120 Jahre St.-Stephans-Basilika / Kardinal Erdő
„Lebendiger Ort des Glaubens“
Hauptzelebrant der Jubiläumsmesse war Kardinal Péter Erdő, Erzbischof von Esztergom-Budapest.
Verweis tief in die Frühzeit des ungarischen Christentums
In seiner Predigt betonte er, dass man an diesem Tag nicht nur einem historischen Bauwerk danke, sondern einem „lebendigen Ort des Glaubens“. An der Messe nahmen zahlreiche ungarische Bischöfe sowie Erzabt Michael Wallace Banach, Apostolischer Nuntius in Ungarn, teil.
In seiner Begrüßung sprach Weihbischof Gábor Mohos, Pfarrer der Basilika, von einem „Heimkommen“ des Kardinals: Erdő habe seine priesterliche Laufbahn in diesem Kirchenraum begonnen. Die Basilika sei zwar erst 120 Jahre alt, mit der Reliquie der Heiligen Rechten verweise sie jedoch tief in die Frühzeit des ungarischen Christentums.
Mohos erinnerte daran, dass der ursprüngliche Bau als Stadtpfarrkirche geplant war, die spätere Entwicklung führte jedoch durch eine „göttliche Fügung” zum bedeutendsten katholischen Symbolbau der ungarischen Hauptstadt. Als Zeichen der Verbundenheit überreichte die Gemeinde dem Kardinal eine Miniatur des zentralen St.-Stephans-Altars.
Architektonische Vollendung der Basilika
In seiner Predigt zeichnete Erdő die Geschichte der Basilika als „Abfolge von Kriegen, Zerstörungen und Neubeginn“ nach. Der Bau sei nicht nur restauriert, sondern durch jüngste Ergänzungen – darunter ein farbiges Glasfenster nach historischem Entwurf – architektonisch vollendet worden. Die Basilika ist heute ein kultureller und touristischer Anziehungspunkt, bleibt aber vor allem ein geistliches Zentrum der Kirche in Ungarn: ein Ort großer Weihefeiern, ein Erinnerungsort des Internationalen Eucharistischen Kongresses 2021 und ein Schauplatz der jährlichen Prozession mit der Heiligen Rechten.

Der Kardinal rief die Gläubigen dazu auf, darüber nachzudenken, „welcher Auftrag Gottes für diese Gemeinschaft noch ausstehe”. Der eigentliche Zweck dieses Gotteshauses liege im lebendigen liturgischen Leben, in der täglichen Anbetung, den Nachtwachen und den zahlreichen pastoralen Diensten, durch die die Basilika zu einem spirituellen Bezugspunkt für die Millionenstadt wird.
„Glaube und Leben bis heute spürbar“
Nach der Messe folgten eine Sonderführung und ein musikalisches Festprogramm des Basilika-Chores und der Organisten. Den Höhepunkt des Abends bildete die Premiere einer neuen 3D-Lichtinstallation, die im Rahmen des Weihnachtsmarkts „Advent Bazilika” gezeigt wurde.
Die großformatige Projektion erzählte in animierten Szenen die Geschichte des Sakralbaus: von der früheren Leopoldskirche, dem Hochwasser von 1838 und dem jahrzehntelangen Wiederaufbau bis zur Weihe der Basilika im Jahr 1905, aber auch historische Höhepunkte wie päpstliche Besuche und nationale Feste wurden thematisiert. Die Installation wird in der Adventszeit täglich mehrfach auf der Fassade präsentiert und gilt bereits jetzt als eines der spektakulärsten Freiluft-Kulturprogramme des Budapester Winters.
Mit der Jubiläumsfeier setzte die Stadt ein kulturhistorisches Zeichen. Die St.-Stephans-Basilika ist nicht nur ein architektonisches Wahrzeichen, sondern, wie Kardinal Erdő es formulierte, auch ein Ort, an dem „Glaube und Leben auch heute spürbar sind“.
Hier finden Sie eine kurze ungarischsprachige Videozusammenfassung des Ereignisses.
