EU-Klimaziele

Plötzlich alles bestens?

Laut Ministerium für Technologien und Industrie (TIM) ist in Brüssel eine gute Vereinbarung zum Klimaschutz gelungen. Die EU will ihre Kohlendioxidemissionen bis 2030 um 55% (gegenüber dem Stand von 1990) reduzieren.

Das sieht Ungarn als machbar an, wo im Jahre 2020 bereits eine Reduzierung um 34% erreicht worden war. Weitere Fortschritte verspricht die Stilllegung des auf Braunkohle basierenden Mátra-Kraftwerks bis 2025. Beim Quotenhandel (ETS) wurden auf Initiative Ungarns Mechanismen eingebaut, die extreme Preisschwankungen ausbremsen sollen. Außerdem wurde der Startschuss für das neue System (mit Gewerbeimmobilien und Verkehr) auf 2027 verschoben. Ab 2029 gilt das ETS-Regime dann auch für private Immobilien und Fahrzeuge.

Kompromiss beim Quotenhandel

Dagegen hatte sich Budapest bis zuletzt entschieden gewehrt. Nun aber würdigte Staatssekretär Attila Steiner, der Klima-Sozialfonds gebe Ungarn den Spielraum, um die negativen Effekte des ETS und der Energiewende für die Bürger abzuwenden. Der Sozialfonds wird mit insgesamt 59 Mrd. Euro ausgestattet; Ungarn soll zwischen 2027 und 2032 knapp 1.000 Mrd. Forint (2,5 Mrd. Euro) daraus erhalten.

Verbrennungsmotor ist kein Teufelszeug

Schließlich bleibe die Wettbewerbsfähigkeit der Automobilindustrie auf lange Sicht gewahrt, weil der Verbrennungsmotor 2035 nicht automatisch verbannt wird. Dazu sagte TIM-Ressortleiter László Palkovics dem Info-Radio: „Wir haben mit unseren Kollegen in Deutschland erreicht, den Verbrennungsmotor an sich nicht als Teufelszeug abzutun. Diese Technik hat sich seit 150 Jahren bewährt, die besten Verbrennungsmotoren werden heute in Europa und speziell in Deutschland gebaut. Warum sollte man diesen Vorteil im Wettbewerb aufgeben, wenn es gelingt, diese Motoren klimaneutral anzutreiben?“ Die Deutschen forschen an synthetischen Kraftstoffen, der Minister ist ein Fan der Wasserstofftechnologie.

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8. August 2022 11:00 Uhr