NATO im Baltikum
Ungarn übernimmt Luftraumüberwachung
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Anlass war die Übernahme der NATO-Mission Baltic Air Policing (BAP), bei der vier ungarische JAS-39C Gripen-Kampfflugzeuge gemeinsam mit der spanischen Luftwaffe den Luftraum der baltischen Staaten sichern. Sie lösen damit die Kontingente aus Polen und Rumänien ab.
Schutz in einer angespannten Lage
Die NATO-Mitgliedstaaten schützen bereits seit 2004 in viermonatigen Rotationen den Luftraum von Estland, Lettland und Litauen, da diese selbst nicht über die notwendigen Kampfflugzeuge verfügen. Seit der russischen Besetzung der Krim im Jahre 2014 wurde die Mission von einem auf drei Stützpunkte erweitert, was die gestiegene strategische Bedeutung unterstreicht. Für die baltischen Staaten, die eine gemeinsame Grenze mit Russland haben, sei diese Unterstützung eine besondere Vertrauensbekundung in einer heiklen Lage. „Frieden braucht Stärke“, betonte Szalay-Bobrovniczky.
Alarmbereitschaft rund um die Uhr
Für die ungarische Luftwaffe ist es nach 2015, 2019 und 2022 bereits der vierte Einsatz dieser Art. Das ungarische Kontingent, bestehend aus vier Flugzeugen und rund 80 Besatzungsmitgliedern, wird für vier Monate die sog. „Quick Reaction Alert“-Aufgabe (QRA) erfüllen. Das bedeutet, bei der Entdeckung eines unbekannten Flugzeugs ein Jagdflugzeug-Paar innerhalb von 15 Minuten kampfbereit in die Luft zu bringen. In der Regel werden solche Alarme durch russische Maschinen, Kampfflugzeuge, Militärtransporter und Aufklärungsflieger ausgelöst, die ohne Identifizierung im internationalen Luftraum nahe des Baltikums fliegen. Beim letzten Einsatz 2022 absolvierte das ungarische Kontingent mehr als 300 Stunden, reagierte dabei auf fast 20 solcher „scharfen“ Alarme und absolvierte weitere 60 Übungen.
Bekenntnis zur Bündnisverteidigung
Die Mission unterstreicht Ungarns Engagement für die NATO. Das Land erfüllt seine Bündnisverpflichtungen, sein Verteidigungsbudget wird 2026 das vierte Jahr in Folge über 2% des BIP liegen. Auch die Entwicklung der nationalen Streitkräfte schreitet voran. Zu den derzeit 14 im Einsatz befindlichen Gripen-Kampfflugzeugen werden 2026 vier weitere hinzukommen, was die Fähigkeiten der Luftwaffe nochmals stärkt, glaubt der Verteidigungsminister.
