Nobelpreisträger Ferenc Krausz: „Die Wissenschaft bringt Ideen zusammen, ohne dass sich deren Schöpfer überhaupt kennen müssen.“ Fotos: MTI/ Szilárd Koszticsák

Nobelpreisträger Krausz

Tür zu einer neuen Welt aufgestoßen

„Der Nobelpreis ist eine unglaubliche Ermutigung, dass unsere Arbeit nicht nur „zum Spaß“ ist, sondern daraus eines Tages wichtige Anwendungen entstehen können.“ Das sagte Ungarns Nobelpreisträger in Physik, Ferenc Krausz, am Donnerstag in Stockholm.

Mit der Würdigung der Attosekundenphysik stärke die Nobelpreis-Kommission die Position der Grundlagenforschung, meinte Krausz auf einer Pressekonferenz in der schwedischen Hauptstadt, wo ihm am Sonntag zusammen mit Anne L’Huillier und Pierre Agostini der geteilte Nobelpreis für Physik überreicht wird. „Unser Fall ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie die Wissenschaft verschiedene Ideen zusammenbringt, ohne dass sich deren Schöpfer überhaupt kennen müssen.“ Krausz gestand ein, nie eng mit seinen Mitpreisträgern zusammengearbeitet zu haben, deren Arbeit ihm jedoch viel Inspiration gegeben habe.

Die Nobelpreisträger für Physik, Anne L’Huillier, Pierre Agostini (l.) und Ferenc Krausz.

Dank an die Regierung

Auf eine Frage von Journalisten, welche Entdeckungen in den nächsten Jahren zu konkreten Anwendungen führen werden, wollte sich Krausz nicht festlegen, weil das sehr schwer vorherzusagen sei. Aber er verwies auf die Anwendung der Attosekunden-Messtechnik in der Medizin, bei der sein Team bemüht ist, so viele Informationen wie möglich aus dem menschlichen Blut über den Gesundheitszustand der Menschen zu sammeln. Es erfülle ihn mit riesiger Freude, dass diese Forschung fortan dank der tatkräftigen Unterstützung der Regierung schwerpunktmäßig in Ungarn durchgeführt werden könne. Dieses Geld werde mit einer langfristigen Perspektive bereitgestellt, um eine landesweite klinische Studie zu finanzieren, deren Laufzeit mindestens zehn Jahre beträgt.

Einige Dutzend Nachwuchsforscher

Krausz ist überzeugt, dass mit seiner Forschung seit 2001 die Tür zu einer neuen Welt aufgestoßen wurde. Inzwischen seien aus seinem Labor einige Dutzend junge Forscher hervorgegangen, die heute als  Professoren weltweit forschen – von Australien über die USA bis nach Österreich und Deutschland.

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