Pro-Kopf-BIP nach Regionen (2022, gemäß Kaufkraftparität, EU27 = 100) Quelle: Eurostat

Eurostat

Vier Armutsregionen in Ungarn

Unter den wirtschaftlich besonders zurückgebliebenen Regionen der EU befindet sich jede sechste in Ungarn. Nur Bulgarien, Griechenland und Polen stehen in diesem Vergleich noch schlechter da.

Von den sieben statistischen Regionen Ungarns gelten vier im EU-Maßstab als arm. Im Vergleich des kaufkraftbereinigten Pro-Kopf-BIP erreichten die Regionen Nordungarn und Nördliche Tiefebene im Jahre 2022 gerade mal 50% des EU27-Standards. Kaum besser ist es um Süd-Transdanubien bestellt (52%), und mit 55% des normalen Entwicklungsniveaus landete noch die Südliche Tiefebene unter den 25 ärmsten Regionen der Gemeinschaft. Die übrigen Regionen abseits der Hauptstadt bekleckern sich auch nicht unbedingt mit Reichtum: Das Komitat Pest wurde von Eurostat für 2022 mit 65% des Standardwertes gemessen, West-Transdanubien erreichte 68%, Zentral-Transdanubien 71%. Budapest gehört derweil mit 158% zu den reichen Regionen in der EU.

Auf Landesebene bringt es Bulgarien als Schlusslicht nur auf 62,1% des EU-Standards, Griechenland auf 67,3% und die Slowakei auf 71,1%. Ungarn rangiert in dieser Kalkulation mal wieder vor Rumänien (76,2% vs. 75,3%), aber deutlich hinter Portugal (78,8%). Aus der Region schneidet daneben noch Kroatien (72,9%) schlechter ab, Polen (79,5%) aber deutlich besser. Die souveränen Spitzenreiter aus dem früheren Ostblock sind Tschechien (90,5%), Slowenien (90,0%) und Litauen (89,3%), das den baltischen „Nachbarn“ Estland (85,1%) klar vom Siegerpodest verdrängen konnte.

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23. April 2024 12:40 Uhr