Foto: MTI/ Tamás Kovács

Kunfakó-Pferde

Der Genetik auf der Spur

Ein anerkannter Züchter hat ein Pferd gezüchtet, das Merkmale aus der Zeit der Landnahme aufweist und den alten Kunfakó-Pferden ähnelt.

„Ich habe 30 Jahre meines Lebens der Wiederauferstehung der Kunfakó-Rasse gewidmet“, sagte András Eördögh, Präsident der Vereinigung der Züchter alter Pferderassen, auf einer Pressekonferenz im Forschungsinstitut für Ungarntum. Der Name Kunfakó leitet sich aus der Landschaft Kumaniens (Kunság) und seiner charakteristischen Farbe (fakó = fahl) ab.

Ein sehr robustes Tier

Für diese Pferde spielt die Ausbildung eine wesentliche Rolle, erklärte der bekannte Bogenschütze Lajos Kassai (l.). Zu den Merkmalen des Kunfakó gehört, dass es lange Strecken ohne Probleme bewältigen kann. Es ist ein frommes, leicht zu handhabendes, freundliches und robustes Tier.

Der Direktor des Instituts, Prof. Miklós Kásler (M.r.), verwies auf das Wissen über die Vorfahren der Magyaren, ihren Kampfstil, ihre Pferde, Pferdewerkzeuge und Waffen, das man aus dem Werk „Taktik“ des byzantinischen Kaisers Leo der Weise sowie aus archäologischen Funden gewinnen konnte. Neben der Rekonstruktion von Waffen und Pferdewerkzeugen soll auch die Zucht von  Pferden, die denen unserer Vorfahren möglichst ähnlich sind, ein Ziel sein.

Genetische Tests würden sich lohnen

Der Rektor der Veterinärmedizinischen Universität, Prof. Péter Sótonyi (M.l.), ergänzte, die Kunfakó-Pferde der Árpád-Ära seien widerstandsfähig, was auf den Kampfstil und die langen Streifzüge unserer Vorfahren zurückzuführen sei. Kunfakó-Pferde mussten anspruchslos sein, weite Strecken zurücklegen und über ein gutes Nervensystem verfügen. Die Züchter haben das Kunfakó aus der Zeit der Landnahme nicht etwa genetisch zurückgebracht. Es würde sich dennoch lohnen, genetische Labortests durchzuführen, um festzustellen, wie ähnlich der durch diese Zucht entstandene Genbestand den Pferden unserer Vorfahren ist. Solche Gentests könnten anhand Knochenbefunden aus der damaligen Zeit durchgeführt werden. „Wenn sie die gleiche Belastbarkeit und das gleiche Nervensystem haben wie die Urpferde, dann muss sich das auch in den Genen widerspiegeln. Das lässt sich früher oder später beweisen“, betonte der Rektor. Er fügte hinzu, dass die Farbe der alten Pferde der heutigen ähnlich gewesen sein könnte.

Gyula Dallos (r.), Ministerialbeauftragter für das Nationale Kincsem-Reitsportprogramm des Verteidigungsministeriums, erinnerte daran, dass unsere Vorfahren in einer engen Beziehung zu ihren Pferden lebten. Züchter können so schnelle Ergebnisse sicher nur mit Pferden erzielen, die genetisch das Wissen, die Stärke und die Intelligenz ihrer Vorgänger besitzen. Das Kunfakó-Pferd eigne sich dank seines ausgeglichenen Nervensystems zur Traditionspflege, zum Bogenschießen im Pferdesport, zum Reiten für Kinder und kann auch als Hobbytier gehalten werden. „Wir brauchen Pferde dieser Art“, betonte Dallos.

Der Pferdezüchter András Eördögh hat 30 Jahre seines Lebens der Wiederauferstehung der Kunfakó-Rasse gewidmet. Fotos: Facebook/ Institut für Ungarntum

Ein Gedanke zu “Der Genetik auf der Spur

  1. Gratulation! Nicht nur alte Pferde sollte man zückten, sondern viele andere Tiere und Pflanzen. Sie waren und sind sicherlich robust und auch widerstandfähig. Vielleicht könnte man sie gegen Krankheiten einsetzen.

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