Foto: Ministerpräsidentenamt/ Zoltán Fischer

Ukraine-Krieg

Verteidigungsrat einberufen

Nach dem Raketeneinschlag in Polen hat Ministerpräsident Viktor Orbán (3.v.r.) gleich noch am Dienstagabend den Verteidigungsrat im Karmeliterkloster einberufen. Weitere Raketen legten die Erdölpipeline Druschba vorübergehend still, da eine Trafostation getroffen wurde.

Auf der Sitzung des Verteidigungsrates wurde die Lage aufgrund der Berichte der Geheimdienste vom Aspekt der militärischen und Energiesicherheit Ungarns analysiert.

Regierung mahnt zur Ruhe

Im Namen der Regierung mahnte Verteidigungsminister Kristóf Szalay-Bobrovniczky (2.v.l.) nach der Sitzung des Verteidigungsrates zur Ruhe. Alle Informationen müssten in dieser Situation mit Vorsicht behandelt werden. Die Erdölversorgung Ungarns sei langfristig gesichert. Vor der Sitzung, an der Außenminister Péter Szijjártó, Kanzleramtsminister Gergely Gulyás (r.), Antal Rogán, Minister des Kabinettbüros des Ministerpräsidenten, Innenminister Sándor Pinter (l.) und drei Staatssekretäre teilnahmen, hatte sich Szalay-Bobrovniczky mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg und den Verteidigungsministern mehrerer Länder telefonisch abgestimmt.

Die Regierung beobachte kontinuierlich die Ereignisse, die Ungarische Armee sei in erhöhter Bereitschaft. Vorerst seien keine besonderen Schritte erforderlich, doch könne man in Abstimmung mit den europäischen und NATO-Systemen sofort reagieren.

Foto: Ministerpräsidentenamt/ Zoltán Fischer

Auch Szijjártó mahnte zur Ruhe. Vor allem müsse unter den Entscheidungsträgern eine strategische Ruhe herrschen, um „tragische und unkontrollierbare Folgen zu verhindern“. Er wies darauf hin, dass Ungarn eine besondere Beziehung zu Polen habe, und dass es sich nicht nur um eine strategische Partnerschaft, sondern um eine Brüderlichkeit zwischen den beiden Ländern und Nationen handelt. Daher sind die Ungarn immer sehr besorgt, wenn sie schlechte Nachrichten aus Polen erhalten. Bezüglich des Raketenangriffs sagte der Minister, dass er am Mittwochmorgen ein Telefongespräch mit dem polnischen Außenminister Zbigniew Rau geführt habe, dem er die Solidarität des ungarischen Volkes zusicherte. Rau erklärte, man wisse nichts Genaues über den Raketeneinschlag vom Dienstag, weder, wer die Raketen einsetze, die Polen getroffen haben, noch wer sie abgefeuert habe. Polen leite eine gründliche Untersuchung am Ort des Aufpralls ein, die alle Umstände einbezieht.

Botschaft in Kiew setzt Arbeit fort

Trotz eines erneuten Großangriffs auf die ukrainische Energieinfrastruktur, Raketenangriffe auf Kiew und mehrere andere Großstädte setzt die ungarische Botschaft in Kiew vorerst ihre Arbeit fort, jeden Tag werde die Lage allerdings neu bewertet, informierte Außenminister Szijjártó. Dem ungarischen Botschafter István Íjgyártó zufolge sind alle Mitarbeiter der Botschaft wohlauf, jedoch Stromversorgung und Internet gestört.

Mol: Vorräte ausreichend

Mol ist vorbereitet, die kontinuierliche Energieversorgung des Landes und der Region sicherzustellen, erklärte das Unternehmen. Die Bestände und strategischen Reserven würden ausreichen, um den Betrieb der Raffinerie in Százhalombatta bis zur Behebung der Schäden aufrechtzuerhalten. Durch die Beschädigung der Druschba-Pipeline wurden Öllieferungen über die Pipeline nach Ungarn, Tschechien und in die Slowakei vorübergehend unterbrochen. „Wir beobachten die Ereignisse genau und prüfen mit unseren ukrainischen Partnern die Bedingungen für die Wiederinbetriebnahme der Pipeline“, hieß es seitens Mol gegenüber der amtlichen Nachrichtenagentur MTI.

Generator und Heißluftgebläse für Kiew

Budapest schickt einen Eintonnen-Generator und zwei Heißluftgebläse nach Kiew, informierte OB Gergely Karácsony. Damit will Budapest bei der Wiederherstellung der kritischen Infrastruktur der ukrainischen Hauptstadt behilflich sein. Gemeinsam mit der karitativen Vereinigung Oltalom wurde die Hilfslieferung zusammen mit mehreren Tonnen Lebensmitteln und Bekleidung am Dienstag auf den Weg gebracht.

 

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