Budapester Verkehrsbetriebe
Korruptionsskandal zieht Kreise
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Am Montagnachmittag gab Karácsony der Aufforderung der Fraktionen nach und entließ Tibor Bolla aus seiner Position als CEO der Budapester Verkehrsbetriebe (BKV). „Dies ist ein notwendiger, aber zu spät erfolgter Schritt, der die Verantwortung des OB in diesem Fall nicht mindert“, kommentierte die Tisza-Fraktion. Man bezeichnete es als unverständlich, dass Karácsony trotz zahlreicher, allgemein bekannter verdächtiger Fälle seit 2019 der BKV-Führung kontinuierlich Vertrauen schenkte und erst jetzt, aufgrund eines am Montag veröffentlichten investigativen Artikels, erkannte, wie stark die Gesellschaft von Korruption durchwoben ist. Angesichts des Artikels forderten am Nachmittag bereits alle politischen Parteien den Rücktritt von Bolla.
In dem Artikel heißt es, dass Bolla enge Verbindungen zu Verbrecherbanden gehabt haben soll, die als professionelle „Rechnungsfabriken“ agierten. Es besteht der Verdacht, dass durch einen IT-Dienstleister überhöhte Rechnungen an die BKV ausgestellt wurden. Bolla habe Kontakt zu Zsolt F., der bereits vor 2019 wegen Steuerbetrug in einer kriminellen Vereinigung angeklagt wurde. Eine Stellungnahme von Bolla zu den Anschuldigungen steht bislang aus.
Ein Beschluss der Hauptstädtischen Bürgerschaft im April, bei dem fast zwei Drittel der Abgeordneten ihr Misstrauen gegenüber der Geschäftsleitung zum Ausdruck brachten, wurde von Karácsony einfach ignoriert. Er wollte zudem mit aller Macht Bolla im Amt halten. Der Tisza-Partei zufolge müsse der OB dafür die Verantwortung übernehmen. Zudem müsse er die Voraussetzungen für eine offene, fachliche Ausschreibung für die neue Geschäftsführung der BKV schaffen.
