Neues von der Corona-Front
Impfkampagne für Schüler kommt
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Die Aktion richtet sich an Schüler zwischen 12 und 17 Jahren, die ab Beginn des neuen Schuljahres am 1. September den Impfstoff von Pfizer-BioNTech aufnehmen können. Impfwillige Kinder ab 12 Jahren können durch ihre Eltern bereits seit Juni registriert werden. Nahezu 200.000 Teenager wurden seither angemeldet, unter denen 162.000 mittlerweile mindestens eine Impfung erhalten haben. Die Impfaktion in den Schulen richtet sich an jene, die aus gleich welchem Grund keinen Impftermin im Internet vereinbaren konnten. Die Erstimpfung durch Schul- und Hausärzte findet am 30./31. August bzw. 2./3. September, die Zweitimpfung drei Wochen später statt.
30 Busunglücke am Tag
Experten warnen, die 4. Welle werde vor allem jüngere Menschen treffen. Nachdem die Viruskonzentration im Abwasser in drei Städten (Tatabánya, Szolnok, Békéscsaba) markant zugenommen hat, rät János Szlávik zu Vorsichtsmaßnahmen, um den Vormarsch der Delta-Variante zu stoppen. Dazu könnte die Rückkehr zur Maskenpflicht gehören, meint der Infektiologe. Eine neuerliche Überlastung der Krankenhäuser befürchtet er nicht, da die Älteren weitgehend durchgeimpft sind, während für die Jüngeren weniger schwere Krankheitsverläufe charakteristisch seien.

Die gesunkene Impfbereitschaft sieht der Chefarzt des Hatvaner Krankenhauses kritisch. Gábor Zacher macht den Beginn der 4. Welle am Schulstart fest (mit einer zeitlichen Verzögerung von 2-3 Wochen); die Impfkampagne für die Teenager empfindet er als verspätet. Mit Hinweis auf den schweren Busunfall dieser Tage erinnerte er daran, auf dem Höhepunkt der 3. Welle seien so viele Ungarn gestorben, als hätten sich täglich 30 derartig schwere Busunglücke ereignet.
Laborerfolge in Ungarn
Die Delta-Variante wurde in ungarischen Labors erstmals im Mai nachgewiesen; seither nimmt ihr Anteil an den positiven Tests stetig zu. In den letzten zwei Wochen vermerkte das Volksgesundheitszentrum (NNK) jeweils rund 60 Delta-Fälle. Unterdessen hat das Privatlabor TritonLabs eine völlig neuartige Variante von SARS-CoV-2 identifiziert, faktisch eine Kombination aus der britischen Alpha- und der indischen Delta-Variante (C.36.3). Diese zuerst bei Einreisenden aus Ägypten in Thailand entdeckte Variante wurde in Ungarn bisher nicht gemeldet.

TritonLabs
Offenbar einen Durchbruch haben ungarische Forscher hinsichtlich des Wirkstoffs Azelastin erzielt. Virologen der Universität Pécs untersuchten gemeinsam mit der Cebina GmbH in Wien und der Ursapharm Arzneimittel GmbH aus Saarbrücken die Wirksamkeit von Nasensprays gegen das Coronavirus. Klinische Tests der Phase II haben nun vielversprechende Ergebnisse gebracht. Das Landeslabor für Virologie unter Leitung von Prof. Ferenc Jakab, einer der Gesundheitsberater von Ministerpräsident Viktor Orbán in der Corona-Krise, nahm an den Testreihen teil. Mit diesen sollte nachgewiesen werden, dass gewöhnlich gegen Allergien eingesetzte Nasensprays mit Azelastin-Hydrochlorid das Coronavirus daran hindern, sich in der Nasenschleimhaut zu vermehren. Der Professor sprach in diesem Zusammenhang von einer möglichen Revolutionierung der Covid-19-Behandlung.
R-Wert wieder über eins
Die Reproduktionszahl (R-Wert) dürfte wieder über 1 angelangt sein. Noch liegen die Corona-Zahlen niedrig, die Zahl der Neuinfektionen hat aber bereits wieder den Stand von Ende Juni erreicht. Die Gesundheitsbehörden passen die Zahl der Tests bekanntlich dynamisch dem Infektionsgeschehen an. Nichtsdestotrotz liegt der Anteil positiver Tests bei einer insgesamt steigenden Zahl von Proben erstmals im Sommer wieder über 1%. Immer mehr Experten warnen angesichts der bevorstehenden Massenaufläufe zum 20. August bzw. zum Eucharistischen Weltkongress Anfang September sowie wegen des Schulstarts vor explodierenden Infektionszahlen.
Bei Todes- und schweren Krankheitsfällen halten sich die Zahlen vorerst stabil niedrig. Vollständig geimpft sind 56,5% der Bevölkerung, gut 58% haben eine Impfung aufgenommen, knapp 150.000 Personen erhielten mittlerweile die Auffrischungsimpfung.
