Staatssekretär Árpád János Potápi machte sich ein Bild von der Tragödie und sagte weitere Unterstützung durch die ungarische Regierung zu. Fotos: MTI/ Nándor Veres

Staatssekretär in Siebenbürgen

„Wir helfen, jetzt erst recht!“

Ungarns Regierung wird jede erdenkliche Hilfe für das Gymnasium im siebenbürgischen Székelyudvarhely geben, dessen Wohnheim Mitte Dezember kollabierte.

Staatssekretär Árpád János Potápi machte sich am Freitag am Ort der Tragödie, bei der ein Schüler ums Leben kam und drei zum Teil schwer verletzt wurden, ein Bild von den Zuständen. Potápi zeigte sich schockiert, nicht zuletzt, weil für 2024 die Modernisierung des Gebäudes mit ungarischer Staatshilfe angesetzt war. „Leider kamen wir hier zu spät.“

700 Millionen waren bewilligt

Das Ministerpräsidentenamt hatte bereits 700 Mio. Forint (1,8 Mio. Euro) für die Sanierungsarbeiten bereitgestellt, Staatssekretär Miklós Soltész informierte den kirchlichen Träger und die ungarisch besiedelte Stadt Anfang Dezember in Székelyudvarhely von der Zusage – nur zwölf Tage vor dem Unglück. Nun wird Budapest alles tun, um beim Wegräumen der Trümmer zu helfen und den Familien der Opfer beizustehen, versicherte Potápi. Ob das alte Gebäude wiederaufgebaut wird oder ein vollständiger Abriss und Neubau gescheiter wäre, müsse erst noch geprüft werden.

Am 18. Dezember stürzte das mittlere Drittel des alten, zweigeschossigen Wohnheimgebäudes ein, ein 17-Jähriger wurde unter den Trümmern begraben und konnte nur noch tot geborgen werden. Drei Mädchen, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks im Obergeschoss aufhielten, konnten aus den Trümmern gerettet werden. Zwei von ihnen kamen mit leichten Verletzungen davon, eine Schülerin wird weiterhin auf einer Intensivstation behandelt.

Menschen rücken zusammen

Der Staatssekretär unterstrich bei seinem Besuch, die ungarische Regierung suche nicht nach Verantwortlichen für die Tragödie, dafür seien Polizei und Gerichte zuständig. Budapest werde das geplante Projekt ungeachtet der traurigen Entwicklung auch weiterhin unterstützen. Immerhin zeigte das Unglück, wie die Menschen im Karpatenbecken in der Not zusammenrücken, um dem betroffenen Gymnasium und den Familien der Opfer zu helfen. Nach ersten Erkenntnissen brach das alte Wohnheimgebäude des Áron Tamási-Gymnasiums zusammen, nachdem Arbeiter unmittelbar entlang der Mauer einen zwei Meter tiefen Entwässerungsgraben aushoben. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen den Geschäftsführer der Baufirma eingeleitet, dem möglicherweise fahrlässige Tötung vorgeworfen wird.

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