Kultur der Skulpturen
Nagyharsány erfindet sich neu

Seit 1903 existiert hier der größte Steinbruch Südungarns, dessen 30 bis 40 Meter hohe Felswände der Gemeinde Nagyharsány südöstlich von Pécs eine bizarre Kulisse verleihen. Der Kalksteinabbau wird bis heute fortgesetzt, jedoch unter strenger Aufsicht der Verwaltung des Nationalparks Donau-Drau.
Im stillgelegten Tagebau wurde 1967 die internationale Bildhauerwerkstatt Villány eingerichtet, die jahrzehntelang bestand. Von den hier entstandenen Werken musste jeder Künstler eines an die öffentliche Sammlung des Symposiums abgeben. Diese Stücke waren schon damals frei von der Ideologie der „sozialistischen Kunst“ und vermitteln somit ein realistisches Bild der alternativen Kunst jener Zeit. Im Rahmen des Programms „Mohács 500” werden nun die 140 hier ausgestellten Werke dokumentiert und restauriert.
Das komplexe Erneuerungsprogramm zielt nicht nur auf die Wiederherstellung der verwitterten Skulpturen ab. Es geht vielmehr um eine Wiederaufnahme der in den 1960er und 1970er Jahren hier regelmäßig abgehaltenen Bildhauersymposien, also eine kreative Werkstatt und fachliche Treffen für die Künstler.
Nun werden ein Skulpturenregister, ein Katalog, eine 3D-Dokumentation, eine Reportagereihe und ein Dokumentarfilm über den Ort erstellt. Natürlich darf im Rahmen des Projekts auch mit der Aufstellung neuer Skulpturen gerechnet werden.

