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Ungarn-Serbien

Strategisches Treffen in Budapest

Am Freitag kam es zu einem strategischen Treffen der Regierungen Serbiens und Ungarns in Budapest. „Serbien wird immer Ungarns Verbündeter sein“, erklärte Präsident Aleksandar Vucic (l.), der Ministerpräsident Viktor Orbán als „lieben Freund“ bezeichnete.
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Vucic meinte, Orbán habe sich als Motor einer Entwicklung bewährt, die dazu führte, dass serbische Fans heutzutage bei Sportveranstaltungen eher die Ungarn als deren Gegner anfeuern. „Herr Viktor Orbán ist in Serbien weitaus beliebter, als ich es bin“, sagte der Präsident, der wegen des tragischen Einsturzes eines renovierten Bahnhofsgebäudes mit 14 Toten innenpolitisch unter Druck steht.

Die Serben warten ungeduldig

Auf der gemeinsamen Regierungssitzung am Freitag wurden weitere sieben Vereinbarungen unterzeichnet, so dass die Zusammenarbeit der Nachbarn mittlerweile in 180 Abkommen geregelt wird. So wird der Autobahn-Grenzübergang Horgos-Röszke ausgebaut, die militärische Zusammenarbeit gestärkt, die Energiesicherheit gegenseitig abgesichert. Zur Übergabe der Bahnstrecke Belgrad-Budapest merkte Vucic an, die Bürger Serbiens warteten bereits ungeduldig, um Budapest in nur 2:40 h Fahrtzeit zu erreichen und in einem berühmten Café eine Esterházy-Torte zu essen. Aber auch das moderne Belgrad lohne einen Besuch, zumal man zwischen Bahn und Auto wählen kann: Serbien verfügt schon heute über mehr Autobahnen als das weitaus größere EU-Mitglied Rumänien.

Sicherheitsfaktor

„Serbien ist das wichtigste Land für unsere Sicherheit“, erklärte Orbán. Man habe gemeinsame Investitionen in Transportprojekte für Erdöl und Gas, den Handel mit sowie die Speicherung von Erdgas bzw. den Bau von Hochspannungs-Fernleitungen beschlossen. „Der russisch-ukrainische Krieg hat eine Ader der Energieversorgung Ungarns gekappt“, weshalb Serbien zum Haupttransitland aufgestiegen sei. Ungarn habe seine Ratspräsidentschaft darauf verwandt, die EU-Integration Serbiens voranzubringen. „Europa muss endlich begreifen, dass nicht Serbien die EU braucht, sondern umgekehrt“, betonte der Ministerpräsident.

6 Antworten auf “Strategisches Treffen in Budapest

  1. @Daniele Ganser (Schweizer Professor für Geschichte schreibt auf X)

    Das ist meiner Meinung nach sehr gefährlich und der falsche Weg: Obwohl ihm nur noch zwei Monate im Amt bleiben, hat US-Präsident Joe Biden das ukrainische Militär am Sonntag 17. November 2024 zum ersten Mal ermächtigt, ATACMS Langstreckenwaffen gegen international anerkanntes russisches Staatsgebiet einzusetzen.

    Diese Entscheidung bedeutet eine fundamentale Veränderung in der US-Politik und eine gefährliche Konfrontation der Atommächte.

    Die französische Zeitung Le Figaro berichtet, dass auch der Einsatz französischer und britischer Langstreckenraketen “Storm Shadow” auf Ziele tief in Russland genehmigt sei.

    Die USA, Frankreich, Grossbritannien und Russland sind Atommächte.

    Russlands Präsident Wladimir Putin warnte, dass der Einsatz westlicher Langstreckenwaffen aus US-amerikanischer, britischer, französischer oder deutscher Produktion gegen Russland als unmittelbare Kriegsbeteiligung des jeweiligen Herstellerlandes

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    1. Die französischen und britischen Raketen dürfen schon längere Zeit auch für Angriffe auf das russische Staatsgebiet genutzt werden. Die Reichweite dieser Raketen ist in der Regel aber deutlich geringer. Amerikanischen Raketen erreichen auch anders als die britischen und französischen Raketen fast immer ihre Ziele und haben durch eine große Anzahl von Mehrfachsprengköpfen eine große Zerstörungsgewalt. Deshalb sind sie auch der Schrecken der russischen Armee und Russland hat bis heute keine Antwort auf diese Raketen. Die zuverlässige Reichweite der ATACMS liegt bei etwa 300 km, die deutsche Taurus liegt noch weit darüber!

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