Außenminister
Von Frieden keine Spur
Dieser Artikel ist Teil unseres Bezahl-Angebots BZ+
Wenn Sie ein Abo von BZ+ abschließen, dann erhalten Sie innerhalb von 12 Stunden einen Benutzernamen und ein Passwort, mit denen Sie sich einmalig einloggen. Danach können Sie alle Artikel von BZ+ lesen. Außerdem erhalten Sie Zugang zu einigen speziellen, sich ständig erweiternden Angeboten für unsere Abonnenten.
In der regierungsnahen Tageszeitung „Magyar Nemzet“ beklagte Ungarns Chefdiplomat das Fehlen von Friedensgesprächen, was dazu führe, dass „jeden Tag sinnlos Menschen sterben, noch dazu in unserer Nachbarschaft“. Europa beginne erst jetzt zu begreifen, dass der Krieg eine dauerhaft hohe Inflation verursache, während die europäische Wirtschaft durch die Sanktionen in außerordentliche Schwierigkeiten gerate. Denn der Preis der Energieträger, die als Basis jeder Wirtschaftstätigkeit dienten, sei dramatisch gestiegen. Dabei laute die wichtigste Frage heute gar nicht mehr, wie viel Gas, Öl oder Strom kosten, sondern ob sie überhaupt noch zur Verfügung stehen.
Botschafterin Nepop abberufen
Szijjártó meinte zu den Spannungen, die es zwischen Budapest und Kiew vor dem Krieg mit Blick auf die ungarische Minderheit Transkarpatiens gab, Ungarn habe diese Fragen „auf Eis gelegt“. Seit Kriegsbeginn habe Ungarn mehr als 830.000 ukrainische Flüchtlinge aufgenommen, wofür man keinen Dank erwarte, aber auch keine Verunglimpfungen dulde.
In diesem Zusammenhang wurde praktisch zeitgleich mit der Veröffentlichung des Interviews bekannt, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mehrere Botschafter aus ihren Positionen zurückrief, darunter Ljubow Nepop aus Budapest. Das prominenteste „Opfer“ der Entlassungswelle ist wenig überraschend der Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andrij Melnyk, der bei einem Interview vielleicht zu offen mit dem Nationalisten Bandera sympathisierte.

Hier ist es richtig gesagt, wenn auch das wahre Problem der Ukraine wie immer ausgeblendet wird, daß nämlich die russischsprachige Landeshälfte seit dem Putsch der West-Marionetten von 2014 nur noch unterdrückt und schikaniert wird, natürlich mit voller Unterstützung des Westens. Nur Donezk und Lugansk konnten dies von sich abwenden. Daß die Mehrheit der Einwohner auch in der weiteren Umgebung rußlandfreundlich ist, haben die freien Wahlen bis 2013 stets bewiesen. Und jetzt bestünde eine Lösung nur darin, daß man den Regierungsbezirken ein Austrittsrecht aus der Ukraine einräumen würde, aber die Machtgier des Kiewer Regimes und seiner westlichen Herren läßt es natürlich nicht zu.
Irgendwann ist auch dieser Krieg aus. Aber dazu müssen die Europäer erst mal durch ein sehr tiefes Tal. Es wird im kommenden Jahr sein, wenn Putin auch Odessa besetzt hat und Deutschlands Wirtschaft kaputt ist. Dann tut sich was.