Das Foto zeigt den 45-jährigen Ungarn József S. im Militärlager, gefilmt von seinen Peinigern. Foto: Screenshot/ mandiner.hu

Ukraine-Krieg

Tod durch „Menschenräuber“

Das Außenministerium hat den Botschafter der Ukraine in Budapest einbestellt. Im Hintergrund steht der sinnlose Tod eines Mannes im Zuge der Zwangsrekrutierungen in Transkarpatien.

Ein Angehöriger der ungarischen Nationalität in Transkarpatien widersetzte sich einem Kommando zur Zwangsrekrutierung, die mittlerweile selbst am helllichten Tage Jagd auf Männer im wehrpflichtigen Alter machen. Daraufhin wurde er so schwer verprügelt, dass er in eine Klinik eingeliefert werden musste, wo er später seinen Verletzungen erlag. Da es zugleich Aufnahmen aus einem Militärlager gibt, in dem der 45-Jährige von Ukrainern bei seiner „Grundausbildung“ gedemütigt wird, ist die Familie unsicher, wer letztlich konkret für die brutale Tötung verantwortlich war.

„Es ist empörend, dass jemand dafür zusammengeschlagen wird, nicht in den Krieg ziehen und an diesem endlosen Morden teilnehmen zu wollen“, kommentierte der Vizeminister des Außenministeriums, Levente Magyar, die Nachricht vom Tod des ungarischen Staatsbürgers und bestellte wegen des Zwischenfalls den Botschafter der Ukraine ein. Ministerpräsident Viktor Orbán teilte der Familie des Opfers mit, „wir stehen in diesen schweren Stunden an Ihrer Seite“.

Kommentatoren aus Transkarpatien merken in den Sozialmedien an, dies sei bei weitem nicht der erste Fall. Die von den Ungarn in Transkarpatien nur noch als „Menschenräuber“ bezeichneten Kommandos aus den Rekrutierungsbüros gehen zunehmend brutaler vor, zerren ihre ahnungslosen Opfer mit Gewalt in Mikrobusse und lassen die Familien im Unklaren über ihr weiteres Schicksal. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj räumte erst kürzlich ein, die lange Front gegen den russischen Aggressor brauche monatlich mehr als 25.000 Soldaten als Nachschub.

Die Webseite des konservativen Magazins „Mandiner“, das zuerst vom Totschlag des József S. berichtete, wurde am Donnerstag durch konzertierte Hacker-Angriffe aus dem Ausland lahmgelegt.

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16. Januar 2026 11:40 Uhr