Energiepolitik
Ungarn kann sich auf die USA verlassen
Nach den Gesprächen bekräftigte Szijjártó, den USA sei an einem Erfolg der ungarischen Energiepolitik gelegen. Konkret wollen sich die Amerikaner in den Ausbau der Kapazitäten für Nuklearenergie einbringen. Ungarn begrüße außerdem ein Engagement von US-Unternehmen bei der Gasversorgung. „Hier versteht man einwandfrei, dass die Energieversorgung eines Landes eine geografische Frage ist und dass ein Land seine Energiequellen diversifizieren muss. Wenn es um die Sicherheit unserer Energieversorgung geht, können wir uns also auf die USA verlassen. Ganz im Gegensatz zur EU, wo dieses Thema nicht praktisch, sondern ideologisch betrachtet wird.“
Ungarn ist offen für Diversifizierung
Ungarn sei offen für Diversifizierung, ohne deshalb preiswerte und zuverlässige Energiequellen aufzugeben. Beim Erdgas gibt es erste Lieferungen aus der Türkei und Aserbaidschan bzw. langfristige Lieferverträge mit den US-Unternehmen Chevron und ConocoPhillips. Mit Rumänien stehe man in Verhandlungen hinsichtlich künftiger Importe.
„Ohne Gaspipelines bekommen wir kein Gas, so einfach ist das. Beziehen können wir Gas über Pipelines von unseren Nachbarn und deren Nachbarn“, erläuterte Szijjártó. Zwar habe man sich mit sechs von sieben Nachbarn vernetzt, aber wenn diese ihre Netze nicht ausbauen wollen, bringen sie Ungarn in Schwierigkeiten. „Umso mehr wissen wir die Worte von Außenminister Marco Rubio zu schätzen, in der Frage der Energieversorgung die geografischen Gegebenheiten zu respektieren. Solche Worte hört man von Seiten der EU nie.“
Der Ungar dankte zugleich für die durch US-Präsident Donald Trump angeordnete Befreiung des Landes von den Sanktionen gegen den russischen Energiesektor. Unterstützung aus Übersee erfahre auch die Übernahme der serbischen NIS-Gruppe durch die MOL, die in einen integrierten Markt der drei mitteleuropäischen Länder Ungarn, Slowakei und Serbien mit koordinierten Raffinerietätigkeiten münden könne. In diesem Sinne wird auch die Vorbereitung der neuen Öltrasse zwischen Serbien und Ungarn beschleunigt.

Der vormalige Geschäftsträger der US-Botschaft in Budapest, Robert Palladino (l.), hat das Offizierskreuz des Ungarischen Verdienstordens erhalten. Die hohe staatliche Auszeichnung überreichte ihm am Dienstag in Washington Außenminister Péter Szijjártó. Der würdigte Palladino als einen Mann, der „von der ersten Minute an“ für „geölte Beziehungen“ zur neuen Regierung der Vereinigten Staaten nach dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump sorgte, der ein „Goldenes Zeitalter“ zwischen Ungarn und den USA einleitete.
