Außenminister Péter Szijjártó wünscht ein Zeitalter des Friedens. Foto: Außenministerium

UNO-Generalversammlung

Ungarn für zivilisierten Umgang

Um die Gefahr des Dritten Weltkriegs zu bannen, müssen der Ukraine-Krieg beendet und die Antiterroraktion Israels in Gaza schnellstmöglich zum Erfolg geführt werden.
BZ+
10. Februar 2024 15:48
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22 Antworten auf “Ungarn für zivilisierten Umgang

  1. Die NATO plant, die Koordinierung der Waffenlieferungen an die Ukraine zu übernehmen, obwohl das Bündnis die Unterstützung Kiews stets als eine Frage souveräner Entscheidungen der Mitgliedstaaten und bilateraler Vereinbarungen betrachtet hat.

    Warum jetzt? Die NATO hält es für ratsam, sich gegen mögliche politische Veränderungen in Washington abzusichern. In der NATO wachsen die Zweifel, ob die USA weiterhin Waffen an die Ukraine liefern werden, sollte der ehemalige US-Präsident Donald Trump im November die Wahlen gewinnen.

    Es muss nicht so kommen, aber wenn beides eintritt, ist die Gefahr einer Eskalation des Konflikts nicht zu unterschätzen. Dann wäre es ein rein europäisch-russischer Krieg und die Kräfte, die die USA aus Europa verdrängen wollen, hätten ihr Ziel erreicht. Ob sie allerdings mit den daraus resultierenden Folgen für Europa leben können werden, darf doch sehr bezweifelt werden.

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    1. Es ist zu vermuten, dass sich die EU/Europa dann über kurz oder lang in Putingegner (vor allem die alte EU, Skandinavien, Polen, die baltischen Staaten und Rumänien) und eine wesentlich kleinere Gruppe von Putinfreunden (Serben, vielleicht auch die Slowakei, Ungarn und Bulgarien) aufspalten würde. Die Teilung und mögliche Zusammensetzung der zweiten Gruppe sind jedoch nur zu vermuten und nicht vorausagbar.

      Insbesondere für die zweite Gruppe würde dieser Prozess einen erheblichen wirtschaftlichen Abstieg bedeuten, verbunden mit einer Verarmung großer Teile der Bevölkerung. Selbst wenn es nicht zu einer Spaltung kommen sollte, würde der Rückzug der USA zu einem wirtschaftlichen Einbruch in Europa führen, der vor allem die ärmeren Länder in der EU treffen würde.

      Trump ist sehr eitel, aber sicher kein Dummkopf. Ich bezweifle deshalb sehr, dass Trump sich wirklich aus Europa zurückziehen wird. Allein schon wegen seines Slogans “America first”. Die USA würden ohne Europa massiv an Einfluss und Kraft auf der weltpolitischen Bühne verlieren. Gerade in Trumps Konflikt mit China und im Nahen Osten werden die USA auf die großen Staaten in Europa angewiesen sein. Selbst dann, wenn er es wollte, wird er es nicht können.

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  2. Verliert die Ukraine, rechnet die Bundesregierung mit 10 Millionen Flüchtlingen aus der Ukraine. Die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge würde in diesem Szenario nach Europa aufbrechen, berichtete die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf Sicherheitskreise und unterrichtete Parlamentarier.

    Und die werden nicht abgewiesen werden können. Auch von Ungarn nicht. Allerdings glaube ich, dass man die Zahl primär in die Öffentlichkeit trägt, um Angst zu schüren, damit die Bevölkerung die Ukraine weiterhin unterstützt. Glauben tut man an eine Niederlage selber sicher nicht. Sonst wäre Scholz nicht in die USA gereist.

    Es ist wie immer und überall, man schürt Panik, um die Menschen gefügig zu machen. Russland hat es mit der eigenen Bevölkerung einfacher, da traut sich keiner die Stimme gegen Putin und gegen den Staat zu erheben.

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  3. Im Vorgriff auf die Präsidentschaftswahlen in den USA diskutiert Südkorea offen über eine atomare Aufrüstung. Auch in Japan schwelt diese Debatte. Warum?

    Donald Trump war noch nicht einmal offiziell Präsidentschaftskandidat der Republikaner, als er im März 2016 einen Grundpfeiler der amerikanischen Asienstrategie ins Wanken brachte. Er erklärte in einem Fernsehinterview, er sei bereit, Südkorea und Japan den Besitz von Atomwaffen zuzugestehen. „Das wird sowieso passieren“, so Trump. „Es ist nur eine Frage der Zeit.“

    Aber was würde das bedeuten? Die Welt würde noch anfälliger für Konflikte werden und eine Eskalation wäre dann ganz sicher nicht mehr beherrschbar, wenn vielerorts Atomwaffen zur Verfügung stehen. Wer kontrolliert dann die kleinen Könige, damit diese nicht auf die falschen Knöpfe drücken? Wenn der Geist einmal aus der Flasche ist, kann man diesen Geist nicht mehr in die Flasche zurückbekommen.

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  4. Zitat: “Um die Gefahr des Dritten Weltkriegs zu bannen, müssen der Ukraine-Krieg beendet und die Antiterroraktion Israels in Gaza schnellstmöglich zum Erfolg geführt werden.”

    Ich persönlich finde ja, dass etwa 25- bis 30000 tote palästinensische Zivilisten, wovon 70% Frauen und Kinder sein sollen, schon weit mehr als genug sogenannter “Erfolg” sind.

    https://de.euronews.com/2024/01/25/mindestens-neun-tote-bei-angriff-auf-un-einrichtung-in-gaza

    Auf diese Art “Erfolg” hätte ich jedenfalls gerne verzichtet und auf “noch mehr Erfolg” auch!

    Dazu kommen viele getötete UN-Mitarbeiter, Personen von Rettungsdiensten usw. IDF-Soldaten seien sogar verkleidet in palästinensische Krankenhäuser gegangen, um dort Palästinenser, die man beschuldigt mit der Hamas in Verbindung zu stehen, in den Krankenbetten zu erschießen.

    Aber hallo! Die Hamas stellt die Regierung in Gaza. Mit der stehen logischerweise alle Palästinenser in Verbindung.

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  5. Bei einer Wahlkampfveranstaltung sagt Donald Trump, er wird Nato-Partner nicht verteidigen, wenn diese unter den vereinbarten Verteidigungsausgaben bleiben würden – und Russland sogar noch zur Aggression zu ermutigen.

    Die Konsequenz wird sein, dass die Aufrüstungsspirale im Westen zusätzlich massiv an Fahrt gewinnen wird, denn keiner möchte hinterher als “Schwarzes Schaf” am Pranger stehen oder sich der Gefahr aussetzen, am Ende ganz alleine dazustehen.

    Also wird man alles und mehr tun, um nicht in eine solche Situation zu kommen. Ich befürchte, dass Trump sich mit solchen unüberlegten Aussagen, die die Konsequenzen nicht bis zum Ende denken, keinen Gefallen tun wird.

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  6. Quellen des Telegram-Kanals Belaruskaia Vyvedka („Belarusian Intelligence“) berichteten, dass das Operational and Analytical Center (OAC) im Auftrag der Lukaschenkos eine Studie zur tatsächlichen demografischen Situation in Belarus durchgeführt habe, mit erschreckendem Ergebnis für die Offiziellen. Sie ermittelte differenziert die dauerhaft in Belarus lebende Zahl der Bürger (ohne Ausländer).

    Danach lebten am 1. Januar 2024 nur noch 7.870.000 Bürger dauerhaft in der Republik Belarus, 4,2 Millionen davon sind aber in einer abhängigen Position. Zu dieser Gruppe gehören Rentner, Behinderte und Kinder unter 18 Jahren. Ungefähr eine Million Weißrussen leben dauerhaft außerhalb des Landes, erklären jedoch keinen ständigen Wohnsitz im Ausland zu haben und sind in der Gesamtzahl oben miterfasst.

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    1. Warum ist das in dem Zusammenhang mit dem Thema wichtig? Auch in Russland selber wird die Situation sicher ähnlich, vermutlich sogar noch schlimmer sein oder demnächst werden. Die Frage ist, wie lange kann das mit dem Krieg in der Ukraine für die Beteiligten noch gutgehen?

      Zur Verdeutlichung folgendes Beispiel, damit man die Zusammenhänge und die Dimension erkennt. Russland verlor im jetzigen Winter fast eine ganze mechanisierte Panzerdivision (214 Fahrzeuge) bei dem Versuch, nur wenige Quadratkilometer des zerstörten und entvölkerten Avdiivka zu erobern. Diese Zahl entspricht vermutlich einem Zehntel der russischen Panzer, die derzeit auf dem Territorium der Ukraine kämpfen. Vor dem Fall der Sowjetunion verfügte eine 10.000 Mann starke Motorgewehrdivision auf dem Papier über 220 Panzer. Das Problem dabei ist, dass zerstörte Fahrzeuge auch immer zerstörte Leben bedeuten.

      Das Verlustverhältnis zwischen Russland und Ukraine beträgt aktuell 12 zu 1. Das Verhältnis lässt sich nicht damit erklären, dass das ukrainische Militär bessere westliche Panzer oder Waffen zur Verteidigung einsetzt. Die Ukrainer erreichen das mit Minen, Artillerie, Drohnen, Raketen und altmodischem Gewehrfeuer aus “sicher verschanzten Stellungen”. Das gleiche System, das Russland noch im Sommer 2023 angewendet hat.

      Warum beendet man den Krieg bei solch einem massiven Sterben dann nicht einfach? Das grundsätzliche Problem besteht darin, dass beide Seiten aus unterschiedlichen Gründen davon ausgehen, dass sie am längeren Hebel sitzen werden und der anderen Seite am Ende die Luft ausgehen wird. Solange sich das nicht ändert, bleibt es beim Krieg. Da können noch so viele offizielle politische Friedensengel ihre “selbstlosen” Forderungen postulieren. Diese Politiker wissen aber ganz genau, wenn sie mal wieder eine dieser Forderungen stellen, dass dies nur für die Galerie geschieht und meistens auch nur aus innenpolitischen Gründen.

      Im Gegensatz dazu glauben und vertrauen weite Teile der Bevölkerung solchen Aussagen. Das ist ja auch der politische Zweck solcher Übungen. Die Welt funktioniert aber leider nicht so einfach, wie viele Menschen sich das so vorstellen. Daneben dient es den Menschen natürlich auch psychologisch, da es Ihnen ein angenehmes Gefühl verschafft, wenn sie sich der “moralisch guten Seite” zugehörig fühlen. Das sahen wir ja bereits im Zusammenhang mit der Migrationsdebatte 2015 und später.

      Solange aber BEIDE Seiten nicht der Überzeugung sind, dass eine Fortsetzung des Krieges höhere Kosten als eine Beendigung verursacht, kann man solche politischen Aussagen ganz einfach in die Propagandaschublade stecken. Es lohnt sich nicht, da etwas drauf zu geben.

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  7. Wenn ein Waffenstillstand vereinbart wird, dann nicht in der Öffentlichkeit, sondern im Geheimen, und Frieden gibt es nur, wenn beide Seiten ihn wirklich wollen.

    Friedensappelle von dritter Seite nützen nichts und bergen die große Gefahr, den Krieg zu verlängern. Warum? Weil der Adressat des Appells dahinter sofort eine Schwäche des Gegners vermutet und unterstellt, dass die Forderung eigentlich nicht vom Drittstaat, sondern von einer “befreundeten” Partei kommt, weil der anderen Seite “die Luft auszugehen” droht. Das Problem in jedem Krieg ist immer auch das gegenseitige Misstrauen, oder anders ausgedrückt: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.

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    1. Da man in den NATO-Staaten (mit Ausnahme Ungarns) vermutet, dass Putin unbedingt eine Atempause braucht, um seine stark geschwächte Armee wieder aufzurüsten, um dann das Baltikum, Polen oder Finnland angreifen zu können, wird man auf solche Angebote nur in größter Not eingehen. Solange es kein gegenseitiges Vertrauen gibt, wird sich hier nichts bewegen. Um das nach dem Überfall auf die Ukraine auch nur ansatzweise wiederherzustellen, bedarf es mehr als ein paar flammender öffentlicher Appelle aus Ungarn.

      Hier ein typisches Beispiel:

      Die US-Behörden weigerten sich, einen Vorschlag des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu diskutieren, den Konflikt einzufrieren und einen Waffenstillstand in der Ukraine zu vereinbaren, den der russische Präsident angeblich über Vermittler nach Washington geschickt hatte. Dies berichtete Reuters.

      Der Agentur zufolge sendete Putin über Vermittler, darunter Moskaus arabische Partner im Nahen Osten, sowohl öffentlich als auch privat Signale an Washington. Er sei bereit, den Konflikt auf dem jetzigen Stand einzufrieren, wolle aber die besetzten ukrainischen Gebiete, die vom russischen Militär kontrolliert werden, nicht aufgeben.

      Was Washington natürlich sofort ablehnte!

      Ich befürchte, dass sich der Krieg noch weiter hinziehen wird, da auch die russische Seite derzeit nicht in der Lage ist, das ukrainische Territorium vollständig zu besetzen und damit zu kontrollieren. Es bleibt zu hoffen, dass es nicht zu einer weiteren Eskalation kommt, denn das würde auch die deutsche Wirtschaft und damit alle Deutschen, die vom Staat abhängig sind, massiv treffen.

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      1. Zitat: “Da man in den NATO-Staaten (mit Ausnahme Ungarns) vermutet, dass Putin unbedingt eine Atempause braucht, um seine stark geschwächte Armee wieder aufzurüsten, um dann das Baltikum, Polen oder Finnland angreifen zu können…”

        Ich denke nicht, dass man so etwas vermutet. Die sind zwar bösartig, aber nicht blöde.

        Sie wissen, dass sie Russland nicht schlagen können und auf einen Atomkrieg können sie es auch nicht ankommen lassen, weil sie den selbst nicht überleben würden.

        Wenn das so in etwa stimmen sollte, stellt sich natürlich die Frage, warum machen sie trotzdem so weiter? Ich finde, dass das ziemlich offensichtlich ist. Was beobachten wir denn tatsächlich:

        Russlands Wirtschaft erlebt, mit Beginn der Sanktionen und anfänglichen Schwierigkeiten, einen ungeahnten Aufschwung. Sie können inzwischen so gut wie alles selbst produzieren,

        Fortzetzung folgt…

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        1. weshalb sie z.B. den deutschen Maschinenbau, der bei uns mal ein wichtiger Wirtschaftsfaktor war, nicht mehr brauchen und auch in Zukunft nie mehr brauchen werden.
          Der Rubel ist so stark wie nie zuvor und weiter im Aufwärtstrend. Russland steht heute besser da, als jemals zuvor. Ihre Rüstungsindustrie ist weit aus leistungsfähiger als die des Westens usw..

          Und was geschieht in Europa? Deutschland wird z.Zt. mit rasender Geschwindigkeit deindustrialisiert. Fasst überall in Europa geht es wirtschaftlich bergab. Industrien wandern aus Europa ab, meist in Richtung USA, weil die Regierung dort, neben relativ niedrigen Energiekosten, attraktive Anreize für Unternehmen bietet.

          Ein in DE bekannter Analytiker hatte u.a. mal folgendes geschrieben (Zitat):

          “Die ganze Welt soll brennen, vor diesem Hintergrund sollen die USA der einzige ruhige Hafen sein, wohin sich Industrie, Technologie und Finanzen retten. Anders können die USA nicht wettbewerbsfähig sein.”

          Fortsetzung folgt…

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          1. Lesen Sie den Artikel hier…
            http://analitik.de/2023/02/22/verlorene-blitzkriege-verlorene-eu/

            Diese Kriegstreiber planen sehr langfristig. Natürlich besteht letztlich das Ziel darin, Russland zu zerstückeln und sich dessen Ressourcen, die mit riesigem Abstand die größten der Welt sind, anzueignen. Weil man dieses Ziel aber z.Zt. nicht erreichen kann, sieht es so aus, als würde man sich zunächst damit begnügen, Europa als Wirtschaftsfaktor aus dem Weg zu räumen, indem man der EU die günstige Energie aus Russland abschneidet und mit gewissen Anreizen wirtschaftliche Ressourcen aus Europa in die USA holt.

            Damit können die USA ihren eigenen wirtschaftlichen Abstieg zunächst abwenden, wenn auch nur für eine gewisse Zeit.
            Ein weiterer wichtiger Punkt aus Sicht der Angelsachsen ist der, dass man es nun geschafft hat, den bereits zu bröckeln beginnenden Keil zwischen Russland und Europa zu erneuern und nochmal tiefer einzuschlagen.

            Fortzetzung folgt…

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            1. Die russische Strategie scheint hingegen zu sein, den Umstand zu nutzen, dass Russland bezüglich Ressourcen am Drücker sitzt.
              Die westlichen Waffenlieferungen, die dann von Russland routinemäßig vernichtet werden, sind schließlich auch Ressourcen. Und weil der Westen nicht so viele davon hat, müssen die irgendwann zuneige gehen. Und zwar zuerst im Westen.
              Das würde zumindest eine weitere Erklärung dafür sein, warum Russland diesen Krieg mit angezogener Handbremse und möglichst unter Vermeidung ziviler Opfer führt. Schließlich sind die Ukrainer auch Russen und werden in Russland auch als solche angesehen.

              Alles deutet also darauf hin, dass Putin keinen Etappensieg will, sondern die endgültige und vollständige Niederlage der von superreichen Oligarchen beherrschten angelsächsischen Kriegstreiber. Und das heißt aber auch, dass der Krieg noch sehr lange dauern könnte.

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              1. Sie haben so viele Schlagwortbehauptungen aufgestellt, ohne diese nachvollziehbar zu begründen, dass man gar nicht auf alle eingehen kann, da man ansonsten ein Buch hier veröffentlichen müsste.

                Ich möchte nicht nur mit Schlagworte auf Ihre Behauptungen eingehen. Dadurch wird es ein bisschen länger und deshalb will ich mich inhaltlich auf die russische Wirtschaft und den Rubel sowie auf die Beurteilung der Substanz der deutschen Wirtschaft beschränken.

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              2. Sie schreiben: „Russlands Wirtschaft erlebt, mit Beginn der Sanktionen und anfänglichen Schwierigkeiten, einen ungeahnten Aufschwung.“

                Laut verschiedenen Studien (Quellen siehe unten) sind in Russland Fabriken und Maschinen zu 81 bis 90 Prozent ausgelastet. Das gilt auch für die Arbeitskräfte.

                Gleichzeitig schrumpft die Erwerbsbevölkerung. Auch in Russland altert die Bevölkerung. Zusätzlich wurden durch die Mobilisierung der Armee bis zum 500.000 Männer aus Betrieben abgezogen. Seit Kriegsbeginn haben zudem bis zu 900.000 Menschen Russland verlassen, um dem Militärdienst oder wachsendem Druck zu entgehen.

                Russland braucht daher Investitionen, um Arbeit durch Technik zu ersetzten. Tatsächlich stiegen die Investitionen im ersten Halbjahr 2023 um 7,6 Prozent. Fraglich ist aber, ob diese Investitionen auch zu einer höheren Produktivität führen.

                Russlands Wachstum wird durch Kriegsausgaben getrieben. Profiteure sind die Rüstungsindustrie und der Tourismus, da Russen zunehmend darauf angewiesen sind, im Inland Urlaub zu machen.

                Im Jahr 2023 kippte dann die positive Handelsbilanz. Die Exporteinnahmen fielen um 32 Prozent, die Importausgaben stiegen um 17 Prozent. Dadurch geriet auch der Rubel unter Druck und verlor im Laufe des Jahres 2023 rund 30 Prozent (!!!!) seines Wertes. Ein Dollar wird heute für 92,5 Rubel gehandelt. Das sind 24,5 % mehr als vor Kriegsbeginn.

                Nach allem, was bekannt ist, boomt die russische Rüstungsindustrie, die im Wesentlichen für das Wachstum verantwortlich ist. Aber so sehr die Zentralbank auch Kapitalflüsse und Wechselkurse manipuliert: Die Inflation bekommt sie nicht in den Griff. Nach wie vor liegt die Teuerung bei über 7 Prozent.

                Und da die Gehälter bei vielen, die nicht in der Rüstungsindustrie arbeiten, kaum wachsen, verarmen viele Russen. In den vergangenen Wochen gärte die Unzufriedenheit über die stark gestiegenen Eierpreise. Putin versprach, sie zu senken. Im Supermarkt merkt man das jedoch kaum. Auch andere Lebensmittelpreise stiegen drastisch.

                Des Weiteren bekommen neuerdings Chinas Banken bei Geschäften mit russischen Firmen kalte Füße und beenden die Zusammenarbeit. Dazu gehört eine der wichtigsten chinesische Banken – die Zhejiang Chouzhou Commercial Bank – die mit russischen Importeuren arbeitet, sie hat alle Transaktionen eingestellt, berichtete die russische Wirtschaftszeitung Vedomosti am Mittwoch unter Berufung auf drei betroffene Geschäftsleute.

                Nach Angaben von Vedomosti wurden die Kunden der Bank in der vergangenen Woche über diesen Schritt informiert. Russische Unternehmen befürchten nun einen „logistischen Zusammenbruch“, sollte die Bank die Zahlungsabwicklung nach dem einwöchigen chinesischen Neujahrsfest nicht wieder aufnehmen, so Vedomost.

                Am 23.01.2024 erklärte die russische Regierung über ihren offiziellen Telegrammkanal, dass die von Präsident Wladimir Putin im Oktober angeordneten Kapitalkontrollen wirksam seien und bis Ende 2024 verlängert werden sollten, wie die Nachrichtenagentur „Interfax“ berichtet. Wenn eine Volkswirtschaft funktioniert, braucht man aber keine Kapitalkontrollen, die nur verhindern sollen, dass Kapital ins Ausland abfließt und der Staat zahlungsunfähig wird.

                Es gibt noch viel mehr, was man dazu schreiben könnte. Ich will es aber mal dabei belassen.

                Meine Frage: Sieht so ein ungeahnter Aufschwung bei Ihnen aus?

                Quellen: ifo-Institut, Handelsblatt, Deutsche Wirtschaftsnachrichten, Manager Magazin, Wirtschaftswoche

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              3. Sie schreiben: „Deutschland wird z.Zt. mit rasender Geschwindigkeit deindustrialisiert. Fasst überall in Europa geht es wirtschaftlich bergab.“

                Meine Antwort darauf:

                Deutschland hat Japan laut Daten aus Tokio als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt abgelöst. Trotz eines japanischen Wachstums des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,9 Prozent im vergangenen Jahr und einer deutlich geringeren Bevölkerungszahl wurde Japan von Deutschland überholt.

                Japans BIP lag 2023 mit 4,2 Billionen Dollar unter Deutschlands BIP von 4,5 Billionen Dollar, wie am Donnerstag aus von der japanischen Regierung veröffentlichten vorläufigen Wirtschaftsdaten hervorging.
                Mehr will ich dazu gar nicht sagen. So schlecht kann es deshalb noch nicht um Deutschland Substanz stehen.

                Quelle: swissinfo.ch

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                1. Nehmen Sie meinen Kommentar einfach als Denkansatz. Ich habe kein Interesse daran, Sie von irgend etwas zu überzeugen. Sie werden ohnehin glauben, was Sie wollen. Das ist auch in Ordnung so.

                  Im Prinzip hätte ich nichts gegen eine Argumentative Auseinandersetzung.

                  Dazu müsse aber zunächst mal “Waffengleichheit” unter den Kommentatoren hergestellt werden. Ich muss mich, wie man an meinem etwas umfangreicheren Kommentar gesehen hat, mit dem 1000-Zeichen-Limit herumschlagen, während Sie offensichtlich diesem Limit nicht unterliegen, was an sich schon irgendwie eigenartig ist, ausser Sie hätten einen gewissen Einfluss auf die BZ.

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                  1. Ich habe auch nur geantwortet, weil Sie ihren Kommentar als Antwort eingestellt hat.

                    Natürlich respektiere auch ich Ihre Meinung und will Sie nicht überzeugen. Wenn Sie mir nicht direkt geantwortet hätten, hätte ich nicht reagiert.

                    Ich habe auch keinen Einfluss auf die BZ und weiß auch nicht, warum das bei Ihnen beschränkt ist. Ich kann Ihnen aber sagen, bei der BZ sehen die mich vermutlich lieber von hinten als von vorne. 🙂

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                  2. Mal etwas Versöhnliches. Ich gebe Ihnen ja recht, dass Deutschlands wirtschaftliche Entwicklung in Richtung Keller geht und die Grünen und Roten alles unternehmen, damit es weiter bergab geht, aber noch ist die Substanz, von der Deutschland zehren kann, sehr groß. Bis Deutschland ganz unten angekommen ist, kann es also noch längere Zeit dauern. Zum Glück ist eine Umkehr bis auf Weiteres noch möglich. Und wenn die Wähler daraus lernen, war es nicht umsonst.

                    Ich finde, der nachfolgende Artikel beschreibt die Abwärtsentwicklung sehr gut:

                    https://www.focus.de/finanzen/focus-kolumne-von-jan-fleischhauer-waere-deutschland-eine-aktie-dann-lautete-die-empfehlung-verkaufen-sofort_id_259672864.html

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                  3. Auch in der Koalition gibt es Politiker, die heimlich Sand ins rot-grüne Getriebe zu streuen versuchen. Der Lindner ist sicher keine Befürworter einer konservativen Politik oder Leuchtturm in der Politik, aber auch er hat Angst, dass er den Ast absägt, auf dem er sitzt. Nur macht er leider noch viel zu wenig. Die Zeit wird es zeigen, wenn es um die reine Existenz der FDP geht, ob sie sich dann weiter an der Macht klammern werden. Ihr Klientel verliert die Partei mehr und mehr und es ist sicher, so kann es für die FDP auf Dauer nicht weitergehen.

                    https://www.focus.de/politik/deutschland/boeser-verdacht-lindner-soll-geheim-deal-mit-italienern-schmieden-um-spd-und-gruene-zu-umgehen_id_259676963.html

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