Orbán auf dem Rückflug:
„Ich habe immer zu Donald Trump gehalten“
Orbán stand Journalisten auf dem Rückflug aus Washington Rede und Antwort. Mit der Befreiung von den US-Sanktionen auf russische Energieträger wurde Ungarn von ausufernden Benzin- und Gaspreisen verschont: via TurkStream flossen 2024 rund 8,5 Mrd. m3 Erdgas für Ungarn und die Slowakei, über die Druschba-Trasse bezog Ungarn ca. 5 Mio. t Rohöl. Der Ministerpräsident sprach von einem „Blitzableiter“, den die Politik einbauen konnte – andernfalls hätten die Bürger und die Wirtschaft verheerende Auswirkungen der Sanktionen ertragen müssen. „Wir haben eine Vereinbarung über einen Schutzschirm für unser Finanzsystem getroffen. Die USA werden Ungarn gegen externe Angriffe von Spekulanten oder politischen Gegnern schützen, um seine Finanzstabilität zu bewahren“, führte Orbán weiter aus.
Das Wiederbesinnen auf eine patriotische Gesellschaft
Zur Verhandlungstaktik merkte Orbán an, der Präsident der Vereinigten Staaten treffe die großen strategischen Entscheidungen und überlasse die Details den Ministern. Als Europäer müsse man ungemein aufpassen, technische Fallstricke zu umgehen. „Ich wusste, dass Trump allen Vorschlägen zustimmen wird, die gut für Ungarn sind, ohne dabei Amerika zu schaden.“
Der Ministerpräsident würdigte das politische Geschick von Trump, der die „Hindernisbahn“ der US-Wahlen gleich zwei Mal erfolgreich absolvieren konnte. „Dass Donald Trump ein guter Präsident wird, stand schon zur ersten Amtszeit außer Frage. Heute gilt das erst recht.“
Orbán erinnerte an das durch den Deep State provozierte „Spießrutenlaufen“, um alle radikalen Veränderungen zu torpedieren, die Anschläge auf Trumps Leben und die Versuche, ihn mittels Staatsanwaltschaft und Gerichten mundtot zu machen. Das alles hatte aber nur zur Folge, dass heute ein Tornado von zivilisatorischen Ausmaßen über die USA hinwegfege. An die Stelle einer woke-liberalen, internationalistischen Welt trete nun wieder eine patriotische, christlich-konservative, traditionsbewusste Gesellschaft.

Der Untergang des Westens droht
„Wenn es den USA unter Trump gelingt, eine moderne christliche Regierungsführung zu verwirklichen, die alles Gute aus der Vergangenheit übernimmt, aber Ballast wie die LGBTQ-Ideologie oder die unkontrollierte Zuwanderung über Bord wirft, dann wird uns das auch in Europa gelingen.“ Orbán bettete seine Verhandlungen in Washington in den Zivilisationskampf der westlichen Welt ein, wo er „absurde Auswüchse radikalisierter linksliberaler Globalisten“ sieht, die Gesellschaft nach ihrem Zerrbild zu formen. Auch in Ungarn müsse man verstehen, dass der Untergang des Westens drohe. Er selbst arbeite seit 2010 aktiv an der Umsetzung eines Plans, dessen Erfolg für kleine Nationen wie die Magyaren eine Überlebensfrage sei.
Die sehr gute persönliche Beziehung zu Donald Trump machte Viktor Orbán daran fest, dass sie auch in den schwierigsten Momenten zu jeder Zeit signalisierten, zueinander zu halten. „In Europa gibt es kaum einen Regierungschef, der sich nicht abfällig oder verletzend über Trump geäußert hätte. Man sollte nicht vergessen: Politik wird durch Menschen gemacht.“
Die Ungarn sollten Recht behalten
Dass Ungarn in der Frage des Ukraine-Kriegs in der EU-27 allein steht, bezeichnete Orbán als schwierig. „Wenn ein Land von unserer Größe all den anderen sagt, eure Strategie ist nicht gut, ihr befindet euch auf dem Holzweg, ist das Eis ganz dünn. Aber wenigstens kann ich auf das Beispiel verweisen, dass die Ungarn in der Frage der illegalen Migration Recht behalten sollten.“ In der Frage des Friedens für die Ukraine habe man nun die USA, die führende Macht des Westens, an seiner Seite – das hebe entscheidend die Chancen an, Ungarns Standpunkt könnte sich wieder mal als richtig erweisen.


Also das goldene Zeitalter kommt. V.O. hat vieles erreicht und wenn die EU schäumt ist ja schon vieles gewonnen, bzw. muss viel gut und richtig gemacht worden sein.
“Politik wird durch Menschen gemacht.“ – Genau diese Erkenntnis war seinerzeit auch das Erfolgsrezept von Helmut Kohl. Ohne seine “privaten” Treffen mit führenden Politikern aus aller Welt und deren positive Auswirkungen auf das zwischenmenschliche Klima (Vertrauen!) hätte er wohl nicht so viel Erfolg gehabt.
Scholzomat und Amarena Bläckrock mit ihrer Arroganz haben später eindrucksvoll gezeigt, wohin der entgegengesetzte Weg führt.
Den aufgeblähten Blahsack nicht vergessen…
Sollte Ungarn torpediert werden bezüglich Energieversorgung, dann hoffe ich auf Trump. Er könnte die Daumenschrauben gegen Brüssel anziehen, damit Brüssel einknickt.
Ich möchte hier ein grundsätzliches Problem ansprechen.
Die französische Rechte scheint ein völlig anderes Verhältnis zu Trump zu haben. Der Vorsitzende des Rassemblement National, Jordan Bardella, betonte aktuell, dass er keine Hilfe von US-Präsident Donald Trump benötige, um Frankreichs politische Zukunft zu gestalten.
„Ich bin Franzose, also bin ich nicht glücklich über Vasallenschaft, und ich brauche keinen großen Bruder wie Trump, der über das Schicksal meines Landes entscheidet“, sagte er in einem Interview mit The Telegraph, das am späten Dienstag veröffentlicht wurde.
Die nicht überbrückbaren Meinungsverschiedenheiten bei vielen Themen scheint ein grundsätzliches Problem der Rechten, aber nicht nur in Europa, zu sein. Man betrachte nur Polen, Ungarn, Frankreich und Deutschland. Der einzige gemeinsame Nenner ist, dass jeder nur den Vorteil für sein Land sucht und Kompromisse mit anderen grundsätzlich ablehnt. So ist das Scheitern aber vorprogrammiert.