Entspanntes, maskenfreies Publikum am 21. August vor der Budapester Szent István-Basilika bei einem Konzert der Mandoki Soulmates. Foto: BZ/ Jan Mainka

ECFR-Studie

Ungarn fühlen sich am freiesten

Die Corona-Pandemie hat zu deutlichen Bruchlinien zwischen Regionen und Generationen geführt. Das ist das Fazit einer Studie der Denkfabrik European Council on Foreign Relations (ECFR) in zwölf europäischen Ländern.

Aus ungarischer Sicht besonders bemerkenswert: Während sich Deutsche und Österreicher im Zusammenhang mit Covid-19 „unfreier“ fühlen, erscheint das Freiheitsgefühl der Ungarn am wenigsten eingeschränkt. Ihre individuelle Freiheit fühlten laut der ECFR-Studie ganze 22% der Befragten über alle Länder hinweg nicht eingeschränkt – vor zwei Jahren waren das noch 64%!

Ungeachtet der durch das Virus provozierten Restriktionen fühlen sich weiterhin 41% der Ungarn frei, gefolgt von Spaniern, Bulgaren und Dänen. Deutschland führt derweil die gegenteilige Liste an, mit 49% Befragter, die nicht mehr „in der Lage seien, ihr tägliches Leben so zu gestalten, wie sie es für richtig halten“. Nur 11% der Deutschen sehen keine Auswirkungen des Virus auf die persönliche Freiheit. In Österreich verhält es sich mit 42 zu 15% nicht viel besser.

Pandemie als „Zuschauersport“

Das ECFR konstatiert, wirtschaftlich Leidtragende würden eher skeptisch gegenüber den Maßnahmen ihrer Regierungen eingestellt sein. Im Süden und Osten Europas habe die Pandemie derweil weit mehr Menschen beeinträchtigt, entweder weil sie direkt von Krankheit betroffen waren oder weil sie die wirtschaftlichen Folgen verkraften mussten.

Im Norden und Westen Europas empfanden viele die Pandemie als eine Art „Zuschauersport“. So meinten in Dänemark gleich 72%, die Pandemie habe sie „überhaupt nicht betroffen“, in Österreich immerhin noch 51%. In Ungarn gaben derweil 65% der Befragten persönliche Belastungen an.

ECFR
Quelle: ECFR

Konflikt der Generationen

Deutlich zutage trat der Generationenkonflikt: Nahezu zwei von drei Älteren über 60 Jahren meinten, keine persönlichen Nachteile durch die Pandemie erlebt zu haben. Bei den unter 30-Jährigen sank dieser Anteil auf 43%. Jüngere seien zudem eher geneigt, staatlich verordnete Einschränkungen in Frage zu stellen, resümiert der ECFR.

3 Antworten auf “Ungarn fühlen sich am freiesten

  1. Wenn man sein Studium an der Semmelweis Universität zwei Jahre vor Abschluss abbrechen muss, weil man sich nicht entschlossen hat, an der Studie der mit Notfallzulassung verabreichten Injektion teilzunehmen, kann das Gefühl der Freiheit in Ungarn sehr auf Illusionen beruhen.
    Wenn jetzt die Europäische Kommission mitteilt, dass die Haftung für Impfschäden bei Verabreichung der dritten Injektion auf die Länder übergeht (während die Hersteller von jeglicher Haftung entbunden wurden), dann sollte das zu Denken geben. Der Fall Japan zeigt, dass es brisante Fragen zu den Inhaltsstoffen gibt.

  2. “Das ist das Fazit einer Studie der Denkfabrik European Council on Foreign Relations (ECFR) in zwölf europäischen Ländern.”
    Es sollte betont werden, dass es sich um eine aktuelle Momentaufnahme handelt! Was im Winter die Leute sagen, ist wieder was anderes. Trotzdem: insgesamt ist Ungarn besser durch die Krise gekommen, als der EU-Schnitt. Man sieht es eben auch am Wirtschaftswachstum.

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