Béla Merkely, Rektor der Semmelweis-Universität: „Noch ein Lockdown wie im Frühjahr wird in Ungarn nicht machbar sein, wenngleich eine zweite Infektionswelle sehr wahrscheinlich ist.“ (Foto: MTI / Tamás Kovács)

Coronavirus

Zweite Welle kommt, aber ohne Lockdown 

„Noch ein Lockdown wie im Frühjahr wird in Ungarn nicht machbar sein, wenngleich eine zweite Infektionswelle sehr wahrscheinlich ist“, erklärte der Rektor der Semmelweis-Universität im Nachrichtenfernsehen ATV.

Béla Merkely erinnerte an die repräsentative Studie von vier Universitäten mit dem Statistikamt KSH, die eine erstaunlich schwache Aktivität des Coronavirus in der ersten Welle zeigte, mit landesweit nur rund 56.000 infizierten Personen. Der Professor begrüßte die Rückkehr zum „normalen“ Unterricht, jedoch unter strengeren Abstandsregelungen, mit Maskenpflicht und Hygienevorschriften.

Wenngleich die Infektionszahlen aktuell wieder steigen und allmählich 4.500 Ungarn positiv getestet wurden, gibt es hierzulande kaum noch Tote zu beklagen. Wie die offizielle Corona-Seite der Regierung neu nach Komitaten gegliedert ausweist, konzentrierten sich die knapp 600 Todesfälle neben der Hauptstadt auf die Komitate Pest, Fejér, Komárom-Esztergom und Zala. In einem Dutzend Komitaten gab es jeweils weniger als 10 Corona-Tote, in Békés, Hajdú-Bihar und Vas keinen einzigen. Im Monat Juli starben landesweit insgesamt nur 10 Ungarn an Covid-19, seit neun Tagen kein einziger mehr. Gesundheitsexperten erklären das u. a. damit, das mutierte Virus könnte zuletzt an Aggressivität verloren haben.

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