Das Foto zeigt die Konferenzteilnehmer (v. l.) Gregor Gallai (Spitzenkandidat der Ungarndeutschen bei den Parlamentswahlen 2026), Miklós Soltész (Staatssekretär für Nationalitäten), Ibolya Hock-Englender (Vorsitzende der LdU), Bernd Fabritius (Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten) und Joschi Ament (Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen in Ungarn). Fotos: Lajos Káposzta

Ungarndeutsche

Gedenkkonferenz an der Akademie

Anlässlich der vor 80 Jahren begonnenen Vertreibung einer ganzen Volksgruppe aus Ungarn hat die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) eine hochwertige Konferenz veranstaltet.

Professoren ebenso wie junge Forscher stellten ihre wissenschaftlichen Studien über das Schicksal der Ungarndeutschen 1944-1950 dem großen Publikum vor. „Mit den Ungarndeutschen hat niemand mehr Deutsch gesprochen“, behauptete etwa Tamás Freund, Präsident der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Das galt als größte Nachwirkung der Zwangsaussiedlung der Hälfte der einst 400.-500.000 zählenden Ungarndeutschen. Sprache, Traditionen und Selbstbewusstsein gingen verloren. Der Bundesbeauftragte Bernd Fabritius betonte jedoch in seiner Festrede, dass „darüber gesprochen werden darf und sogar muss!“

Bei der Konferenz wurden diese Themen vielfältig analysiert. Es war eine treffende Einführung, mit den Lehrbüchern zu beginnen: Was haben die Schulkinder bis 1990 und in den nachfolgenden Jahrzehnten über das ungarndeutsche Schicksal gelernt? Dann kam ein Vortrag über die europäische politische Lage 1944-1946 mit dem Titel „Flucht und Vertreibung in Europa“, dem juristische Erörterungen über Kollektivschuld und Regierungsverantwortung folgten. Der Neuanfang dieser Vertriebenen in den unterschiedlichen Besatzungszonen war für viele Zuhörer bislang ebenfalls ein weißer Fleck.

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