NATO

Steigender Druck auf Ungarn

In den kommenden Wochen wird ein elementares Ringen um den NATO-Vorschlag zur Unterstützung der Ukraine erwartet.

Der Druck auf Ungarn sei unglaublich, aber die Regierung habe nicht die Absicht, sich in irgendeiner Weise an der Ausbildung ukrainischer Soldaten und der Lieferung von Waffen zu beteiligen, betonte Außenminister Péter Szijjártó am Montag in Budapest.

Auf der Fidesz-Fraktionssitzung machte er darauf aufmerksam, dass die NATO damit begonnen hat, die roten Linien auszublenden, die sie zuvor selbst zog. Diese besagen, dass das Bündnis nicht in den Ukraine-Krieg verwickelt werden darf und dass alles getan werden muss, um eine direkte Konfrontation mit Russland zu vermeiden.

Ungarn steht allein da

Jetzt wolle die NATO jedoch ihre koordinierende Rolle bei den Waffenlieferungen und der Ausbildung ukrainischer Soldaten erhöhen. Zudem soll ein 100 Mrd. Euro schweres Hilfspaket verabschiedet werden. Ungarn möchte sich jedoch in keiner Form beteiligen. „Wir wollen uns da ganz heraushalten, aber verhindern können wir es nicht.“ Ungarn steht unter unglaublichem Druck, damit sich ungarische Soldaten nicht daran beteiligen müssen, dass auf seinem Territorium nichts dergleichen passieren kann und dass die Steuerzahler nicht dafür zahlen müssen. Ungarn stehe Szijjártó zufolge mittlerweile ziemlich allein da. Die NATO möchte keinen Präzedenzfall dafür schaffen, dass ein Verbündeter bei einer Militäroperation außen vor bleibt.

Gefährdung der eigenen Sicherheit

Szijjártó beklagte erneut, dass die westlichen Politiker offenbar nicht gewillt sind, die Waffenlieferungen einzustellen. Dabei sei längst klar geworden, dass es auf dem Schlachtfeld keine Lösung gibt, da keine der beiden Seiten die andere überwinden kann und sich die Frontlinie höchstens ein paar Kilometer hin und her bewegt. „In NATO-Kreisen wird nun offen und unverblümt die Position vertreten, dass den Ukrainern geholfen werden muss, selbst auf die Gefahr hin, unsere eigene Sicherheit zu gefährden.“ Als gutes Beispiel nannte er die Tatsache, dass die Slowakei, die alle ihre Militärflugzeuge abgab, den vom Westen bestellten Ersatz nicht rechtzeitig erhielt, so dass ihre Luftabwehr nun von Ungarn und Tschechien sichergestellt wird.

2 Antworten auf “Steigender Druck auf Ungarn

  1. Ganz genau. Und die USA wollten diesen Krieg, um Russland und Europa zu schwächen, und fast ganz Europa fällt darauf herein und tanzt kriegsgeil nach deren Pfeife, immer weiter Richtung Eskalation zu einem Weltkrieg. Allein Ungarn versucht sich da herauszuhalten – top!

    2
    1

Schreibe einen Kommentar

Weitere Artikel

BZ+
17. Mai 2024 14:10 Uhr
BZ+
16. Mai 2024 11:50 Uhr