Fotos: MTI/ Noémi Bruzák

Staatspräsident

Sulyok in Deutschland

Staatspräsident Tamás Sulyok weilte zu einem dreitägigen Arbeitsbesuch auf Einladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Deutschland.

Das Programm umfasste Treffen mit hochrangigen Vertretern aus Bundes- und Landespolitik. So standen auf der Agenda u. a. ein Gespräch mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) sowie die Begegnung mit Stephan Mayer (CSU), Mitglied des Bundestages und Präsident des Bundes der Vertriebenen (BdV), der die Interessen der deutschen Heimatvertriebenen und Enteigneten nach dem Zweiten Weltkrieg vertritt.

Neben politischen Gesprächen stand auch das Gedenken an die Opfer von Diktatur und Vertreibung im Mittelpunkt. Am Sonntag besuchte Sulyok eine Gedenkstätte auf dem Gelände eines ehemaligen Außenlagers des KZ Dachau. Dort legte er gemeinsam mit bayerischen Landtagsabgeordneten und Stephan Mayer einen Kranz nieder.

Kollektivschuld hat keinen Platz

„Wir müssen uns ständig für nationale Minderheiten einsetzen, und das Prinzip der Kollektivschuld hat in Europa keinen Platz“, betonte Sulyok in München zum Jahrestag der Deportation der Deutschen aus Ungarn. „Vor 80 Jahren wurden meine Landsleute vertrieben, weil sie deutscher Staatsangehörigkeit waren. Dabei ist die deutsche Nationalität seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil Ungarns. Die Spuren der deutschen Bevölkerung, die Früchte ihrer Arbeit und ihr kultureller Einfluss sind in Ungarn, in der ungarischen Kultur und aus ihr heraus unauslöschlich.“ Er fügte hinzu, dass er mit seiner Anwesenheit bei der Gedenkfeier auch zum Ausdruck bringen wollte, dass die Vertreibung der Deutschen aus Ungarn nicht nur für die deutsche Nation ein Tiefschlag war.

Kulturelle und politische Brückenbauer

Auch Beziehungen, die offensichtlich gut sind, müssen geschützt und gepflegt werden. Diejenigen, die trotz Meinungsverschiedenheiten an der Zusammenarbeit arbeiteten, einander respektierten und die Interessen des anderen berücksichtigten, seien auf dem richtigen Weg. „Natürlich gab es Zeiten, in denen sich unsere Beziehungen auf gewissen Gebieten etwas lockerten. Doch in solchen Momenten hielt uns eine andere Beziehung und schweißte uns noch enger zusammen“, betonte Sulyok.

Bei der Gedenkveranstaltung sprach Steinmeier darüber, wie heutzutage die Ungarndeutschen, die Deportierten und ihre Nachkommen in Deutschland oft kulturelle und politische Brückenbauer sind.

Sulyok und Steinmeier erörterten zudem die Weiterentwicklung der historisch gewachsenen Zusammenarbeit beider Länder.

Die beiden Präsidenten trafen sich mit Jugendlichen des Deutsch-Ungarischen Jugendwerks und Vertretern des Jugendparlaments in München. Das Jugendwerk fördert die Freundschaft zwischen den beiden Nationen durch thematische Austauschprogramme, gemeinsame Projekte, Veranstaltungen und Treffen.

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9. Februar 2026 12:05 Uhr