Donau-Fähre
Wenn Nachbarn zusammenrücken
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Außenminister Péter Szijjártó sprach von einem ausgezeichneten Beispiel gutnachbarschaftlicher Beziehungen und einer fantastischen Zusammenarbeit der grenznahen Regionen. Die Orbán-Regierung betrachte die Öffnung möglichst vieler Grenzübergangsstellen als strategische Aufgabe. „Als die Ministerpräsidenten Viktor Orbán und Robert Fico diese Vereinbarung 2010 trafen, zählten wir 22 Grenzübergangsstellen zwischen Ungarn und der Slowakei, heute sind es 36“, schlug Szijjártó einen historischen Bogen.
EU-Gelder effizient verwendet
Wer bislang auf die andere Seite der Donau wollte, musste einen Umweg von 40 km oder knapp eine Stunde Fahrtzeit in Kauf nehmen. Die Fähre, die 80 Personen oder 50 Personen und 8 Pkw befördern könne, quere den Fluss in 6-10 Minuten. Das Gesamtprojekt von 2,2 Mrd. Forint wurde teilweise mit EU-Geldern finanziert. „Dies ist ein Beispiel für die effiziente Verwendung von Fördermitteln der EU. Gleichzeitig ist es ein Beleg, welche gewaltigen Möglichkeiten uns genommen werden, indem man uns vollkommen gesetz- und regelwidrig die uns zustehenden EU-Gelder vorenthält.“
Eine echte Erfolgsgeschichte
Ungarn unterhalte den längsten gemeinsamen Grenzabschnitt mit der Slowakei; zu beiden Seiten der Grenze fänden sich befreundete Gemeinschaften und Familien. Die Slowakei wurde mit einem Rekordvolumen von 17 Mrd. Euro mittlerweile zum bedeutendsten Handelspartner Ungarns und ist der viertgrößte Zielmarkt für Investitionen ungarischer Unternehmen. Szijjártó erinnerte daran, dass vor gar nicht so langer Zeit in den bilateralen Beziehungen das gegenseitige Schlechtmachen und mitunter sogar Hass dominierten. Heute aber sei die Zusammenarbeit der Nachbarn eine echte Erfolgsgeschichte, die sich gegenseitig stärken, wirtschaftlich wie in Sicherheitsbelangen.
Dialog und Respekt zahlen sich aus
Der slowakische Investitionsminister Peter Balík würdigte, dass mit dem Projekt das Leben der Menschen auf beiden Seiten der Donau erleichtert werde, gleich ob es um Schulbesuche, den Weg zur Arbeit oder Verwandtenbesuche gehe. Der Minister, der in der Südslowakei aufwuchs und die Schwierigkeiten der dortigen ungarischen Minderheit miterleben konnte, brachte seine Freude über das greifbare Ergebnis eines konstruktiven Dialogs und des beidseitigen Respekts zum Ausdruck.

