Wirtschaft und Gesellschaft droht ein Stillstand, der selbst noch den Corona-Notstand in den Schatten stellen könnte. Foto: MTI/ Zsolt Czeglédi

Sonderweg in der Energiekrise?

Das Land am Leben erhalten

Europaweit drückt die Politik gerade die Realwirtschaft an die Wand. Der Grund sind irrational steigende Gas- und Strompreise. Wer deshalb einen heißen Winter prophezeite, hat übersehen, dass es viele Betriebe erst gar nicht mehr bis dahin schaffen. Der Gesellschaft drohen Erschütterungen bis in ihre Grundfesten.
BZ+
11. September 2022 9:25

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24 Antworten auf “Das Land am Leben erhalten

  1. Die Hofreiter und Baerbocks werden Europa mit Sicherheit in den wirtschaftlichen und politischen Zusammenbruch führen. Sie sind nicht einmal zu kurzfristig angezeigten Handlungen in der Lage.
    Für ganz Europa gilt:
    “Wer deshalb einen heißen Winter prophezeite, hat übersehen, dass es viele Betriebe erst gar nicht mehr bis dahin schaffen.”
    Im Januar werden es die meisten sehen und und den Sturm auf die Bastillen in Berlin und Brüssel, Paris und sogar London entfesseln!

  2. Die “irrational steigende Gas- und Strompreise” werden nicht von der Politik festgelegt – solche Festlegungen gibt es nur in Ungarn. 😉

    Mit seinem Angriffskrieg hat Putin eine Krise heraufbeschworen, die eine Entwicklung noch verstärkt hatte:
    Die Inflation war schon vor dem Beginn des russischen Angriffskrieges hoch.
    Orban hatte schon 2021 mit den Preisdiktaten begonnen – und dann im Wahlkampf mit satten Wahlgeschenken die Inflation noch weiter angeheizt.
    Also richtig: Die Politik wirkt auf die Wirtschaft ein.
    Und nun liegt die Inflationsrate in Ungarn weit über der in der Euro-Zone.

    Eine Wahrheit ist aber eben auch, dass eine hohe Inflation durch ein reduziertes Wirtschaftswachstum und auch eine kurzzeitige Rezession gebremst wird.
    Wenn die Notenbanken die Leitzinsen erhöhen und ihre Geldpolitik straffen, hat dies genau diesen Effekt und eben auch dieses Ziel.

    Dabei wird die Realwirtschaft nicht an die Wand gefahren, sondern wieder ein notwendiges Gleichgewicht hergestellt.

    1. Westeuropa hat mit seinem Eigentor der Sanktionen nun die irrational steigenden Preise zu verantworten und hat das Dilemma heraufbeschworen, und Mitteleuropa läßt das größtenteils mit sich machen. Da meinen Sie, das sei Pflicht. Aber die USA tun es heuchlerischerweise nicht ebenso!

      1. US-Unternehmen haben sich aus Russland zurückgezogen und die US-Regierung hat ebenso Sanktionen verhängt.
        Wie zu Sowjet-Zeiten dürfen die Russen nun russische Burger verspeißen und russische Filme im Kino anschauen.
        Es sind auch die USA, die die Ukraine hauptsächlich unterstützen.

      2. Europa hat (Drutschlsnd) ein Nord2 gebaut. Es ist fertig.. Die USA hat verboten die zu nutzen. Die wollten die Energiehohheit uber die EU haben. Und die EU bestand aus Schlappschwänze und kaufen sie kein Gas durch die nagelneue Leitung.
        Und jammern. Und bedienen die USA Wunsche mit Unterwerfung.
        Die ganze Welt sieht, wie die USA die EU versklavt.

          1. Die hohe Abhängigkeit, in der sich D und auch A begeben hatten, gilt es nun zu überwinden.
            Das ist eine Krise der Umstellung und daher auch in absehbarer Zeit überwunden.
            Die Inflation lässt sich leider nur bremsen, indem das Wirtschaftswachstum gebremst wird. Aber auch dies ist kein Weltuntergang – zumal die Arbeitslosigkeit niedrig bleibt.

    2. Gleich am Anfang stand: “Europaweit drückt die Politik gerade die Realwirtschaft an die Wand. Der Grund sind irrational steigende Gas- und Strompreise.”
      Daraus machen Sie: Die “irrational steigenden Gas- und Strompreise” werden nicht von der Politik festgelegt.
      Sag bloß! Da wäre außer Ihnen nie jemand anderes drauf gestoßen. Ihre Schlussfolgerungen sind – wie so häufig – fernab jeder Logik.
      Am Ende sind Sie dann selber bei den Notenbanken angelangt, die in Ihrer Welt nur immer das Richtige tun (tun sie natürlich nicht) und nur “heilend” auf die Wirtschaft einwirken. Träumen Sie weiter!

      1. Es hat nichts mit heilend zu tun, dass Leitzinserhöhungen nun einmal den Effekt haben, das Wirtschaftswachstum zu bremsen.
        Und geringes Wirtschaftswachstum bedeutet auch geringere Nachfrage.
        Geringere Nachfrage führt zu sinkenden Preisen.

        Dies sind Marktmechanismen.

        Dies gilt auch für den preistreibende Wirkung, wenn eine Regierung in einer Phase sich erholender Konjunktur (nach der Corona-Krise) und anziehender Inflation auch noch Staatskredite aufnimmt und Wahlgeschenke verteilt.

        Die Realwirtschaft wird nicht an die Wand gedrückt, sondern ist nun nur gezwungen, sich auf neue Gegebenheiten einzustellen. Greift der Staat nicht in dem Maße ein, wie in Ungarn, passt sich die Wirtschaft recht schnell an – dies zeigt die Vergangenheit.

        Nun erfolgt in Deutschland eben die Umstellung von Gas auf andere Energieträger schneller, da der Preis den Markt lenkt.
        Die Orban Regierung nimmt durch die Subventionen den Anreiz zur Umstellung und zögert alles nur heraus.
        Heizungsbauer haben in Deutschland jedenfalls z.B. nun Hochkonjunktur.

        Die Orban Regierung sollte sich mit staatlichen Unterstützungen auf die Menschen mit niedrigem Einkommen konzentrieren und staatliche Eingriffe in die Marktwirtschaft minimieren.
        Die Mittel- und Oberschicht in Ungarn benötigt nicht staatliche Hilfe, denn diese kann in Tarifverhandlungen einen Ausgleich für die höheren Preise erwirken.

          1. Auch wenn dies hart klingen mag, aber es hat auch einen reinigenden Effekt, wenn Firmen, die einer solchen Krise nicht gewachsen sind, dicht machen.
            Es gibt sowieso reichlich Zombi-Firmen, die aufgrund der Corona-Insolvenzregeln noch nicht dicht gemacht haben.

            Auch im Wirtschaftsleben gelten die Regeln der Evolution.

            Eine Sache ist doch sehr beruhigend:
            Der Arbeitskräftemangel lässt die Arbeitslosenzahlen nicht steigen. Das ist die beste Basis für einen Aufschwung nach der Krise.

            1. „Hätten wir die Staatshilfe schneller bekommen, wären wir jetzt nicht zahlungsunfähig“, sagt Hakle-Chef Volker Jung. Er nennt auch die Höhe des Betrages, der dem Unternehmen seiner Meinung nach zugestanden hätte, um steigende Energiekosten zu decken.
              https://www.welt.de/wirtschaft/article241009411/Toilettenpapierhersteller-Hakle-macht-Staat-fuer-Insolvenz-mitverantwortlich.html
              Sicher auch eine Ihrer Zombie-Firmen.
              Entweder sind Sie beschämend kaltherzig, oder Sie leben in einer Blase, fernab jeder Realität.

              1. Oh ja – eine solide Firma kann auch ohne staatliche Hilfe solche kurzzeitigen Sonderbelastungen abfedern.
                Zumal gerade in Corona-Zeiten Hakle gut verdient hatte.

                Was soll das übrigens mit “kaltherzig”?
                Ist eine GmbH nun plötzlich ein Schmußehündchen?
                Nein – ich vergieße wegen der Crosslantic Fund I GmbH & Co KG und der Jung.Inv GmbH kein Träne. Denen gehört seit 2019 die Hakle Holding GmbH.
                Wo sind denn deren Überbrückungskredite?

                Hakle hatte in den Jahren von 2015 bis 2019 Verluste geschrieben.
                Corona bescherte Hakle 2020 durch die Hamsterkäufe einen Gewinn.
                Nun aber horten die Leute eben kein Toilettenpapier mehr.

                1. War schon klar, dass Sie sich an Hakle abarbeiten werden.
                  Zombie-Firmen sind dennoch was ganz anderes.
                  Wenn in Ungarn demnächst reihenweise Restaurants, Hallenbäder, Bäcker etc. schließen, dämmert es vielleicht auch in Ihrem Stübchen.

                  1. Und übrig bleiben dann die guten Restaurants, Bäcker etc., die für ihre Produkte rentable Preise verlangen können.

                    Warum heulen Sie denn eigentlich Firmen nach, die eine Krisenperiode nicht überstehen können?
                    Es gibt doch sowieso großen Personalmangel, da wird es zwangsläufig zu einer Marktbereinigung kommen müssen.
                    Wenn ich um 10 Uhr von der Bedienung gesagt bekomme, dass es Frühstück erst ab 11 Uhr gibt, stört es mich nicht, wenn das Restaurant seinen Besitzer wechseln muss oder gar schließt.

                    1. “Warum heulen Sie denn eigentlich Firmen nach, die eine Krisenperiode nicht überstehen können?”

                      In Europa wird es dann sehr viele treffen, nicht nur energieintensive wie Glas- und metallverabeitende Firmen, Bäcker, Metzger – oder die großen Stahlkocher, die es auch in NRW und im Norden noch gibt. Es wird also der größte Zusammenbruch einer Wirtschaft sein, den Europa seit langem erlebt hat. Andere Regionen des Globus sehen ihre Chance und dann dafür sorgen, dass die EU nicht mehr die Kraft zur Modernisierung aufbringt. Solche Phasen benötigen viel Intelligenz und Energie.

                      Für solche Typen wie Hatzig gibt es Hakle-Feucht!

                    2. Herr Dr. Mókus,
                      ich kann – ähnlich wie Sie – beschränkte Sichtweisen wie bei unserem Hakle-Feucht-Helden nicht nachvollziehen. Die Wirtschaft wird sehenden Auges an die Wand gefahren, noch härter aber trifft es die Gesellschaft. Für Leute seines Schlages sind es demnach auch die Städte, die halt mal eine Krise brauchen, um in der Evolution voranzukommen.
                      Für den OB einer in Ungarn als “reich” anzusehenden Stadt ist es schon eine traurige Aussage, wenn er sagen muss: “Heute lautet eine der dringendsten Fragen, wie Kindergärten, Ambulanzen oder Seniorenheime beheizt werden sollen.”

                    3. Gar nichts wird von irgend jemandem an die Wand gefahren.
                      Insolvenzen gehören zu einer freien Marktwirtschaft.
                      Krisen bewirken dabei eine Auslese.
                      Aufgrund des Arbeitskräftemangels sind diese Insolvenzen auch gesamtwirtschaftlich und gesellschaftlich leichter zu verkraften.

                      Wenn einen ungarische Stadt die Kindergärten, Ambulanzen oder Seniorenheime nicht beheizen kann, ist das Problem bei der Verteilung der Steuereinnahmen zu suchen – sprich der von der Orban Regierung zu verantwortenden Staatsfinanzen.

  3. Vollkommen lächerlich, etwas anderes zu denken, als dass die Chaotenregierung in Berlin etwas anderes vorhätte, als die Deindustrialisierung. Sie sagen es selber auf die eine oder andere Weise. Man muss nur aufmerksam sein. Aber eigentlich weiß es jeder. Die extremen Gaspreise dienen momentan ihrer Ideologie, sie nutzen die Gunst der Stunde. Die anderen werden es auch. Die Preise in dieser Größenordnung sind maßgeblich verantwortet durch die Politik.

    https://www.tichyseinblick.de/meinungen/die-deindustrialisierung-deutschlands-hat-begonnen/

    1. “In Frankreich ist den Industrieunternehmen der direkte Zugang zum preiswerten Kernenergiestrom erlaubt. Für rund 4,5 Cent pro Kilowattstunde können Industrieunternehmen insgesamt 120 Terawattstunden, 25 Prozent der französischen Erzeugung, vornehmlich aus Kernkraftwerken, beziehen. Die EU-Kommission hatte eine solche Vorgehensweise schon 2010 abgesegnet.”
      Unglaublich, was in der EU alles geht.

    2. Witzig, was man sich bei, tichy so alles zusammendichtet.

      Heute ging es jedenfalls an den deutschen Börsen kräftig nach oben. Gerade die Industriewerte waren sehr gefragt.
      Geht man nach den Tichy-Märchen setzen all die Investoren also auf Pferde, die den Weg in den Schlachthof angetreten haben. 🙂 😀

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