzugesellt.

Regierung kauft „Golgota“

Das Kuriose: Jene drei Gemälde, die in Debrecen am 25. August 1995 zum ersten Mal in einem Raum ausgestellt wurden, hatte nicht einmal ihr Schöpfer jemals zusammen gesehen. Das Gemälde „Ecce Homo“ von Munkácsy ist seit dem Tag in der ostungarischen Stadt zu sehen, da am 25. Mai 1930 das Déri-Museum eröffnet wurde. „Golgota“ erwarb im Auftrag des Malers noch 1887 John Wanamaker; dieses Gemälde ging von seinen Erben ein Jahrhundert später in den Besitz von Julian Beck über, der es 2004 an Imre Pákh weiterverkaufte. Es wurde 1991 in Budapest und am 20. August 1993 erstmals in Debrecen ausgestellt. Ende 2018 kaufte die Orbán-Regierung das Meisterwerk und übergab die Ausstellungsrechte am Tag der ungarischen Kultur, dem 22. Januar 2019, an das Déri-Museum.

Durch Zufall entdeckt

Das Gemälde „Christus vor Pilatus“ entdeckte ein in Toronto angesiedelter ungarischer Medizinprofessor rein zufällig in einem Probensaal der Oper. Das zur Sammlung des Kunstliebhabers Joseph Tanenbaum gehörende Gemälde gelangte im Februar 1995 nach Debrecen. Die drei Meisterwerke wurden dort am 25. August 1995 zum ersten Mal gemeinsam ausgestellt, bis ins Jahr 2001. Dann gelangte „Christus vor Pilatus“ als Schenkung an die kanadische Stadt Hamilton, deren Stadtgalerie das Gemälde bis 2015 immer wieder an das Déri-Museum auslieh. Finanziert durch die Ungarische Nationalbank wurde seither eine langfristige Regelung gefunden, um das wertvolle Stück im Rahmen einer alle fünf Jahre zu verlängernden Dauerpacht in Debrecen zu halten. Damit erfüllte der ungarische Staat zum 175. Geburtstag von Mihály Munkácsy im Jahre 2019 dessen großen Wunsch, die Christus-Trilogie nach Ungarn zu holen.

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