Dr. Levente Nyakas, Leiter des Instituts für Medienwissenschaft innerhalb der NMHH, bei der Eröffnung. Foto: NMHH

NMHH-Konferenz zur ungarischen Mediengeschichte

Mediengeschichte im Dialog

Seit 2012 lädt die Nationale Medien- und Kommunikationsbehörde (NMHH) im Rahmen der Reihe Médiatörténeti Mozaikok (Medienhistorische Mosaike) Wissenschaftler dazu ein, die medienhistorische Landschaft Ungarns neu zu vermessen.

Die diesjährige Tagung, die am 11. Dezember 2025 in Budapest stattfand, knüpfte an diese Tradition an und zeigte erneut, wie lebendig und vielfältig die ungarische medienhistorische Forschung ist.

Mehr als ein jährlicher Treffpunkt

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Dr. Levente Nyakas, dem Leiter des Instituts für Medienwissenschaft innerhalb der NMHH. In seiner Ansprache würdigte er die wachsende, interdisziplinär arbeitende Forschergemeinschaft, die sich in den vergangenen dreizehn Jahren um die Tagung versammelt hat. Er betonte, dass die Reihe längst mehr als ein jährlicher Treffpunkt sei, nämlich ein Ort, an dem sich neue Forschungsrichtungen, Kooperationen und methodische Ansätze herausbilden.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Konferenz stand eine beeindruckende thematische Vielfalt, die sich in mehreren lose gegliederten Blöcken widerspiegelte. Ein erster Schwerpunkt widmete sich den klassischen Presselandschaften des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, ihrer politischen Einbettung und literarischen Ausdrucksformen. Die Beiträge zeigten, wie eng nationale Identitäten, politische Kommunikationsmuster und publizistische Strategien miteinander verwoben waren.

Transnationale Medienbewegungen

Ein weiterer Schwerpunkt richtete den Blick auf transnationale Medienbewegungen, insbesondere auf jene, die in der multiethnischen Struktur der Habsburgermonarchie entstanden. Hier wurde deutlich, dass Mediengeschichte nur im Zusammenspiel verschiedener kultureller Räume verständlich wird – anhand von Rekonstruktionen von Pressebeziehungen, Sprachpolitiken und intellektuellen Netzwerken.
Am Nachmittag lag der Fokus auf dem 20. Jahrhundert, dem Rundfunk, der politischen Kommunikation und der medialen Erinnerungskultur. Mehrere Beiträge setzten sich mit der Frühzeit des ungarischen Rundfunks, den politischen Öffentlichkeiten der Nachkriegszeit sowie mit jenen medialen Formen auseinander, die historische Ereignisse von 1945 bis 1956 narrativ gerahmt haben.
Abschließend unterstrich Dr. Nyakas, dass die Tagung nicht nur fachliche Perspektiven eröffne, sondern auch eine gemeinschaftsbildende Rolle erfülle. Sie hält eine Forschungstradition lebendig, die sowohl historische Tiefenschärfe als auch aktuelle medientheoretische Fragen ernst nimmt. Die Konferenz bestätigte abermals, dass Mediengeschichte ein Feld ist, das sich im Dialog entfaltet – zwischen Epochen, Disziplinen und Generationen.

Hier finden Sie verschiedene NMHH-Bücher, einige davon sogar auf Englisch.

Ein Gedanke zu “Mediengeschichte im Dialog

  1. Interessant dort werden Themen aufgeworfen wie,”wie eng nationale Identitäten politische Kommunikationsmuster und publizistische Strategien miteinander verwoben waren”…von Identitäten darf man in der BRD gar nicht mehr reden, es gibt fast nur noch die linke Gleichschaltung, die in Ungarn scheinbar ein Dialog ist. ” Die Konferenz bestätigte abermals, dass Mediengeschichte ein Feld ist, das sich im Dialog entfaltet – zwischen Epochen, Disziplinen und Generationen “. Dies wäre ein Wunsch in einem unabhängigen und freien Land, in dem die freie Meinung und deren Veröffentlichung eigentlich ein gesetzliches Grundrecht ist. Artikel 5 des Grundgesetzes garantiert die Meinungs- und Pressefreiheit sowie die Freiheit der Kunst und Wissenschaft. Ein Bericht aus dem man einiges lernen kann, wenn die Bereitschaft da ist. Solcher Dialog und die Forschung dazu sollte tiefere Schichten erreichen als das übliche Fachpublikum ,bzw. sollte in den meist links versifften deutschen Unis Wiederhall finden.

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