Zwei typische (?) ungarische Teenager von heute. Foto: BZ/ Rainer Ackermann

Teenager-Studie

Alarmierende Daten 

Ungünstige Essgewohnheiten, kaum körperliche Aktivitäten, erhöhter Konsum von illegalen Substanzen und ein sich verschlechternder Gesundheitszustand charakterisieren ungarische Kinder und Teenager.

Dies geht aus dem aktuellen Bericht der internationalen Lebensstilforschung mit dem Titel „Health Behavior in School-aged Children“ (HBSC) hervor. Ágnes Németh, Forschungsleiterin an der Loránd-Eötvös-Universität (ELTE), erklärte, dass die HBSC-Forschung bereits seit 1986 alle vier Jahre durchgeführt wird. Die jüngste repräsentative Befragung von Schülern der 5., 7., 9. und 11. Klassen wurde im schulischen Umfeld nach der Methode der Selbstauskunft durchgeführt. Zwischen April und Juni 2022 fand die Untersuchung unter Beteiligung von 200 Schulen, 330 Klassen und rund 6.200 Schülern statt.

Wenigstens steigt der Obstkonsum

Die Untersuchung der Essgewohnheiten ergab, dass 40% der Mädchen und 60% der Jungen an den Schultagen nie frühstücken. Wenigstens beim täglichen Obst- und Gemüsekonsum ist eine positive Entwicklung zu erkennen. Der Anteil körperlich aktiver junger Menschen beginnt langsam zu steigen, dennoch nimmt die Zahl der Übergewichtigen stetig zu. 95% der Befragten putzen ihre Zähne täglich, jedoch nur 60-65% mehrmals am Tag. Etwa ein Drittel der Schüler verbringt fast die gesamte Freizeit im Sitzen, hauptsächlich vor Bildschirmen. An Wochentagen schlafen junge Menschen wenig, im Durchschnitt nur 7,5 Stunden. Die Jugendlichen bewerteten die Kommunikation mit ihren Eltern als gut.

Zwei Drittel der Familien intakt

Laut Studie leben zwei Drittel der Schüler bei beiden Eltern, während ein Fünftel der Schüler in Einelternfamilien lebt. Das Familienmodell mit zwei Kindern ist mit 40% am häufigsten. Die Umfrage zeigt auch, dass sich das Bildungsniveau der Eltern und das Vermögen der Familie verbessern, allerdings verfügen noch immer knapp 30% der Familien nur über ein „geringes Vermögen“.

Nur eine Minderheit kerngesund?

Drei Viertel der Schüler mögen ihre Schule. Im Jahre 2022 empfanden jedoch 11,5% der Schüler die Hausaufgaben als sehr belastend. Etwa 17% der Oberstufenschüler haben schon einmal Marihuana probiert. In den letzten vier Jahren ist der Anteil derjenigen, die rauchen und Alkohol konsumieren, weiter gestiegen: Jeder Sechste raucht zumindest gelegentlich, vier von zehn Teenagern waren schon mal betrunken. Der Anteil der Schüler, die ihre eigene Gesundheit als ausgezeichnet einschätzten, ist zwischen 2002 und 2022 um mehr als ein Zehntel gesunken und war noch nie so niedrig wie im Jahre 2022 (19%). Jeder zehnte Schüler wird in der Schule von Gleichaltrigen gemobbt, jeder Fünfte auch online. Mehr als die Hälfte der Betroffenen zeigt psychosomatische Symptome.

Im internationalen Vergleich zeigen junge Ungarn ein schlechteres Bild als der Durchschnitt, wenn es um Essgewohnheiten und Übergewicht, Rauchen und Alkoholkonsum, Online-Mobbing, die Einschätzung der eigenen Gesundheit und die Häufigkeit bestimmter psychosomatischer Symptome geht. Körperliche Aktivitäten und Marihuana-Konsum sind eher durchschnittlich. Bei der Bewertung ihrer sozialen Beziehungen schneiden die ungarischen Teenager jedoch positiver als der internationale Durchschnitt ab.

Ein Gedanke zu “Alarmierende Daten 

  1. Die Eltern der befragten Kindern sind um 30-45 Jahre alt. Es wäre gut, wenn an die Eltern von den selben Kindern befragen würde. Die Arbeitslosigkeit in Ungarn sehr niedrig. Also. die Eltern gehen zu Arbeit. WARUM essen sie dann nicht gemeinsam Frühstück? Was ist mit dem Gewicht der Eltern? Was ist mit Trinkgewohnheiten? Bewegung?
    ich glaube schon, dass man FAMILIEN zusammen befragen sollte. Wie hat sich das Schulessen geändert? Man sollte Kiosk und andere Süßigkeitsläden 500 m Umkreis von Schulen nicht geöffnet sein dürfen. Viel zu tun. Es wird also die kommenden Generationen Schlusslicht bez. Gesundheit in Europa nachwachsen. P.S. nach Eurostatistik Kinderarmmut ist in Ungarn niedriger als EU durchschnitt. Geraden Zigaretten, Süßigkeit, Alkohol sind teuer.

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