Szijjártó zum Abhörskandal:

„Wir stehen für unsere Interessen ein“

Außenminister Péter Szijjártó hat seine angeblichen „Geheimgespräche“ mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow offensiv verteidigt.

Auf einem Wahlkampfforum in Makó sagte der Fidesz-Politiker am Dienstag zu den „Enthüllungen“ einheimischer und westlicher linksliberaler Medien, wer ein Problem mit Russland habe, sollte bedenken, dass sich die Energierechnung ohne die günstigen russischen Energieträger verdreifachen würde. Dafür habe er knallhart mit den Russen verhandelt, um die bestmöglichen Bedingungen für Ungarn herauszuholen.

Die „Spionage“-Vorwürfe aus Brüssel gab er direkt an die Außenbeauftragte Kaja Kallas zurück, der Szijjártó ausrichtete: „Wir werden unsere nationalen Interessen nicht aufgeben, egal wie intensiv sich die EU-Kommission und ausländische Geheimdienste in die Wahlen in Ungarn einmischen.“ Dabei sei es aus seiner Sicht sonnenklar, dass er als Außenminister auf jede Entscheidung des EU-Rats reagieren muss. „Was in Brüssel bestimmt wird, beeinflusst den Spielraum für Kooperationen Ungarns mit Drittstaaten, ob nun politisch, hinsichtlich der Energie oder von Sicherheitsbelangen. Es ist vollkommen natürlich, dass wir uns mit Drittstaaten abstimmen, welche Auswirkungen EU-Beschlüsse auf unsere eigenen Beziehungen zu diesen Ländern haben können“, erläuterte der Chefdiplomat. Konkret nannte er für solche Konsultationen – neben den Russen – die US-Amerikaner, die Türken, die Serben und die Chinesen, erwähnte aber auch „die Afrikaner und die Südasiaten“, um möglichst viele Kooperationen im Interesse Ungarns auszugestalten.

Ein Gedanke zu “„Wir stehen für unsere Interessen ein“

  1. Ach, die nationalen Interessen waren es und die Energiepreise und die EU die sich in die Wahl einmischt.

    Ironie an.
    Da könnte einem ja der Gedanke kommen. Preiswerte Energie gegen Informationen.
    Ja, dann hätte er ja wirklich nicht anders handeln können als zum Wohl der ungarischen Bürger.
    Ironie aus.

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