Weltraumforschung
Satelliten als Auge im All
Zwei Industriesatelliten der C3S Kft. werden voraussichtlich am Freitag mit der SpaceX Falcon 9 Transporter-15-Rakete in den niedrigen Erdorbit befördert. WISDOM demonstriert eine mit Unterstützung der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) entwickelte Kollisionsvermeidungstechnologie. Mauve ist der erste wissenschaftliche Satellit des britischen Unternehmens Blue Skies Space Ltd., für den C3S die Plattform mit 16 Satelliteneinheiten lieferte.
Die Mission ist von doppelter Bedeutung für die ungarische Raumfahrtindustrie: WISDOM (Wise Integration of Satellites PNT Tracking Data using OWL for Collision Avoidance Management) ist ein vom ESA-Programm NAVISP gefördertes Projekt, das eine neue Lösung für Satelliten zur autonomen Bahnkorrektur und Kollisionsvermeidung bietet. Nach der Inbetriebnahme wird der aus sechs Einheiten bestehende CubeSat in zwei kommunizierende Satelliten mit je drei Einheiten aufgeteilt. Diese sind mit einem GNSS-Empfänger und einem vom Unternehmen entwickelten Satelliten-Monitoring ausgestattet, um Positionierung, Kommunikation und die Koordination der Manöver zu gewährleisten.
In den Demonstrationssituationen zur Kollisionsvermeidung führen die Satelliten die notwendigen Flugbahnkorrekturen selbstständig und koordiniert durch. Das Projekt wird im Rahmen internationaler Zusammenarbeit realisiert. Die Manöver werden durch die in den ungarischen Satelliten integrierten Mini-Triebwerke gewährleistet, die von der finnischen Firma Aurora Propulsion Technologies entwickelt und geliefert wurden. Das ebenfalls in Finnland entwickelte Plasmabremssystem sorgt für die kontrollierte und sichere Rückkehr des Satelliten in die Erdatmosphäre. Nach dem Start beginnen die wissenschaftlichen Beobachtungen Anfang 2026. Der Satellit wird von C3S betrieben. Die beiden Satelliten starten von der Vandenberg Space Base in Kalifornien.
