Ukraine und Ungarn
Zwei geschichtlich traumatisierte Länder
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Die Ukraine habe kein Interesse an einer politischen Rivalität mit Ungarn. Das erklärte der ukrainische Außenminister Dmitro Kuleba am Montag im Gespräch mit dem Nachrichtenportal RBK in Kiew. Man betrachte Ungarn als wichtigen Nachbarn in der Region Mitteleuropa, zu der sich die Ukraine zugehörig fühlt. Zudem sei Ungarn Mitglied der NATO und der EU, was aus dem Blickwinkel der euroatlantischen Integration der Ukraine von Relevanz sei. Kuleba erwarte aber umgekehrt auch von Budapest, die Rechtsnormen sowie die nationalen Interessen der Ukraine zu respektieren. Die vielen Konflikte um die ungarische Minderheit in Transkarpatien erklärte der Außenminister damit, dass die Geschichte beide Länder „traumatisierte“.
Es ist der erste Versuch einer Entspannung, seit sich die Konflikte im Umfeld der Kommunalwahlen mehrten. In diesem Zusammenhang warf Kiew der Orbán-Regierung Einmischung in die inneren Angelegenheiten vor und verwehrte Politikern des Mutterlandes die Einreise. Ende November kam es zu Hausdurchsuchungen bei Institutionen der Minderheit, unter dem Vorwand von Separatismus-Bestrebungen.
