Coronavirus
Minister besorgt wegen mangelnder Disziplin
Dieser Artikel ist Teil unseres Bezahl-Angebots BZ+
Wenn Sie ein Abo von BZ+ abschließen, dann erhalten Sie innerhalb von 12 Stunden einen Benutzernamen und ein Passwort, mit denen Sie sich einmalig einloggen. Danach können Sie alle Artikel von BZ+ lesen. Außerdem erhalten Sie Zugang zu einigen speziellen, sich ständig erweiternden Angeboten für unsere Abonnenten.
Die Zahl der aktiven Corona-Patienten nimmt seit Anfang August auch hierzulande wieder zu, nachdem täglich im Schnitt mehr als 25 neue Infektionen registriert werden. Aktuell gelten 634 Ungarn als infiziert, unter denen freilich nur 64 in Krankenhäusern betreut werden müssen, davon 5 Personen an Beatmungsgeräten. Im Ergebnis von gut 365.000 Covid-19-Tests wurde bislang bei 4.768 Menschen eine Infektion belegt, von denen 605 verstarben. In den jüngsten Tagen hat sich die Lage insbesondere im Komitat Veszprém dynamisch entwickelt, nachdem sich das Coronavirus in der Kleinstadt Pápa stark ausbreitet. Auch im Nordosten mehren sich die positiven Fälle, überhaupt nur zwei Komitate gelten derzeit als virenfrei.
Derweil erklärten 55% der Ungarn, sie würden sich sehr wahrscheinlich impfen lassen. Die landesweit repräsentative Umfrage im Auftrag der Innovativen Arzneimittelhersteller (AIPM) zeigte zugleich, dass nur jeder Dritte mit einer Schutzimpfung innerhalb eines Jahres rechne. Eine frische Analyse der Semmelweis-Universität für den Monat Juli verrät, dass mittlerweile 44% der neu registrierten Corona-Fälle jünger als 40 Jahre sind. Der Anteil der besonders gefährdeten Altersklasse ab 60 Jahren fiel derweil auf 17% zurück. Die Gesundheitsexperten erklären dies mit vermehrten Auslandsreisen der wirtschaftlich aktiven Massen. Der für das Gesundheitswesen zuständige HR-Minister Miklós Kásler zeigte sich derweil auf Facebook besorgt, die Bevölkerung lasse es an der nötigen Disziplin missen. Sollten die aktiven Infektionszahlen wieder steigen, müssten die Behörden die Lockerungen überprüfen. (Jüngste Proben im Abwasser von Großstädten wiesen das Virus verstärkt nach, weshalb in wenigen Tagen mehr positive Tests wahrscheinlich werden.)
