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Ungarn-Großbritannien

„Verhandeln ist immer zeitgemäß“   

Ungarn steht zur NATO, versicherte Verteidigungsminister Tibor Benkő (r.) seinem britischen Amtskollegen Ben Wallace.
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Die beiden führten am Montag intensive Gespräche in Budapest, hieß es auf der anschließenden gemeinsamen Pressekonferenz.

Die Ungarische Armee sei dank des Modernisierungsprogramms „Zrínyi 2026“ stark, stellten die Partner übereinstimmend fest. Der Ungar bedankte sich beim Briten für die Flexibilität der britischen Soldaten beim Rückzug der NATO aus Afghanistan. Dadurch sei es möglich geworden, 540 Menschen – ungarische Staatsbürger und verbündete Ortskräfte – zu evakuieren.

 

Moskau-Besuch ein Fehler?

Benkő erklärte, man habe in den Verhandlungen die aktuelle europäische Sicherheitslage ebenso wie den ukrainisch-russischen Konflikt gleich bewertet. Ungarn hoffe auf eine vertiefte Zusammenarbeit mit den Briten ausgehend von einer 2019 geschlossenen Vereinbarung hinsichtlich gemeinsamer Ausbildungen.

Natürlich mussten Journalisten den ungarischen Verteidigungsminister fragen, ob der Orbán-Besuch bei Putin zu diesem Zeitpunkt nicht fehl am Platze sei. Die Antwort fiel klar aus: „Zu verhandeln ist immer zeitgemäß. Selbst die NATO stellt den Dialog an erste Stelle, nicht die Abschreckung. Es ist nur selbstverständlich, dass ein Ministerpräsident für die Sicherheit seines Landes verantwortlich ist.“

Dem pflichtete Wallace bei, der ergänzte: „Niemand will, dass die Preise explodieren und dass Migrationsströme ausgelöst werden. Der Orbán-Besuch in Russland ist eine gute Gelegenheit, diese Botschaften zu übermitteln.“

Keine NATO-Truppen nötig

Auf Nachfrage bekräftigte Benkő, Ungarns Streitkräfte könnten die Aufgaben zur Landesverteidigung heute eigenständig wahrnehmen. „Deshalb ist es im Augenblick nicht notwendig, bewaffnete Kräfte anderer Länder nach Ungarn zu verlegen“, sagte er in Reaktion auf Spekulationen westlicher Medien, das Putin-freundliche Ungarn lehne die Stationierung von NATO-Truppen ab. Wallace meinte hierzu, die Briten hätten der NATO und nicht konkret einzelnen Ländern Truppenkontingente offeriert – es liege also in der Entscheidung der NATO, was sie damit anfängt.

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6. Februar 2026 12:43 Uhr