Rumänien

Skandal um Szeklerland

Der rumänische Ministerpräsident hat bei der ungarischen Nationalität für einen handfesten Skandal gesorgt, als er im Parlament erklärte, es gebe kein Szeklerland, also wird es auch nie eine Autonomie geben können. Derweil haben bereits mehr als 60% der Ungarn in Rumänien die ungarische Staatsbürgerschaft beantragt. 

„Das Szeklerland wird noch existieren, wenn der Politiker Marcel Ciolacu längst vergessen ist.“ Mit diesen Worten reagierte der für den RMDSZ im Parlament sitzende Senator József Kulcsár-Terza auf die Aussagen des Ministerpräsidenten, die in weiten Teilen der nationalen Minderheit wenig Gegenliebe fanden. Es sei skandalös und erbärmlich, wenn ein Ministerpräsident keinen Unterschied zwischen Rumänen und rumänischen Staatsbürgern machen kann. „Herr Ciolacu, wir sind keine Rumänen, wir sind Ungarn und Szekler, die in Rumänien leben. Die Geschichte hat es so gewollt, dass wir heute rumänische Staatsbürger sind“, erklärte der ungarische Abgeordnete. Autonomie sei in der EU durchaus möglich, wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gerade auf Korsika zeige.

Ungarischer Pass begehrt

Unterdessen zeigte eine aktuelle Umfrage in der 1,1 Mio. Einwohner zählenden ungarischen Gemeinschaft, dass bereits 61% der in Rumänien lebenden Ungarn die ungarische Staatsbürgerschaft beantragt haben. Laut der von SoDiSo Research im Auftrag der Eurotrans-Stiftung vorgenommenen Befragung hätten weitere 18% die Staatsbürgerschaft zwar noch nicht beantragt, tragen sich aber mit solchen Gedanken. Nur 19% der in Rumänien lebenden Ungarn beabsichtigen dies nicht. Die ungarische Staatsbürgerschaft ist bei Menschen in größeren Städten, bei jungen Leuten und solchen mit höherer Bildung populärer.

Freie Fahrt für Auslandsungarn

Unter den direkten Subventionen, die das Mutterland den Auslandsungarn bereitstellt, ist die Bildungsförderung zur Pflege der ungarischen Sprache am beliebtesten. 57% der Befragten gaben an, dass sie oder ein nahes Familienmitglied diese Unterstützung in Anspruch genommen haben. Immerhin 16% beantragten Mutterschaftsgeld, und 12 % die Baby-Anleihe. Reisekostenzuschüsse für Fahrten nach Ungarn wurden derweil nur von 6% der Befragten in Anspruch genommen. Doch ab 1. März dürfen Auslandsungarn diese von 90 auf 100% aufgestockte Vergünstigung für zwölf (bislang vier) Reisen im Jahr beanspruchen.

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23. April 2024 12:40 Uhr