Für ein Wochenende gehörte die große Wiese innerhalb des schönen Waldgebiets in Nagymező -Gyenesdiás etwa 250 Kindern und vielen ehrenamtlichen Helfern. Fotos: EEAJ

Von unseren Lesern: Gemeinsam etwas an die ungarische Gesellschaft zurückgeben

Es tut gut, das ganze Jahr über Gutes zu tun

„Es tut gut, das ganze Jahr über Gutes zu tun“ oder wie es auf Ungarisch heißt „Egész Évben Adni Jó“ - ein Projekt, welches gerade Einwanderer mehr im Blick haben sollten. Dafür gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten.

Zahlreiche Menschen entscheiden sich jährlich dafür, ihre Heimat zu verlassen, um in Ungarn eine neue Heimat zu finden. Die Gründe hierfür sind ganz unterschiedlich, aber eines darf man hierbei nicht außer Acht lassen: Auch wenn das Leben für einen Einwanderer recht günstig scheint, so ist das Leben für die Ungarn selber sehr teuer geworden.

Margit Kanter-Kissenberth hat sich 2022 mit dem Thema befasst, wie man der ungarischen Gesellschaft etwas für ihre Gastfreundschaft und Herzlichkeit zurückgeben kann, und hat in diesem Rahmen Melinda Puszta und ihr Projekt „Egész Évben Adni Jó“ kennengelernt. Nachdem Margit das Projekt und die engagierte Arbeit von Melinda näher kennengelernt hat, beschloss sie im Sommer 2023, die Stiftung unter Einwanderern etwas bekannter zu machen.

Margit: „Die Ungarn sind ein sehr freundliches Volk und nehmen gerne neue Menschen in ihrem Kreis auf. Da kann man als Einwanderer auch etwas an diese Gesellschaft zurückgeben. Warum nicht da anfangen, wo es wirklich gebraucht wird? Bei den Kleinen, bei den Familien und den wirklich Bedürftigen der ungarischen Gesellschaft!“

Melinda unterstützt seit 2009 Bedürftige, in Not geratene sowie autistische Menschen, darunter sind viele Kinder und hauptsächlich Familien. Aus dem Grund gründete sie im November 2021 die gleichnamige Stiftung „Egész Évben Adni Jó Alapítvány“. Zu Anfang ihrer Tätigkeit wurden nur einheimische Familien aus der Umgebung von Keszthely unterstützt. Mit der Gründung der Facebook-Gruppe wurde die Stiftung landesweit bekannt und bekam somit auch aus dem ganzen Land Hilfeanfragen sowie Unterstützer. Dies ist für Melinda ein großer Schritt gewesen, denn von staatlicher Seite aus erhält sie keine große Unterstützung – weder für die Bedürftigen direkt, noch für die Stiftungsarbeit.

Im Laufe der Jahre sind Melinda unzählige Menschen mit ihren berührenden Geschichten begegnet – manche Menschen benötigen nur eine helfende Hand, aber es gibt auch solche, die eine dauerhafte Unterstützung benötigen. Damit sie so vielen wie möglich helfen kann, organisiert Melinda mit einer kleinen Gruppe von ehrenamtlichen Helfern aus Einheimischen und Zuwanderern regelmäßig kleinere Spendenaktionen, wie zum Beispiel zum Schulanfang, zu Weihnachten oder zu Ostern.

Seit vergangenem Jahr wird von Melinda und ihrer ehrenamtlichen Gruppe ein Sommerfest organisiert, wo alle Schützlinge auf ihre Unterstützer treffen und gemeinsam einen schönen Tag verbringen können.

Etwa 250 Besucher zog es an einem Wochenende im Juli auf die große Wiese innerhalb des schönen Waldgebiets in Nagymező -Gyenesdiás. Die ganztägige Veranstaltung wurde durch zahlreiche ehrenamtliche Helfer ermöglicht, die viele verschiedene Köstlichkeiten vorbereiteten und ein buntes Unterhaltungsprogramm darboten. So erhielt die Veranstaltung erstmalig auch Unterstützung von deutschsprachigen Helfern. Der Gemeindearzt, Dr. Gábor Vajda, unterstützte die gute Sache bereits zum zweiten Mal.

Die 2. Charity-Veranstaltung für Familien und Kinder in Ungarn war ein voller Erfolg.

Melinda sagte über den Tag: „Ich habe viele gute Menschen kennengelernt. Ich weiß, dass Geld wichtig ist, weil ich damit mehr helfen kann, aber an diesem Tag geht es darum, zusammenzuhalten und Freude miteinander zu teilen. Es war ein wunderschöner Tag und wieder ein voller Erfolg.“

Melinda Pusztai und Margit Kanter-Kissenberth.

Die über 40 unterstützten Familien und ihre Unterstützer erfreuten sich an diesem Tag nicht nur an unterschiedlichen Speisen, sondern auch an unterschiedlichen Darbietungen und besonderen Aktionen für Kinder. So gab es neben zwei Zaubershows und traditionellen ungarischen Tänzen in originalen Trachten eine Hüpfburg, Kinderschminken, eine kleine Jeep-Safari-Tour durch den Wald und weitere Aktivitäten für die kleinen Besucher.

Startpunkt der Wald-Safari-Tour.

Während die unterstützten Familien an diesem Tag ohne Gegenleistung ihr Essen wählen konnten, zahlten die Unterstützer und Gäste den Beitrag, den sie für angemessen hielten. So kam am Samstag ein Betrag von 457.000 Forint zusammen – 200.000 Forint mehr als im Vorjahr. Die Einnahmen werden an die Familien verteilt, damit diese die Schulsachen für den bevorstehenden Schulanfang ihrer Kinder einkaufen können.

Es erreichten uns bereits positive Nachrichten von deutschen Unterstützern, die am Samstag bei der Charity-Veranstaltung dabei waren. Einige Rückmeldungen haben wir im Folgenden mit abgedruckt.

Michaela schreibt: „Durch die Telegram-Gruppe “Leben im schoenen Ungarn” haben wir etwas über die wohltätige Arbeit von Melinda erfahren und ihrem bewundernswerter Engagement für bedürftige Menschen. Wir sind hier als Gäste in diesem wunderbaren Land sehr freundlich aufgenommen worden und sind unendlich dankbar, uns hier ein neues Zuhause aufbauen zu dürfen. Für uns war es ein Bedürfnis mit einem bescheidenen Beitrag im Rahmen unserer Möglichkeiten diese großartige Arbeit von Melinda und der vielen Helfern zu unterstützen und so unserer Dankbarkeit zu zeigen. Die Wohltätigkeitsveranstaltung am 8. Juli in Gyenesdiás war sehr gelungen und von einer Atmosphäre von Freude und Hilfsbereitschaft getragen. Die vielen glücklichen Gesichter zeugten davon, dass viele Menschen mit ihrem Engagement etwas großes bewirken können. Wir wünschen Melinda und allen Helfern viel Erfolg für ihre großartige Arbeit.“

Die fleißigen Köche. Der Herr in blau ist Gemeindearzt Dr. Gábor Vajda.

Und auch Annes Worte sind sehr ähnlich: „Uns hat das Treffen sehr gut gefallen. Auffallend die Freundlichkeit der Menschen und wo die Sprache fehlte war schnell Hilfe gesucht zum Übersetzen. Wir hatten nicht das Gefühl, Fremde zu sein. Was mich besonders berührte war, als ich mit meiner Tochter bei der Zauberveranstaltung stand, wurde sofort eine Bank geholt und uns wurde ein Platz angeboten. Melinda war im vollen Einsatz für die gute Sache, besonders fand ich, dass sie immer ein Lächeln im Gesicht hatte. Eine bemerkenswerte starke Frau! Als Margit, übrigens eine sehr engagierte Frau, die immer hilft, wo sie nur kann, uns die Veranstaltung schickte, war uns klar zu helfen, somit können wir dem wunderbaren Ungarn etwas zurückgeben, da es ja jetzt unsere neue Heimat ist. Wann immer wir dieser wunderbaren neuen Heimat etwas helfen können, werden wir es tun. Wir sammeln jetzt schon weiter für die nächste Veranstaltung. Liebe Grüße und danke.“

Simone schreibt folgendes: „Ich fand besonders die Atmosphäre auf dem Platz sehr gut. Alle hatten ein Lachen im Gesicht und waren sehr zufrieden. Beeindruckend was Melinda mit ihren Helfern auf die Beine gestellt hat. So viele Möglichkeiten für Kinder zur Beschäftigung, eine Bühne mit Programm und nicht zu vergessen, die vielen Leckereien und Getränke, die gespendet wurden. Ich denke, für alle Beteiligten war es ein sehr erfolgreicher und glücklicher Tag. Durch dich (Margit) durfte ich Melinda kennenlernen und wenn man hört, mit wie viel Herzblut sie diese Stiftung betreibt, muss man ganz einfach helfen. Hier am Balaton ist die Not von vielen Menschen nicht so allgegenwärtig, man braucht aber nur ein Stück über Land fahren um zu sehen, dass auch Menschen in großer Armut leben. Ich werde gerne weiter unterstützen.“

Kinder-Sommerrodelbahn.

Diese hervorragenden Rückmeldungen zeigen, wie wichtig die Zusammenführung von Deutschen und Ungarn ist und trotz Sprachbarrieren kann man gemeinsam einen schönen Tag verbringen, wo man auch noch ein gemeinsames Interesse verfolgt. 

Auch wenn das Sommerfest schon vorbei ist, kann man Melinda und die Stiftung das ganze Jahr über unterstützen, egal ob mit einer finanziellen Spende oder Sachspenden, wie haltbare Lebensmittel, unbeschädigte Kleidung und Spielsachen, Bettwäsche oder auch Möbel. Das Büro der Stiftung befindet sich in Gyenesdiás im Erdgeschoss des Liget Plaza, Kereskedők útja 4, 8315 Gyenesdiás, wo Spenden montags, mittwochs und freitags zwischen 11 Uhr und 14:30 Uhr persönlich abgegeben werden können. Geldspenden können auch gerne direkt auf das Stiftungskonto überwiesen werden.

 

Egész Évben Adni Jó Alapítvány

Kontoverbindung innerhalb Ungarns:

11749039-25213412-00000000

Kontoverbindung international:

IBAN: HU29117490392521341200000000

SWIFT/ BIC: OTPVHUHB

Aktuell laufen die Vorbereitungen für den Schulanfang, daher werden nur Sachspenden für Kindergarten und Schule angenommen. Ab September ist es dann wieder möglich, auch andere Sachspenden abzugeben. Geldspenden sind selbstverständlich weiterhin möglich, da jedes Kind von den über 100 von ihr unterstützten Kindern Schulsachen im Wert von ca. 150 Euro benötigt!

 

Kontakt auf Ungarisch über Melinda Pusztai:                pusztai.melinda75@gmail.com

Kontakt auf Deutsch über Margit Kanter-Kissenberth: adnijo2022@freemail.hu

Regional haben über die Veranstaltung TV Keszthely und HévízTV berichtet.

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