Diana Bednar mit ihrem Ehemann Frank am Ufer des Balaton. Fotos: Privat

BZ-Serie „Nach Ungarn ausgewandert“: Gespräch mit der deutschen Auswanderin Diana Bednar

Die beste Entscheidung unseres Lebens

Diana Bednar hatte eigentlich nie vor, mit ihrer Familie nach Ungarn auszuwandern, doch der als unzulänglich empfundene Umgang deutscher Behörden mit der Pandemie hat die Pläne verändert.

Aus dem geplanten Erwerb eines Feriendomizils in Ungarn wurde der Kauf eines Wohnhauses und die Rückkehr in das Heimatland ihrer Eltern, aus welchem diese 1985 geflüchtet waren.

Welche Beweggründe haben Sie und Ihre Familie dazu veranlasst, Deutschland zu verlassen?

Wir wollten Deutschland gar nicht wirklich verlassen. Wir wohnten in einer zauberhaften Nachbarschaft, hatten eine schöne Wohnung mit Terrasse und Garten in einem Zweifamilienhaus Nähe Frankfurt am Main, waren beide beruflich sehr gut aufgestellt und erfreuten uns an unserem einjährigen Sohn. Zwar beobachteten wir die politischen und sozial-gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland seit mehreren Jahren mit einem kritischen Blick, aber wir schafften es, uns privat so zu positionieren, dass uns die wahrgenommenen Defizite zum Glück nicht tangierten.

“Eigentlich wollten wir Deutschland nicht verlassen.”

Ursprünglich wollten wir uns in Ungarn nur ein Ferienhaus kaufen, um später mit Kind nicht immer in den Ferienzeiten in teure Urlaubsanlagen fahren zu müssen. Ende 2021 wurde unsere Suche konkret, und Anfang 2022 entschieden wir uns schließlich dafür, sogar ein Einfamilienhaus zu erwerben. So können wir die zukünftigen Sommer auf mehrere Monate ausdehnen, da wir beide von Zuhause aus arbeiten können.

Was hat Sie dann doch zur Auswanderung bewogen?

Anfang Januar 2022 erwischte uns – die ganze Familie, inklusive unseres damals 17-monatigen Sohnes – der Corona­virus in der Omikron-Variante. Viel schlimmer als der Virus war jedoch die Tatsache, dass es die Bundesregierung nach beinahe zwei Jahren Pandemie noch immer nicht schaffte, eine Erstversorgung für die Bevölkerung zur Verfügung zu stellen, in Form von Online-Hilfe, Telefon-Dienst-Service, vollständigen Datenbanken mit Informationen, wo man wie und wann getestet und behandelt werden kann. Das war dann der berühmte letzte Tropfen. Es bedurfte lediglich eines Abends, als mein Mann und ich uns in nur vier Sätzen austauschten und somit in einer halben Minute entschieden, unseren damals aktuellen Immobilienfund in Ungarn nicht nur als Sommerdomizil, sondern als längerfristigen Wohnort zu beziehen.

Warum haben Sie sich für Ungarn entschieden?

Für mich als gebürtige Ungarin war es natürlich ein Vorteil, ein Land zu wählen, dessen Sprache ich beherrsche. Wir dachten auch – zumindest als es noch um ein Ferienhaus ging – über Spanien oder Portugal nach, aber unser Spanisch und Portugiesisch beschränkt sich auf ein Urlaubs-Basiswissen. Die politische Situation in Ungarn war kein direkter Grund für unsere Entscheidung, aber mit Sicherheit ein weiteres Plus. Ebenso die Tatsache, dass wir für den Preis unseres Hauses am Balaton in Deutschland entweder gar keine Immobilie bekommen hätten, bzw. für so eine Immobilie in Deutschland drei- bis viermal so viel hätten bezahlen müssen. Ganz zu schweigen davon, dass wir in Deutschland vor unserer Entscheidung bereits ein Dreivierteljahr erfolglos auf Immobiliensuche waren.

Das Ehepaar zusammen mit ihrem Sohn Neo.

Wie hat Ihre Familie reagiert, als Sie ihr eröffneten, dass Sie das Land verlassen wollen und in die Heimat Ihrer Eltern zurückkehren?

Sie war etwas überrascht, aber niemand war dagegen oder zeigte Unverständnis. Die größte Verwunderung war in der Tat bei meiner Mutter zu finden. Sie traf es fast wie ein Schock, dass ihr eigenes Kind, welches sie vor mehr als 35 Jahren aus dem kommunistischen Regime in eine „bessere Welt“ gerettet hatte, nun in genau dieses Land zurückkehrt. Meine Eltern flohen im Jahr 1985 nach Deutschland als politische Flüchtlinge, damals war ich eineinhalb Jahre alt. Es hat eine Weile gedauert, bis meine Mutter verinnerlicht hatte, dass das heutige Ungarn nicht das Ungarn von damals vor dem Mauerfall ist!

Ungarn genießt in Deutschland hauptsächlich aufgrund der Politik der Fidesz-Regierung keinen so guten Ruf. Sie sind in Budapest geboren und in Deutschland aufgewachsen. Wie sehen Sie das? Teilen Sie die deutsche oder die ungarische Sicht?

Meiner Meinung nach gibt es in Deutschland mittlerweile eine Situation, die sehr differenziert betrachtet werden sollte. Ich bin kein Freund von „hier ist es gut, dort ist es schlecht“-Aussagen. In jedem Land gibt es Vor- und Nachteile. Jeder Mensch hat unterschiedliche soziale wie auch finanzielle Bedürfnisse und andere Prioritäten. Für einen Angestellten ohne Kinder, einen Rentner, einen Unternehmer, oder eine kinderreiche Familie spielen komplett unterschiedliche Dinge eine wichtige oder weniger wichtige Rolle.

In unserem persönlichen Fall gibt es in Ungarn einige Vorteile. Als Unternehmer und mit Kind spekulierten wir hier auf ein für uns „besseres“ Leben. Ein sofort zur Verfügung stehender Kitaplatz in einer privaten Kita, welcher weniger als die Hälfte dessen kostet, als in Deutschland ein staatlicher Kitaplatz, war für uns ein wichtiger Punkt. Hier lernt unser Kind die Landessprache und zugleich seine eigene, zweite Muttersprache.

Blick auf Gyenesdiás und den nahegelegenen stillgelegten Steinbruch.

Die westlichen und christlichen Werte werden hier täglich gelebt und respektiert. Auch dies waren für uns überzeugende Argumente, Ungarn als unseren künftigen Wohnort auszuwählen. Die meisten unserer Freunde, welche uns bereits besuchten, bemerkten immer wieder, dass es in Ungarn noch so „echt und ursprünglich“ zugeht. Es ist ein besonderes Gefühl. Nur schwer in Worte zu fassen. Der Umgang der meisten Menschen hier ist höflich und hilfsbereit. Es wird stets gegrüßt. Kinder haben Respekt vor Älteren. Es ist alles in allem etwas traditioneller – im positiven Sinne.

Ihr neues Domizil ist in Gyenesdiás. Hatte die Ortswahl bestimmte Gründe?

Die Idee, uns am Nordufer des Balatons niederzulassen, kam ursprünglich von meiner ungarischen Freundin Éva, mit der ich noch einige Pläne verfolge. Das sogenannte Balaton-Oberland ist bekannt als Weinanbauregion. Der Boden hier ist äußerst fruchtbar. Durch die besonders reichhaltige, mineralische Erde gedeihen auch viele besondere Rebsorten und bereits fast vergessene Pflanzen fantastisch. Viele natürliche Warmwasser- und Trinkwasserquellen und das fabelhafte allgemeine Mikroklima sorgen dafür, dass diese Region hervorragend als Anbauland genutzt werden kann. Ich habe mit meiner Freundin Éva die Vision, hier langfristig eine sich selbstversorgende Kommune zu erschaffen. Dies inkludiert den Bau von autarken Ökohäusern mit dazugehörigen Permakultur-Gärten. Und dafür bietet die Region ideale Voraussetzungen.

Hinzu kam, dass es hier eine gute Infra­struktur gibt, durch drei größere Städte im Radius von etwa 20 km wie Hévíz, Keszthely und Tapolca.

Sie sprachen davon, dass Sie in Deutschland auch von Zuhause aus arbeiten konnten. Können Sie diese Arbeit in Ungarn weiterführen?

Bis zu meiner Schwangerschaft war ich als Personalleiterin eines mittelständischen IT-Unternehmens tätig. Aktuell befinde ich mich in Elternzeit, welche noch bis August andauert, bis mein Sohn drei Jahre ist. Da es sich bei meiner Arbeit um eine Vollzeitstelle mit Führungsaufgaben handelt, werde ich diese zukünftig nicht von Ungarn aus weitermachen können. Ich sehe dies allerdings als Herausforderung bzw. als Chance an, um mich hier neu zu orientieren. Langfristig möchte ich mit meiner Freundin Éva das bereits erwähnte Selbstversorger-Projekt verwirklichen.

Aussichtsturm bei Gyenesdiás.

Meine kurzfristigen Berufspläne umfassen hingegen das Gründen einer Relocation-Agentur für Deutsche, die nach Ungarn auswandern.

Klingt spannend. Was genau planen Sie hier?

Unser Umzug bzw. das Auswandern nach Ungarn brachte zahlreiche bürokratische Aufgaben mit sich. Man muss sich an vielen unterschiedlichen Orten um- und anmelden, registrieren, zu vielen unterschiedlichen Behörden, Banken, Ämtern und Dienstleistern gehen. Das alles muss man zunächst recherchieren und herausfinden, wie der Hase hier so läuft.

Mir fiel dies mit ungarischen Sprachkenntnissen recht leicht, aber rasch erkannte ich, dass es für Deutsche ohne ungarische Sprachkenntnisse an solchen Stellen sehr umständlich und zeitaufwendig sein kann. Genau dies wurde uns bereits von einigen Deutschen, die schon länger hier leben, bestätigt. Deswegen möchte ich nun anderen Auswanderern die Möglichkeit geben, sie bei ihren ersten Schritten in Ungarn zu unterstützen. Aktuell bin ich dabei, meine Auswanderungs-Agentur „Hallo Ungarn“ aufzubauen.

Ich möchte jedoch nicht nur die bürokratischen Erfordernisse abdecken, sondern auch ein Netzwerk für die Lifestyle-Themen (Friseur, Masseur, Therapeut, Fitness-Studio) und Alltagsthemen, wie etwa „Alles rund ums Haus“ (Handwerker etc.) schaffen. Mir gelang es in den vergangenen Monaten sehr rasch, einen großen Bekanntenkreis aufzubauen, bestehend aus kompetenten, zuverlässigen und fairen Handwerkern und Dienstleistern. Dieses Know-how möchte ich mit anderen Deutschen, die hier leben oder in Zukunft leben möchten, teilen.

Ihr Mann war in Deutschland selbstständig tätig. War der Wechsel nach Ungarn kein Problem?

Die meiste Zeit erledigt mein Mann seine Arbeit vor dem Laptop. Bereits vor der Lockdown-Zeit, aber vor allem währenddessen fanden fast alle seine Gespräche und Meetings als Video-Calls statt, daher ist es für ihn gar kein Pro­blem, dass er dabei nun am Balaton sitzt. Er ist als Ein-Mann-GmbH komplett selbstbestimmt in seinem Handeln und ist in der IT-Branche tätig, beides sind Top-Voraussetzungen, um von Zuhause aus zu arbeiten, egal, wo sich dieses Zuhause gerade befindet.

Ihr Sohn ist jetzt gerade in die ungarische Kindertagesstätte gekommen. Fühlt er sich wohl?

Unser Sohn liebt seine KiTa. Bis vor Kurzem gab es im Garten der KiTa, auf dem benachbarten Grundstück, in einem abgesperrten Bereich sogar noch Hühner. Täglich durften die Kinder ihnen Obstreste über den Zaun werfen. Die Kinder sind generell viel draußen an der frischen Luft, sie gehen oft spazieren, basteln viel und haben eine liebevolle Beziehung zu den Erzieherinnen.

„Wir sind mehr als glücklich und zufrieden und unser Sohn fühlt sich sehr wohl.“

Sehen Sie Unterschiede zwischen deutschen und ungarischen KiTas bezüglich Ausstattung, Mitarbeiterschlüssel und des pädagogischen Konzepts?

Unser Sohn ging die ersten vier Monate auch in Deutschland wahnsinnig gerne in seine KiTa, aber hier habe ich das Gefühl, dass er intensivere Bindungen aufbauen konnte. Ich bin ehrlich, ich kann nur für diese private KiTa sprechen, über staatliche Einrichtungen in Ungarn kann ich leider keine genaueren Aussagen treffen, aber ich habe bis dato auch dazu noch nichts Schlechtes gehört.

Bei unserer privaten KiTa werden die sieben bis acht Kinder (es gibt maximal 12 Plätze) von zwei bis drei Erwachsenen betreut. Die Inhaber der KiTa – ein Ehepaar – sind beide abwechselnd vor Ort, und zusätzlich gibt es noch zwei ausgebildete weibliche Fachkräfte. Der Inhaber der KiTa ist häufig dort und betreut die Kinder, verrichtet aber auch die Gartenarbeit und lässt die Kleinen auch mit „anpacken“. Die männliche Bezugsperson finde ich für Jungs von echtem Vorteil.

Die Kinder bekommen vier Mahlzeiten am Tag: Frühstück, einen Snack um zehn Uhr, Mittagessen, immer bestehend aus Suppe und einem Hauptgang, und einen Snack nach dem Mittagsschlaf um 15 Uhr. Wir sind mehr als glücklich und zufrieden und unser Sohn fühlt sich sehr wohl.

Welche Erfahrungen haben Sie bislang in Ungarn gemacht, z.B. Begegnungen mit Einheimischen, Behörden, Ämtern, Einkäufen, Alltagsleben?

Unsere ersten Kontakte waren Immobilienmakler, gefolgt von Dienstleistern rund ums Haus, beide waren stets positiv. Als wir im Februar zu den ersten Immobilienbesichtigungen herkamen, fiel mir sofort positiv auf, dass hier jeder die Hand gab und sich vorstellte – keine Angst vorm Händedruck! Man fühlte sich so, als hätte es die Pandemie nie gegeben. Damals war hier in Ungarn die Maskenpflicht bereits aufgehoben – eine angenehme Normalität, wie man sie aus Deutschland schon gar nicht mehr gewohnt war.

Die Menschen um uns herum waren professionell, höflich und zuvorkommend. Wir hatten nie das Gefühl, dass wir als „die reichen Deutschen“ angesehen werden, eher fühlten wir uns sehr respektvoll behandelt, so als wären die Leute dankbar dafür, dass man herkommt und somit ein „neues Geschäft“ bringt. Auf den Ämtern war es so, wie es überall auf der Welt eben in einer Behörde abläuft. Hat man die Illusion, dass es in irgendeinem Land auf der Welt keine Bürokratie gibt und ein Behördengang unkompliziert und schnell ist, dann ist es ganz genau ebendies: eine Illusion.

Im Alltag und beim Einkaufen überraschte uns, dass es hier wirklich alles, aber auch alles genauso gibt wie in Deutschland. Es fehlt bezüglich des Angebotes an nichts. Alle großen deutschen Handelsketten sind hier vertreten. Außerdem findet man auch viele lokale Geschäfte mit variationsreichem Sortiment.

Gibt es etwas Bestimmtes, was Sie positiv oder negativ überrascht hat, seit Sie in Ungarn leben?

Ich würde nicht sagen, dass ich überrascht bin, bzw. mich etwas überrascht hat, eher handelt es sich bei mir um ein bewusst werden, bewusst sein, bewusst leben! Ich nehme viele Dinge hier intensiver wahr. Das Leben ist bodenständiger, ursprünglicher, traditioneller, naturverbundener, ruhiger. Ich hätte vorher nicht gedacht, dass mir dies gefehlt hat, oder dass ich es brauche – bis ich es hier intensiv erlebt und bemerkt habe, wie gut es mir tut. Der kaum multikulturelle Alltag sorgt hier für einen eher harmonischen, berechenbaren Umgang miteinander, eine Tatsache, die ich als durchaus angenehm empfinde.

Stellen Sie kulturelle Unterschiede zwischen Deutschen und Ungarn fest?

Den größten Unterschied bei Menschen stelle ich global und kosmopolitisch betrachtet, nicht zwischen den unterschiedlichen Nationalitäten fest, sondern zwischen dem Lifestyle bzw. dem Wohnort. Das bedeutet: Reden wir von Menschen in der Großstadt oder reden wir von Leuten, die auf dem Land, in einem Dorf oder einer Kleinstadt leben? Eine pauschale Meinungsbildung ist in diesem Kontext sehr schwierig.

Ausblick vom Aussichtsturm bei Gyenesdiás.

Generell ist der Ungar an sich etwas offener, kommunikativer und auch emotionaler. Deutschen verleiht Distanz eine gewisse Sicherheit, der Ungar strebt eher nach Nähe. In der Sprache ist der Deutsche direkt und adressiert die Sachebene. Die Ungarn zirkeln gerne um Themen herum und verknüpfen sie mit der Beziehungsebene. Dies ist etwas, was mir in den ersten sechs Monaten aufgefallen ist.

Ich fordere bei Dienstleistern stets verbindliche Aussagen und Fristen ein, bin direkt in meinen Forderungen und komme sofort auf den Punkt. Anschließend führe ich erst den Small-Talk. Des Öfteren hatte ich schon den Eindruck, dass dies etwas ist, was die Ungarn eher andersherum machen oder so gar nicht kennen. Nichtsdestotrotz stellen sie sich auf diese Art ein und sind immer freundlich und höflich.

Welche Empfehlung geben Sie Menschen in Deutschland, die eventuell nach Ungarn auswandern wollen?

Stellt euch viele Fragen! Warum entscheidet ihr euch für Ungarn? Wollt ihr nur weg aus Deutschland oder ist wirklich Ungarn das Land, in welchem ihr leben wollt, bzw. zumindest versuchen wollt, zu leben? Was versprecht ihr euch von einem Leben in Ungarn? Seid ihr darauf vorbereitet, dass ihr eine neue Sprache lernen müsst, zumindest eine kleine Grundkenntnis der Sprache? Diese und ähnliche Fragen sollten sich Auswanderer stellen, um sich vor größeren Enttäuschungen zu schützen. Zu guter Letzt der Rat, dass man sich immer vor Augen führt: Im schlechtesten Fall geht man einfach wieder zurück. Das haben wir auch so gehandhabt. Das nimmt einem ein wenig das Muffensausen vor einer gefühlt ‚endgültigen‘ Entscheidung. Es gibt aber tatsächlich keine Endgültigkeit. Sollte man mit der Entscheidung unglücklich sein, dann geht man einfach wieder zurück nach Deutschland oder woanders hin.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Ist zurückgehen noch eine Option?

Mittlerweile sind wir uns sicher, dass dies nicht passieren wird. So unfassbar entspannt und schön ist unser Leben hier. Es geht uns gut. Wir sind in die Aufgaben, welche wir mit dem Umzug hatten, hineingewachsen. Jede Begegnung und jeder Schritt, welchen wir gemacht haben, hat uns bereichert. Jeden Tag haben wir etwas dazu gelernt, und mittlerweile fühlen wir uns angekommen und zu Hause.

 

Diana Bednar, 39, geboren in Budapest und in ihrem zweiten Lebensjahr mit ihren Eltern aus dem damals noch kommunistischen Ungarn geflüchtet. Aufgewachsen in der nordhessischen Kleinstadt Homberg, zog es sie frühzeitig über den Umweg eines Au-pair-Aufenthaltes in den USA nach Frankfurt am Main. Ihre vielfältigen Interessen und Talente lebte sie in unterschiedlichen Studiengängen aus, welche sie schließlich zu einer Tätigkeit als HR-Chefin in einem mittelgroßen IT-Unternehmen führten. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn am Balaton in Gyenesdiás, direkt neben Keszthely und hilft mit ihrer Auswanderungs-Agentur (www.halloungarn.com) anderen Deutschsprachigen, die nach Ungarn auswandern.

 

Weitere Teile der BZ-Serie „Nach Ungarn ausgewandert“:

BZ Magazin 6/2021: Kabarettist Detlev Schönauer

BZ Magazin 18/2022: Ehemalige Kommunalpolitikerin Christiane Wichmann

BZ Magazin 19/2022: Webdesignerin und Biografin Emily Paersch

BZ Magazin 20/2022: Gesundheitsberaterin Dorothea Heinzel

BZ Magazin 21/2022: Zweifache Mutter Conny S.

BZ Magazin 22/2022: Ehemaliger Polizist Klaus Kauder

BZ Magazin 01/2023: Marketingexperte Viktor Végh

21 Antworten auf “Die beste Entscheidung unseres Lebens

  1. Die Corona-Schikanen waren in Deutschland viel zu viel, mit großem Schaden ohne Nutzen, zwecks Totalitarismus und Raffgier der Pharmakonzerne, die die “Gesundheitspolitik” diktieren, aber nicht für die Volksgesundheit.
    Bald kann sich in Deutschland niemand mehr privat so positionieren, dass ihn die Defizite nicht tangieren, wenn er sie überhaupt wahrnimmt, und das bemerken ja nur wenige.
    Heute ist Ungarn die bessere Welt, Deutschland aber nicht mehr.
    Am Plattensee kann ich es nicht beurteilen; in der Branau brauchte ich auch ohne Sprachkenntnis keine Agentur zu meiner Hilfe, nur einen Makler. Wenn ich Rat brauche, kann ich einige Ungarndeutsche fragen.
    Die positiven Urteile über Ungarn sind richtig. Und die Kita in Deutschland sind ja wohl nicht mehr ratsam, auch nicht die dortigen Schulen, und denen kann man sich ja nur durch Auswanderung entziehen.

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  2. Auch an Ungarn wird vieles Beschönigt. Wenn Ungarn es schaffen würde, sein Bildungs- und Gesundheitssystem auf eine höhere Stufe zu stellen, dann könnte das Land aus gutem Grund zum Land für sehr attraktive Einwanderung werden, da es viele deutsche Dummheiten hier nicht gibt. Stichwort männliche Moslems. Erster Schritt aber : Passable Lehrergehälter und die Ablöse von Ministerpräsident Orbán durch jüngere Politiker. Fidesz hat mit Judit Varga und Katalin Novák zwei intelligent-attraktive Alternativen zur gepökelten Fidesz-Schwarte.

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    1. In diesen aufgewühlten Zeiten sind erfahrene Politiker besser als junge Menschen, die auch gerne mal experimentieren oder den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Man muss ihnen das nicht übel nehmen, aber wir sollten mit euphorischen jungen Führungskräften noch ein wenig abwarten, bis Europa in ruhigerem Fahrwasser unterwegs ist.

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  3. Hallo.
    Wir leben seit 2 Jahren in der Baranya.
    Als 2015 die Truhe der Pandora geöffnet wurde, haben wir uns überlegt wie wir uns verändern.
    Wir haben 4 Jahre viele Informationen über die Länder welche für uns in Frage kamen, gesammelt.
    Nach Monate langen Diskussionen, haben wir uns dann für Ungarn entschieden
    Aus heutiger Sicht war es die beste Entscheidung unseres Lebens.
    Unser Hausarzt hat an Uni studiert,wo meine Frau 30 Jahre gearbeitet hat, er ist super.
    Alle unsere Ärzte sprechen Deutsch oder Englisch.
    Die medizinische Versorgung ist sehr gut.
    Wir gehen seit 14 Monate in den ungarischen Unterricht, mittlerweile können wir uns auch sehr gut verständigen.
    Hier gibt’s keine Migranten, keine Diskussion über Impfstatus, die Ungarn sind sehr tolerant.
    Regeln gibt es überall auf der Welt.
    Was sehr wichtig ist, wir benötigen hier im Monat so viel Geld für sämtliche Kosten, wir wir in Deutschland für die Bewirtschaftung unseres Hauses hatten.

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  4. Freut mich wenn es euch hier gefällt. Ging mir auch anfangs so, als ich hier herzog.
    Gutes Wetter, gute Preise für Immob. Energie, Lebensmittel, Zahnarzt und KFZ-Werkstatt.
    Kaum Kriminalität, keine Anmache oder Neid und keine islamistischen Großfamilien, dafür
    aber auch kein gutes Döner! Ebenso keine griechischen oder thailändischen Restaurants (außer wenige in Budapest). Und sehr schlechte Luft wegen der vielen Dieselautos und Holzöfen. Ungarn ist ein sehr kleines, unbedeutendes Entwicklungsland in der EU und bekommt seit 10 Jahren große EU-Subventionen, von denen der rechtsnationale Herr Orban immer einiges abzweigt um seine Freunde und Familienmitglieder gütlich zu versorgen. Ein Lehrer bekommt hier 500 EU Brutto, während Aldi ca. 1000 EU zahlt. Asylbewerber sind hier nicht gern gesehen und das Wort Nachbarschaftshilfe kennt man hier nicht (Ukraine), allenfalls wurden ungarische Siedler aus den Karparten hier aufgenommen, die nicht an der Front sterben wollten.

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    1. Hallo Roman,
      ich weis nicht wo du in Ungarn lebst.
      Bei uns stinkt es nicht nach Holzöfen, auch nicht nach Diesel.
      Ich habe hier 90% ungarische Freunde wen ich Hilfe benötige ist immer jemand zur Hand, alles Ungarn keine Deutschen.
      Mein Frau und ich können sehr gut kochen, wir brauchen keinen Döner ect.
      Wenn wir essen gehen, dann ungarisch oder wir fahren nach Kroatien ( 10 Minuten),
      oder nach Serbien ( eine Stunde).
      Zu deiner Aussage, Ungarn sei ein unbedeutendes Entwicklungsland in der EU.
      Entweder bist du struns dumm, oder immer besoffen.
      Wenn du dich hier auskennen würdest,
      würdest keine solchen Aussagen machen.
      Hier ist nicht alles Gold was glänzt, aber Deutschland könnte sie an sehr vielem eine dicke Scheibe abschneiden.
      Offensichtlich hast du auch keine Ahnung über die Einkommen hier, der Mindestlohn beträgt, je nach Kurs ca 500 Euro.
      Ich habe hier Freunde die verdienen ca 2000 Euro pro Monat.
      Bei uns im Komitat wurden ca 50000 Ha Industrie Bauland an deutsche Firmen verkauft.

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  5. Das Wort “Nachbarschaftshilfe” kennt man nicht … das ist aus der Luft gegriffener Unsinn. Ich war erst 2 Monate da und mir wurde an Weihnachten und an Silvester ein wirklich wunderbares Essen (komplett mit Nachtisch) von der Nachbarin reingereicht. Die Nachbarn helfen sofort und springen rüber in meinen Garten um mir die Säge aus der Hand zu nehmen. Die Hilfsbereitschaft ist unglaublich groß.
    Meine Nachbarn haben Sonnenkollektoren auf dem Dach, obwohl sie ganz normale Leute sind (also nicht reich). Die Straßen sind in einem sehr guten Zustand, die Ortschaften sind gepflegt. Das Land ist im Aufbruch.

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    1. Hallo Elli,
      ganz genau so ist es uns auch ergangen.
      Wir haben uns bewusst für ungarische Freunde entschieden, wir haben ein Pärchen aus Deutschland, sie wohnen 25 Kilometer von uns weg, wir kennen sie seit 18 Jahren.
      Es kommen im Frühjahr noch mehr Freude aus Deutschland, sie suchen alle eine neue Heimat, das sind ware Freunde.
      Der Rest der Deutschen sind lediglich Bekannte.
      Desweiteren haben wir hier Ersatz Eltern gefunden, sie haben uns , bildlich gesehen, an die Hand genommen und gehen gelernt.

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  6. Liebe Elli, lieber Christopf,

    Ich zitiere aus “Ungarnheute”
    “Die Luftqualität hat sich in ganz Ungarn aufgrund der hohen Feinstaubbelastung verschlechtert, teilte das Nationale Volksgesundheitszentrum (NNK) am Dienstag mit. NNK erklärte die Luftqualität in Putnok im Nordosten Ungarns sogar für „gefährlich“.

    Die Luftqualität hat sich in mehreren Städten im ganzen Land, darunter in Kazincbarcika, Miskolc, Pécs und Várpalota, auf ein ungesundes Niveau verschlechtert, sagte NNK am Dienstag.”

    Ebenso schätze ich das es 1% Gasautos, 10 % Eletroautos, 30% Benziner und 60% Dieselautos hier gibt. Dazu kommen alle Volanbusse, LKWs und Kastenwagen von UPS DHL etc. als Diesel.

    Und liebe Elli, ich meinte nicht die ungarischen Nachbarn sondern habe ganz bewußt von dem Land Ukraine gesprochen. Schau mal was die Polen alles für die Ukrainer getan haben.

    Euch noch einen schönen Tag wünscht der Roman

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    1. Das Thema “Luftqualität” dürfte kein anhaltender Zustand sein. Ich habe bei uns im Westen von Somogy festgestellt, dass jeder Wetterumschwung mit spürbaren Winden eingeläutet wird. Man kann die Uhr danach stellen. Und diese Winde sorgen für eine Durchmischung mit frischer Luft. Ich glaube nicht, dass eine drückende Luftsituation von anhaltender Dauer ist. Anders herum gesagt, wenn es mal einen Tag nicht so doll ist dann braucht man sich keine Sorgen zu machen. Das ändert sich in kürze. Hier und da schwadern mal Dunstglocken über die Straße, weil etwas verbrannt wird, aber das ist kein Grund zur Sorge.

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      1. Es ist, wie Sie sagen.
        Übrigens: Wenn die Luft wegen einer Großwetterlage dauerhaft schlecht ist, berichten wir darüber. Das geschieht überwiegend in der Heizsaison, wenn neblig-feuchte Luft nach unten drückt und der Wind fehlt, um den Qualm aus den Schornsteinen wegzuwehen.
        Tatsache ist dabei: Je ärmer die Gegend, umso größer der Smog. Es sterben in Ungarn auch viel zu viele Menschen vorzeitig an der schlechten Luft. Freilich nicht so viele, wie in England und speziell im Großraum London.

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    1. Hallo Katharina,
      einen Kontakt aufnehmen wäre für uns kein Problem.
      Geschäftsidee benötigen wir defakto keine.
      Wir leben hier zu über 90 % Autark.
      Wir kaufen kein Fleisch, kein Gemüse kein Salat.
      Wir kaufen nur Lebensmittel die wir selbst nicht, oder mit sehr großem Aufwand herstellen können.
      Wir haben 7000 Quadratmeter Grundstück, riesen Garten, im Frühjahr haben wir immer über 100 Tiere, desweiteren machen wir noch Hausverwaltung für deutsche Hauseigentümer, welche hier nur im Sommer zum Urlaub kommen..
      Wenn du Kontakt möchtest können wir Tel. Nr. tauschen

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      1. Hi Ihr Beiden, bin ab März in Ungarn… wenn Ihr mögt, könnten wir uns auch auf einen Kaffee treffen.. werde in Cserszegtomaj wohnen, also bei Euch um die Ecke… Mit der Geschäftsidee meinte ich, daß ich eine Idee habe, was ich in Ungarn tun möchte und was Auswanderer benötigen. Würde gut mit der Relocation Idee zusammen passen… Liebe Grüße Katharina

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      2. Hallo Christoph,
        deine Berichterstattung klingt wirklich sehr interessant und positiv.
        Ich habe auch eine Idee (die aber noch ganz am Anfang steht), daher würde ich mich liebend gern nächstes Jahr mal melden, wenn ich nach Ungarn komme.
        Wenn das möglich ist, dann kann ich noch eine E-Mailadresse senden.
        Herzliche Grüße
        Kerstin

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          1. Herzlichen Dank, ihr seid echt sehr aufgeschlossen und hilfsbereit.
            Wenn alles nach Plan läuft, dann werde ich im April/Mai nach Ungarn kommen, um zu schauen, ob meine Pläne realisierbar sind.
            Bis dahin wünsche ich euch eine gute und segensreiche Zeit 🙂
            Kerstin
            PS: Damit nicht jeder deine Mailadresse sieht, kannst du sie gern wieder löschen.

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