Ungarn-Serbien
Vertrag über neue Erdöl-Pipeline
Dieser Artikel ist Teil unseres Bezahl-Angebots BZ+
Wenn Sie ein Abo von BZ+ abschließen, dann erhalten Sie innerhalb von 12 Stunden einen Benutzernamen und ein Passwort, mit denen Sie sich einmalig einloggen. Danach können Sie alle Artikel von BZ+ lesen. Außerdem erhalten Sie Zugang zu einigen speziellen, sich ständig erweiternden Angeboten für unsere Abonnenten.
Im Herbst wird außerdem eine gemeinsame regionale Gashandelsgesellschaft durch MVM und Srbijagas gegründet. Dies diene der Erhöhung der Energieversorgungssicherheit, informierte Außenminister Péter Szijjártó in Palic, wo er gemeinsam mit Ministerpräsident Viktor Orbán (l.), Staatspräsidentin Katalin Novák (2. v. l.), dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic (2. v. r.) und der serbischen Premierministerin Ana Brnabic (r.) an der Gründungssitzung des Ungarisch-Serbischen Rates für strategische Zusammenarbeit teilnahm.
Szijjártó bezeichnete den Bau der Ölpipeline zwischen Algyő und Novi Sad als das vielleicht wichtigste Abkommen zwischen den beiden Ländern. „Die Energiesicherheit Ungarns ist heute ohne Serbien nicht mehr denkbar, und umgekehrt. Der größte Teil der Erdgasversorgung Ungarns kommt über Serbien; wir lagern mehr als 100 Mio. m3 für Serbien ein.“
Das Leben der Nachbarn erleichtern
Zwölf Abkommen wurden unterzeichnet, die sowohl den Ungarn als auch den Serben das Leben erleichtern werden, betonte Vucic. Die Beziehungen zwischen Budapest und Belgrad sind so gut wie nie zuvor, und das gilt für die politischen und wirtschaftlichen, aber auch für die zwischenmenschlichen Beziehungen. Vucic wies darauf hin, dass auch Abkommen über Verteidigung und Sicherheit unterzeichnet wurden. Ungarn ist Mitglied der NATO und Serbien wahrt seine Neutralität, aber die Zusammenarbeit habe ein Niveau erreicht, bei dem dies kein Hindernis darstellt und die Verteidigungszusammenarbeit erfolgreich sein kann. Die Gründung des Ungarisch-Serbischen Rates für strategische Zusammenarbeit sei ein historischer Tag für Serbien, denn Serbien unterhält mit niemandem eine derart enge Zusammenarbeit wie mit Ungarn, betonte Brnabic.
Zudem werde zwischen Röszke und Horgos der modernste und größte Grenzübergang Europas errichtet – eines der bislang größten gemeinsamen Projekte.
Gemeinsame Außenvertretungen
Auch die Zusammenarbeit im Bereich der Außenpolitik erreicht neue Dimensionen. Dies ist das erste Mal, dass Ungarn mit einem anderen Land ein Abkommen über die Einrichtung gemeinsamer diplomatischer Vertretungen unterzeichnet hat, wodurch beide Seiten ihr diplomatisches Netz erweitern können. Demnach wird die serbische Botschaft in Kinshasa (Kongo) die ungarische Vertretung übernehmen, während die ungarische Botschaft die serbische Vertretung in Valletta (Malta) aufnehmen wird.

