Neues von der Corona-Front
Masken zu früh weggelassen?
Experten sind sich einig: Wenn sich die Pandemie in Westeuropa ungünstig entwickelt, wird das auch an Ungarn nicht spurlos vorübergehen. Die neuesten Omikron-Varianten weisen eine zunehmende Infektiosität auf, weshalb es angebracht wäre, in Innenräumen und bei Menschenansammlungen wieder zur Maskenpflicht zurückzukehren. Das gilt erst recht, weil die Grippewelle gerade erst an Fahrt aufgenommen hat. Während die Virologen von einer allgemeinen Maskenpflicht ausgehen, raten sie ausschließlich älteren Menschen und jenen Gefährdeten zur 4. Impfung, deren letzte Schutzimpfung vor mehr als sechs Monaten erfolgt ist.
MSZP: Nein zu russischen Impfstoffen!
Wegen des Ukraine-Kriegs fordert die MSZP die Regierung auf, den Lizenzvertrag mit den Russen für das neue Nationale Impfstoffwerk aufzukündigen. Russische Impfstoffe erhielten schon in der Vergangenheit keine Genehmigung der europäischen Behörden; das Putin-Russland dürfte das Image solcher Vakzine kaum anheben, meinen die Sozialisten. Es könne nur einen Grund geben, warum Ungarn in Debrecen russische Impfstoffe herstellen will – die private Bereicherung von Fidesz-Oligarchen. Das im Entstehen befindliche Werk dürfte den Steuerzahler mehr als 50 Mrd. Forint (über 130 Mio. Euro) kosten. Alle Anfragen zur Offenlegung von Details der Großinvestition blieben unbeantwortet, beklagt die Oppositionspartei.
Bei der ECDC zurückgestuft
Unterdessen ist ganz Ungarn bei der ECDC mit Stand Mitte März in einen weniger kritischen Zustand der Corona-Pandemie zurückgestuft worden (s. Karte), ähnlich wie Rumänien sowie weite Teile Kroatiens und Bulgariens. Einigermaßen erstaunlich erscheint, dass die niedrigsten Infektionszahlen derzeit aus Südpolen gemeldet werden. Dort strömen Millionen ukrainische Flüchtlinge ins Land, weshalb Experten vor neuen Corona-Ausbrüchen warnten. Auch Ungarn ist sich dieses Gesundheitsrisikos bewusst und bietet für alle Flüchtlinge aus dem Ukraine-Krieg kostenlose Gesundheitsleistungen einschließlich Schutzimpfungen an.

Im März ist die Zahl der aufgedeckten Neuinfektionen zunächst schrittweise unter 2.000 Fälle gerutscht, in den letzten Tagen stagnieren die Zahlen jedoch. Das trifft ebenso auf die klinischen Fälle zu, wo der Mitte Februar von einer Spitze um 5.000 Corona-Patienten einsetzende Abwärtstrend knapp oberhalb von 2.000 Patienten zum Stillstand kam. Auch die Todesfälle konnten im Verlaufe der letzten vier Wochen von 100 pro Tag halbiert werden, wollen aber nun nicht weiter sinken. Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich 1,825 Mio. Ungarn nachweislich mit dem Virus infiziert, 45.000 Menschen starben an und mit Covid-19. Für eine Impfung entschieden sich 6,4 Mio. Ungarn, die auffrischende Impfung erhielten 3,83 Mio. Ungarn und mittlerweile 240.000 überwiegend ältere Menschen bereits die vierte Schutzimpfung.
