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Ministerpräsident Viktor Orbán beim Gipfel der Turkstaaten: „Die globale Mehrheit möchte Frieden in der Ukraine.“ Fotos: Ministerpräsidentenamt/ Vivien Cher Benko

Orbán beim Turk-Gipfel

Friedenslager muss lauter werden!

„Heute tobt in Europa nicht einfach nur ein Krieg, die Machtverhältnisse in ganz Europa werden neu geordnet“, analysierte Ministerpräsident Viktor Orbán auf dem Gipfel der Turkstaaten am Donnerstag in Ankara.

 

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Ministerpräsident Viktor Orbán ermutigte den Gastgeber des Gipfels, den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan (l.), weiter im Ukraine-Krieg zu vermitteln.

„Die globale Mehrheit möchte Frieden in der Ukraine“, fügte er hinzu. Das Friedenslager müsse die Lautstärke des Lagers der Kriegsbefürworter erreichen, schlug der ungarische Premier den Präsidenten der Türkei, Kasachstans, Aserbaidschans, Kirgisiens, Usbekistans, Turkmenistans und Nordzyperns vor.

Es sei bedauerlich, aber Europa leide unter einer „Kriegspsychose“. Orbán bedankte sich bei den Präsidenten der Turkstaaten, sie würden die Stimme des Friedenslagers in der Welt stärken. Den Gastgeber Recep Tayyip Erdogan ermutigte er zu weiteren Vermittlungserfolgen zwischen Russland und der Ukraine. Gleichzeitig dankte er für ein koordiniertes Auftreten der Türkei und Ungarns im Rahmen der NATO.

Orbán erinnerte an das Blutopfer der Ungarn

Neben den wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Krieges und der Sanktionspolitik der EU erinnerte Orbán die Partner des Gipfeltreffens an das besondere Blutopfer der Ungarn. Viele Angehörige der ungarischen Minderheit, die in Transkarpatien im äußersten Westen der Ukraine lebt, würden in die Armee eingezogen und ließen bei der Verteidigung der Ukraine ihr Leben. Für Ungarn sei nicht zuletzt aus diesem Grund die Rettung von Menschenleben erstrangig; deshalb dränge man so vehement auf einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen.

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Ministerpräsident Orbán warnte vor einer neuen Blockbildung.

Gefahr der Blockbildung

Die vor sich gehende Neuordnung der Machtverhältnisse in Europa werde sich auch auf die Welt der Turkvölker auswirken. Ungarn sehe eine weitere Gefahr für die Weltwirtschaft in der neuen Blockbildung. Um dem entgegenzuwirken, wolle Budapest seine Zusammenarbeit mit den Turkstaaten intensivieren. Die Geldmittel für den Investitionsfonds der Staatengruppe stünden zur Einzahlung bereit.

 

Mehr zu den Ansichten von Premier Orbán zum Ukrainekrieg finden Sie in diesem BZ-Interview.

21 Antworten auf “Friedenslager muss lauter werden!

  1. Nachdem nun 2 der 4 Staaten der V4-Gruppe sogar Kampfflugzeuge den verteidigenden Ukrainern übergeben werden, versucht es Orban nun mit den “Turkvölkern”.
    Und dabei wird er nicht müde eine simple Tatsache zu verkünden:
    “Die globale Mehrheit möchte Frieden”

    Vertreter des “Lagers der Kriegsbefürworter” findet Orban bei seinen Geschäftspartnern in Russland und China:
    Putin führt einen Krieg.
    Das chinesische Regime droht mit einem Krieg.
    Erdogan schickt Soldaten ins Nachbarland und droht sogar Griechenland mit militärischer Gewalt.
    Offensichtlich hat sich Orban bei seiner Suche nach dem “Friedenslager” ziemlich verirrt.

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    1. Hat er nicht: Russland wurde zum Krieg gezwungen; China und Türkei können sich den gewaltsamen US-Imperialismus auch nicht mit ansehen, sie würden nach Russland als nächste zwangsunterworfen werden. 2016 versuchten die US-Marionetten es schon ernsthaft mit der Türkei. Und die ganze NATO außer Türkei und Ungarn ist Kriegstreiber für den US-Imperialismus.

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      1. Wer hat Russland bedroht?
        Etwa die Nato, zu der schließlich auch die Ungarn gehören?

        Taiwan ist eine Demokratie deren Bevölkerung nicht unter dem chinesischen Regime leben wollen.

        Manch einer redet von Frieden und rechtfertig gleichzeitig Angriffskriege.
        Dabei bezeichnet er die Menschen, die Demokratie und Freiheit lieben, als Marionetten, während er selbst korrupte Unterdrückungsregime anschmachtet.

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        1. Zitat Hatzig: “Wer hat Russland bedroht? Etwa die Nato, zu der schließlich auch die Ungarn gehören?”

          https://peds-ansichten.de/2023/03/krim-krise-maidan-ukraine-sezession-kosovo/
          (Quellennachweise am Ende des Artikels)

          Lesen können Sie ja. Aber verstehen Sie auch, was da geschrieben steht?

          Wenn Sie glauben, es verstanden zu haben, dann versuchen Sie doch bitte mal, das anhand von Fakten zu widerlegen. Aber bitte mit Quellennachweis, so wie im verlinkten Artikel.

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          1. Das ist der Beginn der Ereignisse. Hier geht es weiter…
            https://peds-ansichten.de/2022/08/joe-hunter-biden-ukraine-usa-burisma-notebook/

            https://peds-ansichten.de/2023/02/ukraine-konflikt-minsk-abkommen-donbass/

            https://peds-ansichten.de/2023/02/enttaeuscht/

            Insbesondere der zuletzt verlinkte Artikel befasst sich mit der Strategie von Zbigniew Brzezinski, die er als Chefberater mehrerer US-Regierungen in seinem Buch “The Grand Chessboard” bzw. “Die Einzige Weltmacht” beschrieben hat. Es ist der Plan Brzezinskis, wie man Russland unterwerfen kann und welche besondere Rolle der Ukraine dabei zukommt, der von der US-Regierung mindestens seit Bill Clinton konsequent verfolgt wird.

            Wer sich diesbezüglich weiterbilden möchte, kann das Buch von Brzezinski hier herunterladen (pdf-file, 313 Seiten)…
            http://www.dragaonordestino.net/Drachenwut_Blog_DragaoNordestino/Freies-Konsensforum/Freies-Konsensforum_arquivos/Die-einzige-Weltmacht.pdf

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    2. China und Russland sind vor allen Geschäftspartner der gesamten EU, insbesondere der Deutschen. Viele Länder haben gestiegene Handelsbilanzen mit Russland sogar und deutsche Firmen werden die Heimat verlassen, wandern auch nach China aus. Dass nun die falschen Guten im Westen russisches Öl über Indien einkaufen verrät ihre Dummheit, die Hatzig immer wieder zum Besten gibt.

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      1. Tja – sich mal eben Geld aus Russland für den Bau eines russischen AKWs zu leihen und neue Gaslieferverträge mit Russland zu schließen, die lange Zahlungsziele vorsehen – also wieder geliehenes Geld aus Russland – unterscheidet sich doch sehr vom Rückzug westlicher Firmen aus Russland.
        Das Gerede von Firmen, die nun plötzlich Europa mit Ziel China verlassen, gehört auch wieder nur in die Rubrik Dr. Mókus´ Schauermärchen.

        Unser Dr. Mókus versteht offensichtlich gar nicht, was die höchste Zahl an Erwerbstätigen in der Geschichte Deutschlands eigentlich bedeutet.
        Aber diese Zahl passt ja auch so rein gar nicht zu den Untergangspredigten eines Dr. Mókus.

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          1. Wie?
            Hat etwa wieder ein Hersteller von analogen Telefonen geschlossen. Schrecklich.
            Alle, von der Buchhalterin bis zur Putzfrau werden nun keine Arbeit mehr finden.
            Schuld sind die Linksliberalen, die Telefone mit Wahlscheiben boykotieren. Der Untergang ! 😀

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            1. Herr Hatzig, ich würde dem (durchaus lustigen Beitrag mit den Telefonscheiben) gerne zustimmen, wenn es einen Anhaltspunkt dafür gäbe.
              Boris Palmer meinte gestern auf seiner Meta-Seite “Ein Land stürzt ab
              Die Deindustralisierung unseres Landes ist in vollem Gange. …” Dazu kamen fast 3000 Kommentare. So hat es die User aufgewühlt und die meisten bestätigen auch diesen Gedanken.

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              1. Boris Palmer ist Bürgermeister der Universitätsstadt Tübingen, kein Wirtschaftsexperte.

                Dass die Menschen schnell Ängste entwickeln, wenn Schreckensszenarien verbreitet werden, ist verständlich.
                Dass aus der Wirtschaft Stimmen kommen, die von drohender Deindustralisierung reden, ist wiederum auch verständlich, da die Bundes- und Landesregierungen dazu gebracht werden sollen, wie die US-Regierung viele Milliarden an Subventionen zu verteilen.

                Dieses Geklapper gehört zum wirtschafts- und finanzpolitischen Alltag.
                Die Bundeswehr stellt sich auch, als eine abgemagerte Truppe dar, der alles fehlt, auch wenn sie schon vor dem 100 Mrd.€ “Sondervermögen” über den siebthöchsten Wehretat weltweit verfügte. Da wird dann gejammert, man habe keine Panzer, obwohl die Bundeswehr über die neuesten Leopard-Modelle verfügt und die älteren schlicht abgegeben hatte.

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          2. Dänische Minudterpräsidentin in Kairo. Pressekonferenz:
            “Die ” Westen” ist 1/7 der Weltbevölkerung. Wenn wir uns nicht um faire Bezihungen zu Ländern, die anders als wir leben, bemühen, sie nicht akzeptieren, isolieren wir uns selbst.”
            Frau Mette ist Sozialdemokratin.

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  2. Jetzt sind sie völlig übergeschnappt! – Haftbefehl gegen Putin: Die Entwertung angeblich objektiver internationaler Institutionen

    Zitat aus dem Artikel: “Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat Haftbefehl gegen Wladimir Putin erlassen. Damit hat der Westen den Gerichtshof entwertet und dem Völkerrecht einen weiteren schweren Schlag versetzt.

    Die Verhängung des Haftbefehls, den der Internationale Strafgerichtshof gegen den russischen Präsidenten Putin erlassen hat, ist juristisch unwirksam und ein weiterer Schlag des Westens gegen das Völkerrecht, der Russlands Kritik bestätigt, dass der Westen angeblich objektive und neutrale internationale Institutionen entwertet. Warum das so ist, werde ich hier der Reihe nach aufzeigen.”

    weiterlesen…
    https://www.anti-spiegel.ru/2023/haftbefehl-gegen-putin-die-entwertung-angeblich-objektiver-internationaler-institutionen/

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    1. Ja, welche Einrichtung auf der Welt soll wirklich objektiv sein, und wie soll das gehen? Indem beide Seiten wirklich in allen Dingen Vetorecht haben und keiner die Oberhand erlangen kann? Keiner kann irgendeine Einrichtung leiden, die nicht seinen Interessen dient.
      Es ist ein Hohn, daß die Zwangsherrschaft des einen Landes über ein ethnisch anderes Land Völkerrecht sein soll, wie es derzeit hauptsächlich der Westen propagiert und praktiziert: Z.B. Spanien über Katalonien, Italien über Südtirol, Ukraine über Neurußland und sogar über die Krim, die 1954 aus reiner Willkür der Ukraine zugeschlagen wurde.

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  3. Nun wird Putin deutlich gemacht, dass sich die Welt weiter entwickelt hat und das Recht der rohen Gewalt des Stärkeren entgegengesetzt wird.

    Putin forderte mit seinem Angriffskrieg die zivilisierte Welt heraus.

    Nun wird er auch rechtlich dafür zur Rechenschaft gezogen.

    Militärisch und wirtschaftlich straft Putin ja schon selbst die Russen, die ihn gewähren lassen.

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  4. Ambitionen der USA – War der Ukraine-Konflikt wirklich völlig unerwartet?

    Einer der ältesten und wichtigsten Rechtsgrundsätze überhaupt, der z.B. bereits Bestandteil der Rechtsnormen im Römischen Reich und bei den alten Germanen war, lautet: “Audiatur Et Altera Pars”. Ins Deutsche übersetzt bedeutet das in etwa: “Man höre auch die andere Seite”. In einem ordentlichen Gerichtsverfahren bedeutet das, dass stets beide Seiten anzuhören sind, nämlich die Anklage UND die Verteidigung. Mit Beginn der C-PLandemie wurde dieses Rechtsprinzip beinahe völlig ausser Kraft gesetzt. Je nach dem wer gerade Kläger oder Angeklagter war, wurde und wird so gut wie immer nur die Seite derer berücksichtigt, die das Herrschaftssystem, die Interessen von BigPharma oder die Ambitionen der Globalisten zur Weltherrschaft vertreten.

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    1. … Fortsetzung:

      Jüngste Beispiele dafür sind die Ärzte, die angeklagt und verurteilt werden, weil sie sich an den “Hippokratischen Eid” erinnert hatten und Patienten halfen, die sie angeflehten, ihnen nicht die ungenügend oder gar nicht getesteten “Experimentellen mRNA-Substanzen” zu spritzen, weil sie Angst davor hatten, ihnen aber trotzdem eine sogenannte “Impfbescheinigung” auszustellen, um z.B. ihren Arbeitsplatz nicht zu verlieren. Die berechtigten Argumente dieser Ärzte wird von Gerichten ignoriert.

      Gleiches gilt auch für die immer wieder erhobene Behauptung, Russland führe einen Angriffskrieg gegen die Ukraine und der Konflikt wäre völlig unerwartet ausgebrochen. Im Westen wird immer nur die “Anklage” gegen Russland gehört, aber niemals die “Verteidigung”…

      https://www.anti-spiegel.ru/2023/war-der-ukraine-konflikt-wirklich-voellig-unerwartet/

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      1. Vor 20 Jahre begann den volkerrechtswidrigen Krieg der Amis in Irak. Ca 1.000.000 Zivile Tote. Millionen Vertriebene. Diesen Kriegsverbrechen dürfen wir nicht vergessen. Bis heute ist weder Frieden, noch ” Drmokratie”. Und die Täter machen es nochmal. Guter Artikel in Weltwoche.

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23. Mai 2024 11:37 Uhr