Felicità im Garten ihres neuen Anwesens: „Ich genieße die Freiheit, das im Vergleich zu Deutschland angenehmere Klima, die vielfältige Landschaft und die Lebensart der Menschen.“ Fotos: BZ/ Peter Wolf

Besuch bei der Künstlerin Felicità in Balatonboglár

„Ich genieße die Freiheit“

Felicità ist Künstlerin mit Leib und Seele. Seit 1991 folgt sie ihrer inneren Berufung und schafft Kunstwerke, die berühren und bewegen.

Im Jahr 2018 fand die gebürtige Berlinerin in Ungarn eine neue Heimat, in der sie ihre Kreativität nun voll entfalten kann. Inmitten der Natur, fernab vom Lärm der Städte, hat sie sich einen Raum erschaffen, der ihrem Schaffen im wahrsten Sinne des Wortes eine neue Dimension verliehen hat: Inzwischen konzentriert sie sich nämlich hauptsächlich auf 3-D-Kunstwerke auf Leinwand.

Rückbesinnung auf das Wesentliche

Ihre Kunst hat im Laufe der Jahre auch viel internationale Anerkennung erhalten. Werke von Felicità haben Eingang in verschiedene Privatsammlungen gefunden, unter anderem in den USA, Australien und Neuseeland sowie in zahlreichen europäischen Ländern. Felicità stellt ihre Kunst aber auch in den Dienst der Gemeinschaft. Etliche ihrer Werke gingen als Spenden an Krankenhäuser, Hospize, Kindergärten, kirchliche Einrichtungen und soziale Projekte.

„Ich möchte den Menschen Trost, Hoffnung oder einfach nur einen stillen Moment der Schönheit schenken.” In einer Welt, die zunehmend digitaler, schneller und flüchtiger wird, möchte sie bewusst analog bleiben. Ihr „Old-School-Style” ist für sie aber kein Aufbegehren gegen den Zeitgeist, sondern eine Rückbesinnung auf das Wesentliche und das echte Handwerk. „Ich möchte Kunst schaffen, die sich dem schnellen Konsum entzieht und zeitlos ist.“

Überraschend, aber wahr: Trotz ihres Drangs nach künstlerischer Selbstverwirklichung und ihres Wunsches, ihren eigenen Weg zu gehen, ist sie auch für Auftragswerke offen und geht dabei gerne auf Kundenwünsche ein. Die meisten ihrer eigenen Werke können ebenfalls käuflich erworben werden. Zu Beginn des kommenden Jahres wird sie in Szőlősgyörök am Balaton ihre erste Ausstellung in Ungarn haben. Außerdem plant sie in Kooperation mit einer Budapester Galerie, auch in der ungarischen Hauptstadt Fuß zu fassen. Darüber hinaus kann man sich bei einem Besuch in ihrem Atelier am Balaton einen Eindruck von ihren Werken verschaffen oder gar eins kaufen.

„Ich möchte den Menschen Trost, Hoffnung oder einfach nur einen stillen Moment der Schönheit schenken.”

Angekommen und glücklich

Wenn Felicità heute durch ihren großen, parkähnlichen Garten spaziert, wirkt sie angekommen – und das ist sie auch. Ihr Entschluss, Deutschland zu verlassen, reifte über Jahre. Die Wurzeln dieses Traums reichen weit zurück, bis in ihre Kindheit. Als Kind verbrachte sie mit ihren Eltern mehrere Urlaube in Ungarn und kam dem Land mit seiner Gastfreundschaft, Herzlichkeit und Ursprünglichkeit schon damals emotional näher.

2013 begann sie wieder, regelmäßig nach Ungarn zu reisen. Bis sie sich schließlich dafür entschied, ganz dort zu bleiben. So suchte und fand sie in der Nähe des Balaton ihr Traumhaus. Insbesondere der riesige Garten war ihr wichtig. „Der Kauf war schnell und unkompliziert, eine richtige Vernunftentscheidung – das Haus hat offensichtlich auf mich gewartet. Innerhalb von drei Tagen war ich Eigentümerin.“

Neben ihrer emotionalen Verbundenheit mit Ungarn und ihrer Hochachtung vor dem Traditions- und Geschichtsbewusstsein der Ungarn spielten bei der Wahl ihres neuen Lebensmittelpunkts auch ganz praktische Gründe eine Rolle. „Ich wollte unabhängig von Fluggesellschaften sein. Mit dem Auto bin ich in wenigen Stunden bei meiner Familie und meinen Freunden in Deutschland.“

Keinen Tag bereut!

Ihren Umzug nach Ungarn hat sie keinen Tag bereut. „Ich genieße die Freiheit, das im Vergleich zu Deutschland angenehmere Klima, die vielfältige Landschaft und die Lebensart der Menschen.“ Von ihrem neuen Zuhause schwärmt sie wie am ersten Tag. „Hier kann ich mich entfalten und meine Kreativität weiter aufblühen lassen.“

Nicht zuletzt die Landschaft um sie herum hat es ihr angetan. Sie ist immer wieder begeistert vom Blick auf den Balaton und die umgebenden Vulkankegel. Dafür muss sie nicht einmal ihr Grundstück verlassen. „Je nach Lichtverhältnissen bietet sich jedes Mal ein unvergleichliches Schauspiel, an dem ich mich wohl nicht sattsehen werde.“

Trotz ihrer großen Liebe zu ihrer näheren Umgebung hat sie aber auch schon mehrere andere Landesteile besucht, insbesondere den ländlichen Raum Ungarns. Immer wieder ist sie dabei von der Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Ungarn angetan. Aber auch von ihrem Traditionsbewusstsein. „Überall kann man sehen, wie Traditionen und klassisches Handwerk gepflegt werden“, schwärmt sie.

Natürlich ist aber auch in Ungarn nicht alles Gold, was glänzt. So musste sie beispielsweise die Erfahrung machen, dass Ausländer von Handwerkern stärker zur Kasse gebeten werden als Ungarn. Dagegen kann man sich aber wappnen. Etwa durch bessere Marktforschung und Geduld bei den Preisverhandlungen.

„Eine Zaubersprache der Feen“

Damit sind wir auch schon beim Thema Landessprache. „Ungarisch ist für mich wie eine Zaubersprache der Feen“, beschreibt sie lächelnd. „Ich übe täglich. Die Sprache ist einzigartig und wunderschön im Klang.“ Wer auswandern möchte, sollte sich vorher unbedingt mit der Sprache auseinandersetzen, um von Anfang an grundlegende Dinge ausdrücken zu können. Außerdem sollte man sich vor der Entscheidung, nach Ungarn auszuwandern, die Zeit nehmen, das Land und die Mentalität seiner Bewohner gründlich kennenzulernen und genau zu prüfen, ob man sich ein Leben hier vorstellen kann.

Interessierte können unter der E-Mail-Adresse quantum.Object.Art.369@gmx.ch mit der Künstlerin Felicità eine Atelierbesichtigung vereinbaren.

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