Auswandern nach Ungarn
Neu-Ungarin Christiane Wichmann: „Eine Auswanderung ist kein romantisches Abenteuer. Sie ist mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Wer sich dazu entscheidet, wird um konsequentes Planen, straffe Zeitpläne und viel Arbeit nicht herumkommen.“ Foto: Privat

Auswandern nach Ungarn: Gespräch mit der deutschen Auswanderin Christiane Wichmann

Nicht einen Tag bereut!

Immer mehr Deutsche wandern nach Ungarn aus, fast alle sind bereits Rentner. Berufstätige, zumal mit Kindern im schulpflichtigen Alter, sind bisher eher die Ausnahme. Christiane Wichmann ist mit ihrer Familie eine von ihnen.

Was hat Sie bewogen, Deutschland zu verlassen?

Mein Mann und ich haben in Deutschland ein normales Leben geführt, hatten ein Haus und Arbeit. Wir waren beide in guten Berufen, hatten zwei Kinder und uns auch ehrenamtlich engagiert. 2010 wurde unser drittes Kind geboren.

Mit der Geburt unserer Tochter erlebten wir als Eltern bereits deutliche Unterschiede im Vergleich zu unseren ersten Kindern, die 1997 und 1998 geboren waren. Die Atmosphäre in Schulen und Kindergärten hatte sich deutlich verändert. Die Bevormundung war deutlich gewachsen.

Mit der Flüchtlingskrise von 2015 wurde es jedoch ernsthaft kritisch. Überall wurden einem moralisierend neue Regeln aufgenötigt. So durfte sich meine Tochter im Kindergarten nicht mehr so verkleiden, wie sie wollte. Cowboy, Indianer, Pippi Langstrumpf, alles war plötzlich nicht mehr erwünscht. Aber auch Salamibrote und Spaghetti Bolognese wurden einfach gestrichen.

Das alles motivierte mich dazu, mich zu wehren. Mein Mann bestärkte mich darin. So trat ich 2016 bei den Wahlen in Niedersachsen für die AfD an und kam in die Kommunalpolitik. Als völliger Neuling, denn vorher war ich politisch noch nie aktiv gewesen. Ich wurde Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, sowie Abgeordnete der Regionsfraktion Hannover und später dort auch Fraktionsvorsitzende. Als einzige Frau, der Rest der Fraktionskollegen waren Männer. Es war eine tolle Mannschaft und tolle Männer und Frauen, die antraten.

Meine Devise war: man sollte nicht nur meckern, sondern auch selbst anpacken und sich bemühen. Das tat ich.

Trotzdem sind Sie heute hier. Warum?

Ich habe erstmal die kommunalpolitische Arbeit kennenlernen müssen und dabei viel Nützliches gelernt. Es gab auch Kontakt zu Fraktionen der anderen Parteien. Sie glauben gar nicht, was einem da teilweise an Hass entgegenschlug. Von Menschen, die sich angeblich um das Wohl des Landes kümmern. Genau diese Leute haben sich nicht im Griff, beherrschen nicht mal die Grundprinzipien des demokratischen Mit­einanders. Ich war ziemlich schockiert, dass ich künftig einen Großteil meiner Zeit in so einer bedrückenden Atmosphäre verbringen sollte. Vereinzelt traf ich aber auch auf positive Menschen.

Mit den Jahren erkannte ich, dass die deutsche Politik zutiefst verrottet ist. Mit Filz durchsetzt, korrupt und total verlogen. Ich erkannte, dass, wenn man ein Teil von ihr wird, man unweigerlich entweder selber so wird, oder krank wird.

Dieser harten Erfahrung verdanke ich, dass ich heute hier in Ungarn bin. Ich nehme an, ohne diese Erfahrung wäre der Groschen bei mir nicht oder deutlich später gefallen. 2018 machten wir dann Urlaub in Ungarn…

Wieso ausgerechnet in Ungarn?

Als kleines (westdeutsches) Mädchen war ich Anfang der 80er Jahre, also noch zu Ostblockzeiten einmal nach Ungarn gereist. Mit meiner Familie machten wir Urlaub in Balatonfüred. Ich erinnere mich noch gut daran, dass es für mich einer der schönsten Urlaube meines Lebens war. Die Sonnenblumenfelder, die herrlichen Pfirsiche, die Musik und diese freundlichen Menschen, die sogar meine Sprache sprachen, haben mich als kleines Kind wirklich staunen lassen. Vielleicht hat Ungarn mir damals schon etwas mitgegeben, was ich niemals mehr vergessen habe.

Wie war Ihr neuerlicher Urlaub in Ungarn?

Wir kamen in Budapest an und wurden von einem ungarndeutschen Familienvater aus Bóly abgeholt. So fing unsere gemeinsame Geschichte an…

Es war ein Urlaub und eigentlich auch nicht, denn wir wollten uns schon hier und da ein Haus ansehen. Wir hatten zu diesem Zweck auch schon entsprechende Kontakte geknüpft. Ich wusste in etwa, wie Ungarn ist, und war gespannt darauf, wie meine Familie ein Land findet, das nicht ansatzweise Ähnlichkeiten mit Urlaubsländern wie Spanien, Italien oder Griechenland hat.

Gemeinsam machten wir erstaunliche Erfahrungen. Ungarn war so wunderschön sauber, keine dreckigen, vollgeschmierten Busse, Bänke, Parks und Gebäude. Stattdessen sahen wir Blumen, gepflegte Straßen und Dörfer. Natürlich sahen wir auch immer mal wieder instandsetzungsbedürftige Immobilien. Aber wenn man aus verkommenen, verwahrlosten und dreckigen deutschen Großstädten kommt, dann kommt einem Ungarn ingesamt sehr gepflegt und sauber vor.

Auswandern nach Ungarn
In der katholische Kirche gibt es eine Gedenktafel zur Erinnerung an die nach 1945 zwangsausgesiedelten Deutschen. Deren Familien lebten hier schon seit etwa zwei Jahrhunderten. Das gepflegte Denkmal im Vordergrund erinnert an die im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallenen Einwohner des Dorfes. Foto: Privat

Dazu kam, dass sich meine Tochter und ich endlich mal wieder frei und unbeschwert bewegen konnten. Was man in Deutschland definitiv nicht mehr kann. Trägt man dort als Frau luftige Sommerkleidung, Trägerhemdchen oder einen kürzeren Rock, kann man sich sicher sein, dass man sehr wahrscheinlich unangenehme Erlebnisse haben wird. Vor allem abends, allein in öffentlichen Verkehrsmitteln. Ebenso in Schwimmbädern oder bei Veranstaltungen. Als Frau, egal welchen Alters, ist man in Deutschland nicht mehr sicher.

Wir waren damals mit unserer kleinen Tochter in Siklós. Dort besuchten wir das Thermalbad. Das kleine Mädchen rannte in diesem riesigen Schwimmbad nach kurzer Zeit sorglos durch die Anlage. Ohne ihre Eltern, obwohl es ein fremdes Land für sie war und sie die Sprache nicht konnte.

Als die eine Woche vorüber war, hatten wir ein Haus gefunden und uns entschlossen, es zu kaufen. In gespannter Erwartung flogen wir zurück nach Deutschland. Das war im August 2018. Im November kehrten wir für die schriftlichen Angelegenheiten zurück. Ein kurzes Wochenende lang und wohnten in einem Hotel. Wir beschlossen dann spontan, Weihnachten in unserem neuen Haus zu verbringen.

Wie war Ihr erstes Weihnachtsfest in Ungarn?

Natürlich hatte es sich im Dorf bereits herumgesprochen, dass da eine neue, deutsche Familie etwas gekauft hatte. Wir nahmen am Gottesdienst teil, stellten uns unseren Nachbarn vor, nahmen Kontakt auf. Mein Mann wurde sofort zum Fußballspielen eingeladen. Man organisierte sogar Turnschuhe für ihn, denn so etwas hatten wir nicht dabei. Wir blieben nur eine Woche, mit fast nichts im Haus. Wir bereiteten die nächsten, wichtigen Schritte vor und genossen die unglaubliche Ruhe. Und die Dunkelheit. Ungarn ist wunderbar dunkel und man kann den Sternenhimmel sehen. Die Kamine brannten. Es war ein wunderschönes Weihnachten!

Wie ging es weiter?

Eine Auswanderung ist kein romantisches Abenteuer. Sie ist mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Wer sich dazu entscheidet, wird um konsequentes Planen, straffe Zeitpläne und viel Arbeit nicht herumkommen. Die Bereitschaft Loszulassen wird auf eine harte Probe gestellt. Die Verantwortung für sich und natürlich für alle Beteiligten steht plötzlich auf einer ganz neuen Stufe.

Christiane Wichmann, 49, geboren und aufgewachsen in Hannover. Ausbildung zur Versicherungskauffrau. Beruflicher Schwerpunkt Versicherungsmathematik und Technik. Arbeit bei Aufforstungsprojekten, im Gewässerschutz und in der Lawinenabwehr. Abgeschlossene Jägerprüfung. Familiengründung und für diese auch verschiedene Minijobs durchlebt, vom Zeitungenaustragen bis zum Putzjob. Ehrenamtliche Betätigung als gerichtlich bestellte Betreuerin für überwiegend alte Pflegebedürftige. Stadträtin und Abgeordnete. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter im süd­ungarischen Komitat Baranya in einem Dorf in der Nähe von Pécs/Fünfkirchen.

Bis zum Sommer 2019 mussten viele Dinge erledigt, Ehrenämter beendet, Jobs gekündigt werden, Haushalt auflösen, Umzug planen. Langeweile kommt da nicht auf. Wir haben uns nicht ablenken lassen, und die anfangs konzentrierte Anspannung ging immer mehr in Vorfreude über.

Wie war es um Ihre Sprachkenntnisse bestellt?

Ich erinnere mich gut, wie wir an Autobahnschildern langsam vorbeifuhren und trotzdem die Ortsnamen einfach nicht aussprechen konnten. Die ungarische Sprache klingt zu Beginn so seltsam im Ohr, aber sie hat einen schönen Klang. Aber natürlich, niemand von uns konnte Ungarisch.

Noch in Deutschland hatten wir Privatunterricht bei einer ungarischen Musikerin aus Debrecen, die in unserer Stadt als Musikerin arbeitete. Die junge Frau war bereit, uns für ein halbes Jahr zu unterrichten. Jede Woche gingen wir als Familie zu ihr und lernten Zahlen, Farben und ein paar Sätze für den Anfang – sogar ein Kinderlied. Damit konnten wir zumindest ein bisschen mehr als ein Tourist, aber die Grammatik war uns noch fremd.

Nach unserer Ankunft war uns klar, dass wir eine Möglichkeit finden müssen, die Sprache zu lernen. Bücher allein werden einem nicht helfen. Aber wenn man den Aufbau der Sprache verstanden hat, dann ist sie sehr logisch.

Das Bürgermeisteramt. Davor der Europa-Platz. Foto: Privat

Ich muss jedoch eingestehen, dass unsere selbstgesteckten Ziele zu optimistisch gewesen sind. Man ist eben kein Austauschschüler oder Sprachstudent, der den ganzen Tag lernen kann. Man hat unzählige Aufgaben zu bewältigen, als Eltern, als Auswanderer, da stellt man schnell fest, dass man alles gleichzeitig eben nicht schafft.

Wie war die Auswanderung für Ihre Tochter?

Nun, wir hatten mit unserem Haus Glück, denn die Grundschule grenzt direkt an unseren Garten. Die kleine Dorfgrundschule hat drei wunderbare Lehrerinnen und ungefähr 20 Kinder verteilt auf die Klassen 1 bis 4. Im Vorfeld hatten wir schon Kontakt aufgenommen und Schnuppertage mitgemacht. 2018 waren wir noch eine Rarität. Heute hat sich dies geändert. Inzwischen kennen wir einige weitere Familien, die mit ihren Kindern Deutschland verlassen haben, um in Ungarn ein neues Leben aufzubauen. Deren Kinder besuchen die verschiedenen Schulen unserer Region oder studieren bereits in Ungarn.

Es gibt deutsche Schulen in Ungarn, auch in unserer Region. Aber diese kamen für uns überhaupt nicht in Frage, denn ein Grund, Deutschland zu verlassen, war ja nicht zuletzt, dass wir mit dem Bildungssystem unseres Bundeslandes nicht mehr einverstanden waren. Von der Bildungsmisere der letzten 15 Jahre hatten wir genug. Wir wollten sie unserer Tochter ersparen und waren daher bereit, uns völlig auf eine ungarische Schule einzulassen.

Am 1. September begann unsere Tochter in der 2. Klasse und konnte eigentlich kaum etwas verstehen. Erstaunlich schnell kam sie aber mit der Sprache klar. Mit Beginn der 4. Klasse hat sie dann die Schule gewechselt. Mit dem Wechsel platzte auch irgendwie der Knoten und plötzlich sprach unsere Tochter nahezu fließend Ungarisch. Heute ist sie in der 5. Klasse, fährt mit dem Linienbus zur Schule und hat ungarische Freunde. Sie ist eine gute Schülerin, hat Spaß und Freude, die Schule zu besuchen.

Sie besucht zusätzlich bei uns im Dorf die Musikschule. In Ungarn hat sie das Klarinettenspiel erlernt. Heute spielt sie bereits sehr schön und musiziert zusammen mit ihrem Vater. Wir haben erlebt, wie wichtig Musik und Tanz hier sind. Musizieren verbindet. Die Musik hilft unserer Tochter sehr, neue Kontakte zu knüpfen. Unser Nachbar war ihr erster Musiklehrer, ein Ungarndeutscher und geachteter Kapellmeister aus unserem Dorf.

Um die Zukunft unserer Tochter machen wir uns keine Sorgen mehr.

Und wie erging es Ihnen und Ihrem Mann?

Das erste Jahr haben wir genutzt, uns einzuleben, alles zu regeln, zu ordnen, das Haus und den Garten zu gestalten, neue Freundschaften zu knüpfen, Kontakte zu vertiefen und die vielen Gebräuche und Feste kennenzulernen. Wir haben alles mitgemacht und jedes Fest besucht in unserer Region. Das fiel unseren Nachbarn im Dorf auf und wir wurden immer eingeladen. Auf den Weinberg, wenn die Männer Wurst gemacht haben, zur Weinlese, zum Fußball im Dorf und zum Lada-Treffen. Wir merkten schnell, dass unsere aktive Teilnahme am hiesigen Leben Anerkennung fand. Noch wunderte man sich über die deutsche Familie, aber unsere ungarischen Nachbarn merkten schnell, dass wir es ernst meinten und echtes Interesse haben.

Mein Mann, der in Deutschland im Büro gearbeitet hatte, war so clever, noch in Deutschland einen Lkw-Führerschein zu machen. Ein Speditionskaufmann, mit Ergänzung Fahrlizenz Lkw ist nicht verkehrt. Lkw-Fahrer werden immer gebraucht, und gerade in der Branche sind natürlich alle Sprachen vertreten. So unglaublich es klingen mag, mein Mann hat von diesem Beruf schon seit seiner Kindheit geschwärmt.

Unser Regionalblättchen hat auch Stellenanzeigen. Er schrieb eine ungarische Bewerbung und erhielt eine deutsche Antwort. Man traf sich, vereinbarte einen Probetag und es ging los. Heute arbeitet er seit über einem Jahr, zwei Orte weiter bei einem mittelständischen Familienunternehmen, das landwirtschaftliche Produktion betreibt und seine eigenen Produkte herstellt, wie Milch, Joghurt, Käse und Quark. Diese Produkte liefert mein Mann heute überregional in ganz Ungarn aus. An Großküchen, Altenheime, kleine Läden, große Industriebetriebe und Bäckereien.

Wer meint, dies sei ein beruflicher Rückschritt, der irrt. In einem ungarischen Betrieb zu arbeiten und sehr nette Kollegen zu haben, ist als Ausländer ein beachtlicher Schritt. Der Beruf Lkw-Fahrer ist besonders für Auswanderer eine echte Chance, arbeiten zu können. Zudem lernt man das Land kennen, sieht viele Betriebe und Menschen. Besser können Sie sich kaum mit Ihrer neuen Umgebung vertraut machen. Die ungarische Sprache kann er täglich anwenden, üben und verbessern. Und sein Bemühen öffnet die Herzen der Ungarn.

Natürlich wurde mein Mann sehr häufig gefragt, wie es kommt, dass er als Deutscher in Ungarn arbeitet. Schließlich haben viele Ungarn, meist aus finanziellen Gründen, ihre Heimat Richtung Westen verlassen. Aber Geld ist eben nicht alles. Und der Trend der vergangenen Jahre kehrt sich bereits sichtbar um. Dass wir Deutschland aus politischen Gründen verlassen haben, konnten sich die Ungarn zu Beginn unserer Zeit kaum vorstellen. Doch inzwischen können sie uns immer besser verstehen. Schließlich bekommen sie aus unterschiedlichen Quellen mit, was in Deutschland vor sich geht …

Und womit beschäftigen Sie sich?

Ungarn steht für echte Werte, eine gesunde, gesellschaftliche Entwicklung, Ehe und Familie. In Ungarn ist man frei und kann ungeniert sagen, dass man sehr gern Hausfrau und Mutter ist. Man wird dafür nicht verachtet. Und man kann diese Frauen nicht genug achten. Was hat uns denn diese viel gepriesene Emanzipation gebracht? Kaputte Ehen, Wartelisten bei Psychiatern, frustrierte Frauen, viele krank von immenser Belastung. Und wofür? Das der Staat Steuern kassiert, Geld für die Kinderbetreuung verlangt und einem am Ende eine mickrige Rente winkt?

Der örtliche Lebensmittelladen. Foto: Privat

Ich bin im Gottvertrauen und kehre bewusst zu natürlichen Kreisläufen und Naturgesetzen zurück. Heute bin ich der Mittelpunkt der Familie. Ich backe unser Brot, verarbeite unser Gartengemüse, koche gesunde Mahlzeiten, befasse mich mit Heilpflanzen und deren Anwendung. Ich bin die Kommunikationsbasis der Familie. Ich sammle außerdem deutsche Literatur und Märchen.

Gab es auch negative Erlebnisse?

Ein ganz klares NEIN! Lediglich mit einigen donauschwäbischen Gerichten werde ich mich wohl nie ganz anfreunden, etwa Kohl mit Puderzucker. Da haben wir alle Schwierigkeiten mit… Aber ganz im Ernst: wir können wirklich von keinerlei negativen Erfahrungen berichten. Weder im Wohnumfeld, noch in der Schule oder im Alltag. Nicht bei Ärzten oder medizinischen Behandlungen, ja selbst die ungarische Polizei ist freundlich, hilfsbereit und charmant. In Deutschland kann man sich da an ganz andere Szenen erinnern…

Was gefällt Ihnen an Ihrer neuen Heimat besonders?

Die Landschaft! Es ist ein schönes Land. Weite Felder, sanfte Hügel, keine Windräder, freier Horizont. Sehenswürdigkeiten, tolle Museen, Musik, Kunst und Kultur haben einen hohen Stellenwert.

Die Magyaren haben ihren ganz eigenen Charme und ihre eigene Seele. Wer sich bemüht, das zu entdecken, wird sehr viel Herzenswärme, Freundlichkeit und Lebenslust finden.

Unsere wunderschöne Hauptstadt Budapest ist eine wahre Perle. Berlin, Paris und London hatten ihre Zeit. Die Zeit unserer Donaumetropole beginnt erst. Wenn Ungarn sich nicht das Zepter aus der Hand nehmen lässt und die Ungarn weiter ihren selbstbestimmten Weg gehen, dann sehe ich für unser Land eine große Zukunft.

Mir gefällt die ungarische Regierung. Ich hatte schon immer etwas übrig für Leute mit einem eigenen Kopf. Ich bin stolz auf Viktor Orbán. Er ist so mutig! So reiste er nach Moskau, um Michail Gorbatschow die letzte Ehre zu erweisen. Als einziger hochrangiger EU-Politiker. Der Westen, insbesondere Deutschland hat dem Verstorbenen viel zu verdanken. Und dann besitzt man nicht einmal den Anstand, diesem Mann die letzte Ehre zu erweisen!

Die Ungarn haben schwer unter dem Kommunismus gelitten. Die Ereignisse von 1956 erschüttern die Menschen bis heute. Und trotzdem haben sie die Größe aufgebracht, um sich von Gorbatschow zu verabschieden. Das ist staatsmännisches Verhalten! Oder unser Außenminister Szij­jártó, der sich kühn mit Herrn Lawrow in New York trifft und sich permanent für den Frieden in Europa einsetzt.

Ihr Fazit nach fast vier Jahren Ungarn?

Wir haben nicht einen Tag bereut. Ganz im Gegenteil, manchmal haben wir uns gefragt, warum wir nicht schon viel früher gegangen sind. Auswandern ist kein Wild-West Abenteuer und keine Doku-­Soap. Wer erfolgreich sein möchte, muss sein Leben selbst in die Hand nehmen und sich trauen, vermeintlich sichere Häfen zu verlassen. Ungarn ist ein kleines Land mit viel Potenzial und einer starken Gesellschaft. Die Ungarn haben das Herz am richtigen Fleck. Natürlich muss man Hürden, wie zum Beispiel die Sprachbarriere überwinden. Aber was ist das schon im Vergleich zu den Problemen, die ich als Deutsche in meinem Herkunftsland hatte und noch haben würde!

Haben Sie Anregungen und Tipps für Menschen, die darüber nachdenken, nach Ungarn zu ziehen?

Es gibt inzwischen in sozialen Netzwerken diverse Gruppen zu diesen Themen. Deutschsprachige Auswanderer in Ungarn oder Auswandern nach Ungarn sind nur ein paar Beispiele, wo man Informationen finden kann. Auch die deutschen Minderheitenvertretungen sind eine Möglichkeit. Die Selbstverwaltungen sind in vielen Gemeinden vertreten. Über die Internetseite der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen kann man erste Informationen einholen. Sie können sich bei Interesse auch gerne an die Redaktion der BZ (redaktion@bzt.hu) wenden. Anfragen werden an mich weitergeleitet.

Haben Sie den Mut, auf ungarische Nachbarn und Vereine zuzugehen. Sprechen Sie Ungarisch! Und wenn es erst einmal nur dazu reicht, auf das Gesicht Ihres ungarischen Gegenübers ein Lächeln zu zaubern.

 

Lesen Sie dazu auch das Interview mit dem deutschen Kabarettisten Detlev Schönauer, der zusammen mit seiner deutschen Frau ebenfalls nach Ungarn ausgewandert ist, und hier sehr glücklich geworden ist.

42 Antworten auf “Nicht einen Tag bereut!

  1. Da kann ich mich nur anschließen. Bloß: Was für deutsche Schulen waren hier angesprochen? Solche, die von Deutschland gesteuert werden? Nie davon gehört. Ich kenne deutsche Schulen unter Führung der ungarndeutschen Landesselbstverwaltung, die scheint zu Orbán zu tendieren, was auch richtig ist. Leider sind einige örtliche Selbstverwaltungen und einige ungarndeutsche Kulturvereine vom BRD-Regime gekauft, von denen sollte man sich fernhalten.
    Ja, Deutschland ist eine linke Blockparteien-Diktatur geworden (und die Deutschen dem Terror der Asylbetrüger freigegeben), zugleich ein besetzter Marionettenstaat des Welt-Terroristen USA; Ungarn aber ein freies Land. Gut, wenn die Ungarn merken, wie es in Deutschland steht; fast alle Deutschen in Westdeutschland merken es nicht, oder lassen sich gerne zu Boden treten, weil ihnen täglich eingehämmert wird, sie wären Halunken, wenn sie es sich nicht widerspruchslos gefallen lassen.

    1. Die Mercedes Benz Iskola in Kecskemét unterrichtet nach Baden-Württembergischen Lehrplan. Die Schulleitung der Audi Iskola in Győr kommt aus Bonn – dort kann man das deutsche und ungarische Abitur machen. Nur 2 Beispiele

  2. Ich habe auch günstig 2015 ein Haus gekauft, auf dem Land, mit Hilfe einer deutschen Maklerin. 2019 war es in Deutschland nicht mehr zu ertragen, auch deshalb, weil die AfD unter Jörg Meuthen zum dritten Mal hörig an die linken Ruinierer wurde, vor ihnen gekuscht hat und anstatt diese lieber die eigene Partei bekämpfte. Es wird sich zeigen, ob die AfD nach dem jüngsten Parteitag nun etwas taugt, ob sich zum ersten Mal der Vorstand nicht von den linken Machthabern einschüchtern läßt.
    Wie ich ungarisch lernen soll, weiß ich nicht. Ein gewisser Nachteil ist es so, aber wirklich nötig ist es nicht; das Nötige, sogar bei den Behörden, geht in der Branau auch mit deutsch oder englisch.
    Zur Emanzipation: Diese besteht im Westen gezielt zu seiner Zerstörung, und nicht ohne Grund besteht der dicke Widerspruch, daß die linken Schreihälse gleichzeitig voll das Patriarchat bei den arabischen und türkischen Einwohnern unterstützen, damit diese kinderreich bleiben, um die Deutschen in Deutschland zu verdrängen und Deutschland auszulöschen.

  3. Ich habe allerdings Nachbarn, die komischerweise auch aus Deutschland hierher gekommen sind, obwohl sie die Zustände in Deutschland als richtig propagieren und logischerweise nicht mehr mit mir reden. Mit den Ungarndeutschen kann ich aber gut reden (deutsch, selten englisch), bis auf wenige Leute von geringem Einfluß, die wie gesagt erklärtermaßen oder anscheinend gekauft sind. Doch kann ich nur mit wenigen in Deutschland Lebenden reden.

  4. Strom und Heizung sind bei mir bislang weder eingeschränkt, noch teuer geworden. Kein Problem damit, und damit rechne ich auch in absehbarer Zeit nicht. Während es in Deutschland schon so viele Engpässe damit gibt, daß sich die Konkurse merklich gehäuft haben, auch bei besonders renommierten mittleren Unternehmen, wie Eukalyptusbonbon-Herstellern.

  5. Meine Erfahrungen sind ganz gemischt.. als Frau alleine hat man es sehr schwer

    Aber 2 Dinge sind mir spontan eingefallen: Das erste Mal als ich ankam in Ungarn,
    Nachts….ich hatte kein Zimmer gebucht und bin blind losgefahren.
    Um 23 Uhr dann ein Zimmer finden war nicht einfach
    trotzdem haben mich 2 Ungarinnen “gefunden” deren andere Freundin ein Hotel hat
    und so wurde sie raus geklingelt. Total nett.
    Und als ich dann das erste Mal aus dem Auto gestiegen bin, stand ich da und staunte…
    genau über diesen sagenhaften Himmel, der gar nicht weit weg war, er war viel niedriger und man sah alle Sternbilder…..
    Das war so toll, ich hab wirklich gestaunt wie ein kleines Kind das den ersten Schnee sieht …
    Total schön
    Das 2. war das Essen… was hab ich gelacht…
    Mir erging das so in Paderborn, war dort eingeladen von einer Familie aus meinem Forum, Libori heißt das Fest und die verkauften mir das als Spezialität: Zopfbrot mit Rauchfleisch….Pfui Teufel 🙂
    Tolle Serie Jan !

  6. Was für ein wunderbares Interview – insbesondere die positiven Erfahrungen mit diesem schönen Land.
    Selbst lebe ich seit 4 Wochen hier in meinem neuen (alten) Langhaus und habe nicht eine Sekunde daran gezweifelt, ob es richtig war, mit fast 70 hier zu sein. Man liest auch immer wieder, dass Zuwanderer nichts bereuen, sondern sehr glücklich darüber sind, in Ungarn leben zu dürfen. Das Thema “gepflegtes Umfeld” möchte ich auch noch mal erwähnen. Es ist in Ungarn so entspannt sauber, wie man es vom eigenen Zuhause kennt. Diese entzückenden kleinen Mülleimer gibt es auch noch und zwar ohne einen Kranz von Müll drumherum oder irgendwelche achtlos hingeworfenen kleinen Teile.
    Und: meine Nachbarin ist zu mir gekommen und hat gefragt, ob sie helfen kann. Wir sind dann gemeinsam zum Holzhändler gefahren und seither liegt hier genügend Brennholz für den Winter bereit. Gestern hat sie Früchte an das Tor gehängt. Ist das nicht wunderbar ?
    So ist Ungarn.

  7. Ich nehme an, Familien mit Kindern werden auch kommen. Von zuhause kann man in vielen Bereichen arbeiten.
    Dazu das Blog. Achgut.com
    ” Die Rückkehr der Pädophilen”
    Ungarn macht és nicht mit dem ” Viele Buchstaben Gesetz” nicht mit.
    2-3 Tage vor dem Termin, dass v.L nach Ungarn kommen wollte um das unterschrift reiches Gesetz für Corona Wideraufbau zu unterschreiben, hat Budapest das Gesetz verabschidet, dass die Rechte der Eltern bestätigt. Die viele Buchstaben ” Aktivisten” haben im Kindergarten, Schulden nichts zu suchen.
    Darau wurde das Geld nicht ausbezahlt. Man sieht, wie wichtig ist für Brüssel Linksliberale ” Kinder für alles” zu mißbrauchen.

  8. Ich wohne und arbeite ja auch seit graumer Zeit in Ungarn, und vieles von dem Interview ist ja auch durchaus wahr. Aber es gibt hier schon auch negative Erlebnisse, so ist das nicht. Und von den verdreckten Bussen und Bahnen kann man hier auch schon einen aufsatz schreiben. Man sollte das nicht verklären, vor allem nicht wenn man in einer ländlichen Gegend wohnt. In Budapest ist auch jede zweite Hauswand beschmiert. Und zur Wahrheit gehört halt auch, dass viel mehr junge Leuet auswandern , als einwandern. Auch das hat seinen Grund. Und wichtig ist ja bei einer Migration die Sprache, die muss man schon beherschen. Das verlangen wir ja auch in Deutschland von den Migranten 😉

    1. Wer verlangt die Sprache von den Migranten in Deutschland? Was bedeutet dann “einfache Sprache”? Ein Kuddel-muddel bei 2. 3. Generation Migranten von arabisch-moslemischen Ländern. Ich nehme an, viele Ungarn, die ausgewandert sind, schämen sich zuzugeben, dass sie enttäuscht sind.
      Es stimmt schon, dass in der Anonymität viele sich unartig benehmen. Positiv: Autobus, Straßenbahn Haltestellen sind sauber von Zigaretten!
      Hamburger Flughafen, wie in Afrika, Budapest Flughafen Mitteleuropa

    2. Herr Rieger,
      beim Text der Frau Westermann ist anscheinend die Autokorrektur vom Smartphone aktiv gewesen. Ich könnte den ganzen Tag an solchen Autokorrekturfehlern im Text rummäkeln. Das hat aber nichts mit Ungarn zu tun.
      Und mich stört es allmählich, dass hier immer wieder über Ungarn gemeckert wird.
      Ich schreibe über das Umfeld in dem ich hier lebe und da ist alles in Ordnung. Und ich habe wirklich noch keine Sekunde daran gedacht wieder wegzugehen.
      Sollte es die Schmiereien in Budapest wirklich geben, dann nehmen Sie mal Kontakt mit Herrn Boris Palmer aus Tübingen auf. Der gibt gerne Tipps, wie man sowas entfernen kann, falls es ihnen darauf ankommt.

        1. Das glaube ich nicht.
          Sie haben eine negative Einstellung und mögen es nicht, wenn andere Menschen zufrieden sind.
          Sowohl im kleinen wie im großen habe ich bloß saubere Orte erlebt.
          Auch User die zwischen Österreich und Ungarn pendeln und haben im Film (also für jeden sichtbar) festgestellt, dass der Unrat an den Straßenrändern in der Nähe von Österreich anfängt, wenn sie von Ungarn her kommen.

          1. Frau Koch, herr Rieger hat recht ob ihnen das gefällt oder nicht.

            Sogar die ungarische regierung ist bekannt mit dieser müllproblem…

            sie können sich noch anmelden (-:

            Das Regierungsprogramm „Reinigen wir das Land “ wurde ins Leben gerufen, um unter anderem illegale Müllentsorgung zu stoppen.

            Illegale Müllentsorgung ist in Ungarn leider sehr stark vorangeschritten. Viele werfen mehrere Kilo Müll in Wäldern, Feldern und anderen natürlichen Orten weg, dass nicht nur den Anblick verdirbt, sondern auch für Pflanzen und Tiere Gefahren trägt.

            Ab heute wird in Ungarn mal wieder für 3 Tage richtig aufgeräumt und sauber gemacht. Bei der landesweiten Müllsammelaktion „Te szedd – Önkéntesen a tiszta Magyarországért“ („Sammle – als Freiwilliger für ein sauberes Ungarn“) wird in diesem Jahr mit 200.000 Teilnehmern an über 1732 registrierten Einsatzorten gerechnet

            https://www.ungarn-tv.com/regierungsprogramm-reinigen-wir-das-land-hat-begonnen-30225.html

            1. Herr Groot,
              der Punkt ist doch, dass sowohl die Regierung als auch die Bevölkerung etwas gegen Müll tut – und anscheinend ziemlich wirksam (würde ich sagen).
              Dass es gar keine Probleme gibt sagt ja niemand, aber im Vergleich ist der Zustand in Ungarn schon mal ein wirklich großer Fortschritt. Und für Sie ist es ein Rückschritt oder zumindest negativ. Aus welchem Land kommt man, um Ungarn so zu erleben ?
              Das gleiche beim Thema “Schmierereien” an Gebäuden – schauen Sie sich bitte in Tübingen/Süddeutschland um. Eine Lösung für diese Sauereien gibt es auch. Man bestreicht die beliebten Flächen mit einer bestimmten Flüssigkeit und kann dann alles leicht wieder abwischen.

          2. Frau Koch, das stimmt halt so nicht. Vielleicht ist das ja Ihre subjektive Wahrnehmung. Ich will Ihnen das ja auch nicht schlechtreden. Ich komme durch meine Arbeit sehr viel rum, in Europa, auch meine Mitarbeiter. Und die sehen das halt auch so.

        2. Wir sind Rentner und 2-3 Mal jährlich am Balaton im Urlaub.Wir finden das in der Region am Balaton alles sehr sauber ist,auch in den Dörfern,denn als Camper kommen wir viel herum.Ungarn und die Mentalität der Menschen gefällt uns sehr.Wir sind schon fast 80 Jahre alt und deshalb stellt sich die Frage der Auswanderung aus D nicht mehr,aber 20 Jahre jünger würden wir es wahrnehmen.

  9. Einfach nur die Realität, Migration beinhaltet das erlernen der Sprache. Es gibt ja hier nur eine Grossstadt Budapest. Der Rest schafft ja nicht mal 200 k Einwohner. Deswegen hinkt der Vergleich. Und Migranten in der x ten Generation sprechen schon sehr gut die Landessprache, weil sie ja zwangsläufig dort zur Schule gehen. Es gibt auch negative Beispiele, aber die gibts überall. Jetzt hier so zu tun, als wäre Ungarn das Paradies auf Erden halte ich für unrealistisch. Ich lebe gerne hier und habe einen sehr grossen Freundes und Bekanntenkreis, den hatte und habe ich in D aber auch.

    1. Nach allen Ihren Kommentaren auf dieser gesamten Webseite sind Sie ja wohl hier, um für EU-Kommission, deutsche Regierung usw. zu kämpfen, damit die Ungarn sich denen unterwerfen und ein ebensolches Tollhaus wie Brüssel und Deutschland werden sollen, um sich ebenso wie Deutschland zu ruinieren und selbst aufzugeben zum Wohle der US-Hegemonie und der Herrschaft der Multis.

  10. Glückwunsch zum gelungenen Neustart.

    Wir haben uns auch ein Haus in Kethely bei Marcali gekauft und werden mittelfristig übersiedeln.

    Natürlich ist es wichtig die Sprache zu beherrschen, jedoch kommt man am Balaton mit Deutsch oder Englisch eigentlich gut durch.

    Mein Vater ist in Budapest geboren, daher war ich seit den Mitte 70iger Jahre immer wieder in Ungarn am Plattensee oder bei der Verwandtschaft.

    Wir waren in Deutschland 2,5 Jahr nun aktiv im politischen Widerstand, es macht jedoch keinen Sinn mehr, da es täglich schlimmer statt besser wird, deshalb haben wir uns, sowie viele Freunde entschlossen, das Land zu verlassen. Orban’s Politik-Style passt uns sehr gut, so sollte man auch in Deutschland regieren.

    Da wir mit Anfang 60 noch nicht im Rentenalter sind, werden wir in Ungarn ein passendes Business umsetzen und freuen uns schon sehr darauf in D die Zelte abzubrechen.

    In diesem Sinne wünsche ich allen Auswanderungswilligen einen erfolgreichen Neustart in Ungarn.

    1. Ich glaube schon, dass politisch aktiv zu werden – wenn man nicht in den NGOs von rotgrünlinksliberalen ist – frustrierend. Viele Freundschaften gehen auch zu Brüchen. Ich glaube, viele schalten Kopf aus, wohl auch aus Scham, und begreifen sie nicht, dass FDP nicht mehr Genscher FDP. SPD nicht mehr Dohnanyi oder Schmidt SPD. Oder CDU nicht mehr die CDU aus der 80-90-eer Jahren, die CSU ist nicht Strauß CSU.
      Alle diese Parteien sind mächtig nach links gerückt, niemand tut etwas für die arbeitende Gesellschaft. Es werden die Abhängige ruhiggestellt. Ich habe eine Statistik gelesen, dass in Deutschland nur 7 Millionen Menschen arbeiten so, dass sie KEINE Alimente bekommen. Sie werde alle käuflich Und die Almosen Verteiler werden erpressbar. Wenn jetzt das Bürgergeld kommt, es verschlimmert alles.

    2. Ich komme in der Branau auch mit deutsch und selten mit englisch aus. Ungarisch wäre nützlich, aber wie lernen? Im Rentenalter bin ich noch nicht, brauche aber kein Geschäft, da die Wohnkosten hier minimal sind. Ich mache mir auch keine Illusionen, daß es in Deutschland in zehn Jahren noch Rente gibt.
      Die deutsche Wohnung und den politischen Widerstand habe ich auch aufgegeben, nachdem Jörg Meuthen die AfD ebenfalls nach links rückte und statt der Regierung die eigene Partei bekämpfte. Da hatte es mit der AfD keinen Sinn mehr, und wie es jetzt damit nach dem jüngsten Parteitag steht, ist abzuwarten. Deutschland ist eben nur besetzter Marionettenstaat der USA unter Herrschaft der Multis, im Bündnis mit linken Extremisten, und es gibt in den alten Bundesländern kaum einen Deutschen ohne Brett vorm Kopf.

      1. Lernen Sie ganze Sätze. Wenn Sie 50-100 ganze Sätze lernen, erstmal können Sie sie nützen, aber langsam verstehen Sie die Logik der Sprache.
        In einem Ungarischen Wörterbuch finden Sie Zahlreihe Wörter mit deutschem lateinischem Wurzel.
        Schon ein Anfang!

      2. Na woher beziehen Sie denn Ihre Rente , wenn ich fragen darf ? Ob es in Ungarn in 10 Jahren noch Rente gibt, ist ja noch unwahrscheinlicher, über die Höhe wollen wir dann auch gar nicht diskutieren. Wenn man mit deutscher Rente hier in Ungarn lebts gehts einem verhältnismässig besser als in D. Aber mit ungarischer Rente siehts schon ein wenig düsterer aus !

        1. Freilich gibt es für mich als Deutschen keine Rente mehr zu beziehen, denn aus Deutschland ist kein Cent mehr zu hoffen, das war mir wegen der Überalterung schon seit Jahrzehnten klar, auch wenn man noch so viel gearbeitet hat. Das tut man ja heutzutage, um u.a. für den Luxus für die Asylbetrüger ausgebeutet zu werden, während viele Rentner in Deutschland in Not leben; und jetzt kommt die deutsche Finanz- und Wirtschafts-Demontage hinzu.

          1. Das möchte ich nicht unterschreiben.
            Mir geht es darum, mir die Schweiz wirklich nicht leisten zu können.
            Und Deutschland ist für mich auch ein Risiko, wobei ich die jetzige Verteuerung der Energie noch gar nicht im Blick hatte.
            Als weiteres Land wäre noch Bulgarien in Frage gekommen. Da ist es schön warm und nicht so teuer und man muss nicht hinfliegen oder mit dem Schiff fahren.
            Aber die Verwandtschaft und Freunde/Bekannte sind sehr viel weiter weg.
            Ungarn ist doch sehr schön und vom Klima her ähnlich wie Süddeutschland. Politisch will ich mich gar nicht mehr einmischen, dafür fühle ich mich zu alt. Das dürfen die Jungen machen.
            Ich freue mich wenn sich andere Einwanderer in Ungarn wohl fühlen. Dann habe ich evtl. noch einige schöne Jahre vor mir.

  11. Meinen Vorschreibern, die versuchen das Land so zu sehen wie es ist, kann ich nur Recht geben. Wenn man nur um sein Häuschen und die Dorfstraße lang schaut, sieht alles sehr sauber aus. Wenn man aber wie ich, versucht wirklich alles zu sehen und überall in der Pampa rum fährt oder geht, dann wird man feststellen, daß egal ob in Wiesen oder Wald sehr viel Müll entsorgt wird!
    Was bringt es, so zu tun als gäbe es diese Probleme nicht… es hat auch nichts damit zu tun ob man gerne hier ist… es ist schlicht und einfach die Dinge bei Namen zu nennen und die Augen auf zu machen.
    Wenn jemand andere Erfahrungen gemacht hat dann ist das schön. Gibt aber nur seine Sicht wieder.
    Und ich finde es sehr bedenklich wie vehement manche meinen, diejenigen die anderer
    Meinung sind maßregeln zu müssen.
    Diese ach so netten Menschen die so tun als ob alles positiv ist, sind diejenigen denen wir es zu verdanken haben, daß wir auswandern mussten!

  12. Es gibt sehr viel Positives hier, dazu gehört in erster Linie Orban , obwohl ich mitnichten alles gut finde was er tut, aber ich sehe auch seine Fesseln.
    Ich mag es daß man noch so viel Land hat um sich auch mal selbst versorgen zu können mit Obst und Gemüse. Dieses Obst und Gemüse wird aber auch gerade sehr verstrahlt von oben weil Orban sich nicht der Nato erwehren kann…
    Ich mag manche ungarische Menschen, unter denen ich gute Freunde habe.
    Ich vermisse die Musik, die man zum Beispiel in der Türkei überall hört.
    Ich stelle fest, daß es sehr viele Deutsche gibt, die versuchen alles schön zu reden,
    was es aber nicht ist… das sind die, die jedem der es wagt etwas anders zu sehen, gleich über den Mund fahren.
    Das sind die Menschen, die immer alles wunderbar finden und das sind die, die unser Land dahin gebracht haben wo es nun ist, deshalb mussten wir gehen! Weil immer alles so wunderbar war bis es zu spät war.
    Ich mag die Bösartigkeit mancher Ungarn nicht, die uns schon verteufeln, uns ausnehmen, betrügen und belügen…
    und ich mag diese deutschen Ansammlungen nicht die sie jetzt so propagieren, eigene Stützpunkte bilden… das muß man sich mal geben.. das macht uns verhasst…die Stimmung gegenüber Deutschen ist am kippen aber ganz schwer.
    Und wer da die Augen verschließt, muß sich nicht wundern wenn wir bald weiter flüchten dürfen!
    Eigentlich kommt man um mit den Ungarn zu leben und nicht um deutsche Kolonien zu bilden!
    Ich mag das Land, es ist sehr natürlich und urwüchsig aber ich mag keine chinesischen und Nato 5G Türme überall und es wird schwer verstrahlt!
    Was bringt es wenn man die Augen zu macht. Man sieht dann zwar das Schlechte nicht, aber auch das Gute nicht, denn der Unterschied ist nicht zu sehen dann.

    1. Ja so ist es… jeder nimmt das anders wahr und das Recht darüber berichten zu dürfen sollte jedem gestattet sein!
      Nur weil es einem anderen nicht gefällt wie man etwas wahrnimmt, heißt nicht daß der andere Recht oder Unrecht hat.
      Es ist wie es ist
      für jeden anders…

  13. Wenn ich ehrlich bin, klingt mir das alles ein bischen zu schön, um wahr zu sein.
    Auch das die nur sehr mäßigen kritischen Stimmen sofort angegangen werden, macht mich stutzig.
    Mir persönlich wären auch ein paar beschmierte Hauswände oder unsaubere Busse egal.
    Die Sachen, weswegen wir unsere Heimat verlassen müssen, haben da ein ganz anderes Kaliber.

    Aber mich stört, daß hier alles an der Person Orban festgemacht scheint.
    Was, wenn er einmal nicht mehr ist? Was, wenn seine Gegner an die Macht kommen und Ungarn genau den Problemen unterwerfen werden, vor denen wir fliehen möchten.
    Wir sind nicht mehr ganz jung und haben natürlich auch keine unbegrenzten finanziellen Möglichkeiten. Wir säßen dann hier fest.

  14. 2/2

    Dazu kommen böse Erinnerungen daran, wie man in Ungarn mit den schon lange dort lebenden und integrierten Deutschen umgegangen ist, als Deutschland den Krieg verloren hatte.
    In die Situation möchte keiner kommen.

    Mein Vater, dessen Vorfahren aus aus Hessen stammenden Auswanderern bestanden, ist selbst in der Ukraine geboren, wurde dann gegen seinen Willen als Volksdeutscher Ende des Krieges noch als Jugendlicher zur Wehrmacht eingezogen, während seine Geschwister nach der Niederlage nach Sibirien zur lebenslangen Arbeit in den Bleiminen von Novosibirsk verschleppt wurden.
    Eine solche Familiengeschichte prägt und ich möchte das Wohlergehen meiner Familie nicht allein der Gesundheit Victor Orbans anheim stellen, so sehr ich seiner Politik zustimme.

    Ich suche für unsere neue Heimat weniger die heile Welt, als stabile und verläßliche Verhältnisse zum Leben.

    1. Tja…das ist nicht einfach,
      aber auch wenn hier viel von Orban gesprochen wird, kann ich Ihnen versichern, daß ich durchaus sehr kritisch bin und das auch zum Ausdruck bringe. Allerdings so, daß es dem Herausgeber der Zeitung nicht schadet…heutzutage ist es eben schwer . Nur ist das egal wo nicht einfach, das was gerade abgeht ist nun mal global und daß man es auf Europa abgesehen hat, sieht man ja. Es liegt aber immer an uns selber… man hat zumindest die Chance sich für wenig Geld ein Häuschen zu kaufen und da sind zumeist viele qm Garten dabei, man kann lernen sich selbst zu versorgen, wenigstens im Groben und dann braucht man nicht mehr viel Geld.
      ich sehe es viel kritischer, daß es Menschen gibt, die zu lange warten mit dem raus gehen aus DE… Orban hat doch explizit die Deutschen eingeladen.. das tut er ganz sicher nicht ohne Grund und ich würde seiner Einladung folgen.
      Aber ich warne Euch, auch hier habe ich schon einen Neger gesehen..auch wenn es nur ein Einziger war 🙂

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