Foto: Außenministerium

AKW Paks

Sicherer Strom garantiert

"Ungarn wird mit der Erweiterung des AKW Paks und dem Ausbau der Solarenergie seinen Bedarf an Elektroenergie eigenständig abdecken können."

Das können nur wenige Länder von sich behaupten, sagte Außenwirtschaftsminister Péter Szijjártó beim Besuch des einzigen Atomkraftwerks des Landes am Montag in Paks. „Hier wird eines der sichersten und effizientesten Kraftwerke der Welt unterhalten, das die sichere Stromversorgung garantiert und der Volkswirtschaft einen riesigen Wettbewerbsvorteil verschafft“, sagte er und verwies auf die Energiekrise, die den Stellenwert des AKW Paks nochmals anhebe.

Warnung vor handlungsunfähiger EU

Unterdessen warnte ein führender Nuklearenergieexperte vor einer handlungsunfähigen EU für den Fall, dass die Gemeinschaft die Finanzierung von Erdgas- und AKW-Projekten als nicht nachhaltig einstellen würde. Attila Aszódi sagte dem Nachrichtenportal infostart.hu, die Debatte um die Zuordnung solcher Projekte sei wirtschaftlicher und politischer Natur, nicht aber von Umweltgesichtspunkten getragen. „Finanziert werden dürfen soll nur noch, was in der Energiepolitik ein grünes Etikett erhält. Allein mit Windkraft wird Europa seinen Energiebedarf aber nicht stillen können.“

Obendrein verstoße es gegen den EU-Grundvertrag, in dem Energiepolitik und Energiemix in der Befugnis der Mitgliedstaaten blieben, um den nationalen Unterschieden Rechnung zu tragen, verwies der Dozent an der TU Budapest (BME) auf komplexe Zusammenhänge. Aszódi würde eher die Nachhaltigkeit der Projekte messen, die in Bezug auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft erfasst werden müsse. Die Frage laute nämlich nicht, wie grün Nuklearenergie oder Erdgas sind, sondern wie der europäische Stromverbund mit möglichst geringen Schadstoffemissionen intakt gehalten werden kann.

21 Antworten auf “Sicherer Strom garantiert

  1. Sofern Aszódi eine Lösung für die Endlagerfrage des Atommülls präsentieren kann, darf er gerne von Nachhaltigkeit sprechen.
    Sicherheit ist zudem immer auch in Relation zum Gefahrenpotential zu sehen. Auch wenn man das Risiko eines Unfalls stark minimiert, bleibt eben immer ein Restrisiko mit bei Kernkraftwerken enormen Folgen. Sowohl in der Ukraine wie auch in Japan sind Reaktorkerne nicht mehr zu kontrollieren und können nur noch abgeschirmt werden. Und diese Reaktorkerne werden auch noch die nächsten Generationen beschäftigen.

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      1. Deshalb kann man bei Handelsblatt.de wohl auch lesen:
        “Die deutschen Autohersteller Volkswagen, BMW und Daimler sind in Forschung und Entwicklung führend…”
        Innovationsrangliste
        Deutsche Autohersteller und Tesla sind besonders innovativ

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    1. Und in Deutschland suggeriert man, es könne Erdbeben und Tsunamis wie in Japan geben, oder warum sonst nimmt man Fukushima als Grund zum Atomeausstieg? Aber wenn jetzt dort die Kraftwerke abgeschaltet werden, fehlt es an Strom. Alternativen hat man nicht realisiert, kann man auch nicht.

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      1. Vom Kernkraftwerk in Tschernobyl sagt man, eine Explosion sei schon vom technischen Prinzip der Anlage her nicht möglich.
        Dann aber gab es die Explosion.

        Malen Sie sich mal die Folgen aus, wenn es eine Nuklearkatastrophe in Paks geben würde.

        Und beschreiben Sie doch auch mal die Lösung, die Ungarn für die Lagerung der radioaktiven Abfälle gefunden hat. Denn das Zeug fällt auch an, ohne dass es eine Nuklearkatastrophe gibt. Und sauber ist es eben auch nicht und strahlt noch im nächsten Jahrtausend.

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  2. Nun, Norwegen kann nicht mehr Gas nach Deutschland liefern. Deutschland hatte – an anraten Brüssel – keine langfristige Kontrakten geschlossen. Russland liefert kontrakt treu. Niemand hat gesagt: Deutschland hat von Russland xz Kubikmeter Gas gekauft für 2021 und wurde diese nicht geliefert. Warum wird die Nordseeleitung nicht in Betrieb genommen? Wie ich mich erinnere, vor 15? Jahre haben die Ukraine auf dem Transitweg Gas gestohlen. Sicher waren die Tagespreise früher günstig. Jetzt werden sogar die Tanker umgeleitet, wenn irgendwo höhere Tagespreise bezahlt werde. Kohle weg, Atom weg, Gas nicht genug, Sonne scheint nicht Wind entweder zu viel oder zu wenig. So funktioniert kein Volkswirtschaft.

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    1. Atomstrom macht in Deutschland nur noch einen geringen Teil der Energieerzeugung aus. Erneuerbare Energie kommt hingegen schon auf die Hälfte.
      Wer zudem nicht kleinstaatlich denkt, der arbeitet z.B. wie Deutschland mit Österreich und Schweden zusammen, wodurch die Wasserspeicherkraftwerke mit der Windkraftgewinnung wunderbar kombiniert wird.

      Es gab auch keine Stromausfälle in Deutschland, als zum Jahreswechsel 3 AKWs vom Netz gingen.

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  3. Man kann eine eigene Meinung haben, aber keine eigenen Tatsachen. es sprechen auch die vergleichsweise hohen Kosten in Höhe von rund 20 Cent pro Kilowattstunde gegen Kernenergie. Das sei vier Mal so teuer wie aus erneuerbaren Energien. Zudem bis zu 25 Jahre dauernde Bauzeit neuer Atomanlagen. Wenn wir 2045 klimaneutral sein wollen, dann wird uns Atomkraft keinen einzigen Meter weiterhelfen. Sie ist zu teuer und zu langsam und zu gefährlich. Teuerste Form der Stromerzeugung

    Billiges Erdgas und deutlich gesunkene Kosten für erneuerbare Energien graben der Atomenergie laut IWR die wirtschaftliche Grundlage ab. Wie das Energieportal oilprice.com in einem Beitrag schreibt, ist die Atomkraft – abgesehen von Gas-Spitzenlastkraftwerken – mittlerweile die teuerste Stromerzeugungs-Technologie der Welt. Die Energiekosten für die Kernenergieerzeugung betragen danach jetzt 155 US-Dollar pro Megawattstunde (15,5 ct/kWh), verglichen mit 49 $ / MWh (4,9 ct/kWh) für Solarenergie und 41 $ / MWh (4,1 ct/

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  4. Wie gesagt, es sind Tatsachen, dass ein AKW von der Planung bis zur Fertigstellung Jahrzehnete benötigt, die Kosten für den Müll werden auch nicht weniger. Nichts für die Zukunft, und schon gar nicht nachhaltig. Das ist Fakt, alles andere ist Schminke.

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23. Mai 2024 11:37 Uhr