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Der ehemalige US-Präsident Donald Trump empfängt Ministerpräsident Viktor Orbán in seiner Residenz in Florida. Fotos: MTI/ Zoltán Fischer

UPDATE - Orbán bei Trump

Treffen der „Friedensstifter“

Ministerpräsident Viktor Orbán war am Freitagabend Gast von Ex-Präsident Donald Trump. Die Politiker verhandelten eine Stunde lang auf der Trump-Residenz Mar-a-Lago in Palm Beach in Florida.

In den Sozialmedien titelte Orbán das Treffen mit „Friedensstifter“. Seine beigefügte Bitte war unmissverständlich: „Make America great again, Mr. President!“ Zur ungarischen Delegation gehörten Außenminister Péter Szijjártó, Balázs Orbán, der politische Direktor des Ministerpräsidenten, sowie der ungarische Botschafter in den USA, Szabolcs Takács.

Frieden muss man wollen

Die Verhandlungen kommentierte Orbán im Anschluss mit den Worten: „Wir erzielten Übereinstimmung in der Position, dass es einen Frieden im Nahen Osten und in der Ukraine nur geben kann, wenn die politischen Führer der Welt Frieden wollen.“ Donald Trump war als Präsident der Vereinigten Staaten ein Mann des Friedens, der Respekt in der Welt besaß und damit die Voraussetzungen für den Frieden schuf. „Während seiner Präsidentschaft gab es Frieden im Nahen Osten und Frieden in der Ukraine. Und auch heute gäbe es keinen Krieg, wäre er Präsident.“ Orbán merkte ergänzend an, er sei stolz, mit Ungarn zum Lager jener Staaten zu gehören, die auf Frieden drängen.

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Zugegen bei der einstündigen Verhandlung von Viktor Orbán mit Donald Trump waren auch Außenminister Péter Szijjártó (3.v.r.) und Balázs Orbán (r.), der politische Direktor des Ministerpräsidenten.

Besser für die Welt und für Ungarn

Was die wirtschaftlichen Beziehungen anbelangt, übertraf der bilaterale Handel im Vorjahr 9 Mrd. USD, „doch wollen wir an diesem Punkt nicht stehen bleiben“. Der Ministerpräsident zeigte Zuversicht, mit Trump als Präsident werde auch der Handel zwischen Ungarn und den USA neuen Schwung erhalten. Orbán konstatierte, dass der Wahlkampf in den USA in vollem Gange ist. Er wolle sich nicht einmischen und respektiere die souveräne Entscheidung der Amerikaner. „Wir Ungarn räumen aber gerne ehrlich ein, es wäre besser für die Welt und darin für Ungarn, wenn Donald Trump in sein Amt als Präsident zurückkehrt.“

„Es gibt keinen smarteren Politiker.“

Donald Trump gab das Lob zurück, indem er erklärte: „Es gibt keinen smarteren und besseren Politiker als Viktor Orbán. Er ist einfach fantastisch!“ Der Ministerpräsident Ungarns verrichte bekanntlich einen ausgezeichneten Job. „Er verstrickt sich nicht in Widersprüche, denn wenn er etwas ankündigt, dann wird das auch so.“ Orbán sei wie ein „Boss“, ein großartiger Politiker, der sich nicht nur in Europa, sondern weltweit großen Respekt verdient. Es sei ihm eine Ehre, diesen Mann als seinen Gast begrüßen zu dürfen, schloss Trump, der im Herbst Joe Biden als Präsident der USA beerben will.

Donald Trump über den ungarischen Ministerpräsidenten: „Es gibt keinen smarteren und besseren Politiker als Viktor Orbán.“

Glauben wir an die Familie!

Am Donnerstagabend hatte der Ministerpräsident zum Auftakt seiner US-Reise einen Vortrag bei der Heritage Foundation gehalten. Dieses Forum mit ausgewähltem Publikum drehte sich um die Zukunft der bilateralen Beziehungen zwischen Ungarn und den Vereinigten Staaten. Bei diesem Gedankenaustausch waren sich die Konservativen einig, dass die Welt eine politische Bewegung braucht, die für Gerechtigkeit, Traditionen und Familie kämpft. Orbán erhielt Fragen zu den Erfolgen und den Herausforderungen der konservativen Familien- und Wirtschaftspolitik Ungarns, zum Ukraine-Krieg, zu seinem Verhältnis mit Ex-Präsident Donald Trump und zu seinem persönlichen politischen Glaubensbekenntnis.

Der Ministerpräsident sagte bei diesem Forum, wir sollten an die Institution der Familie glauben, denn für die schweigende Mehrheit der Gesellschaft sei die Familie auch heute noch sehr wichtig. Das sei keine Frage, zu welchem politischen Lager man gehört, das komme von der Seele. Ungarn verteidige nicht nur die Familie, sondern auch den Grundsatz, dass der Vater ein Mann und die Mutter eine Frau ist.

18 Antworten auf “Treffen der „Friedensstifter“

  1. Friedenstaube Viktor kontra linksgrüne Faschisten, die den Krieg in der Ukraine immer weiter treiben wollen, obwohl sie ihn schon verloren haben.
    Frankreich würde Truppen schicken, hätte laut Aussage hoher Generäle aber für weniger als eine Woche Munition und menschliches Kanonenfutter.
    Da wären ja noch die Atomwaffen. : Die russische Sarmat-Rakete hat 10 atomare Sprengköpfe, fliegt mit ca. 25.000 km/Stunde und könnte somit nach Abschuss in Westrussland innerhalb von 3 Minuten das gesamte Frankreich in Schutt und Asche legen.

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  2. Russische Strategen rechnen mit einem Überraschungsangriff der Nato auf Russland, auf den das Land derzeit nicht vorbereitet sei. Deshalb fordern russische Strategen, dass sich ihr Land schnell auf konventionelle Raketenangriffe der NATO vorbereiten müsse. So argumentierten Strategen kürzlich in einem Artikel der russischen Militärzeitschrift „Voyennaya Mysl“ („Militärisches Denken“). Demnach brauche das russische Militär robustere Systeme, um sich gegen einen solchen NATO-Angriff mit konventionellen Raketen verteidigen zu können.

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    1. Dem Angriff würden demnach „Provokationen“ vorausgehen. Nach Einschätzung der Experten würde der Angreifer potenziell aggressive Maßnahmen ergreifen, um die Situation unter Kontrolle zu bringen, und alle Arten von Aufklärungsaktivitäten intensivieren. Außerdem könnte er unter dem Deckmantel von Übungen Flugzeugträgerkampfgruppen und Schiffe mit Lenkflugkörpern einsetzen. Flugzeuge, einschließlich strategischer Bomber und Drohnen, würden zunächst regelmäßige Flüge in der Nähe der russischen Grenzen durchführen.

      „Ein Angriff könnte dann mit einem schnellen globalen Schlag beginnen, begleitet von mehreren massiven Raketen- und Luftangriffen auf die administrativ-politische und militärisch-industrielle Infrastruktur des Landes“, heißt es in einer offiziellen Zusammenfassung des Artikels durch die Nachrichtenagentur TASS. „Er würde aus kompakten, hochmobilen, kombinierten Mehrzweck-Truppenverbänden bestehen, die in der Lage wären, der administrativ-politischen und militärisch-industriellen Infrastruktur in allen Bereichen sehr schwere Verluste zuzufügen: am Boden, auf See, in der Luft, im Weltraum und im Cyberspace“.

      Diese vermeintliche NATO-Strategie der massiven Schläge erscheint aber nur dann wahrscheinlich, wenn Russland taktische Atomwaffen in der Ukraine oder anderswo einsetzen würde. Dazu folgende Aussage des ehemaligen CIA-Direktors und Armeegenerals David Petraeus vom Oktober 2022: Er warnte Russland davor, dass der Einsatz von Atomwaffen gegen die Ukraine eine heftige Reaktion der NATO nach sich ziehen würde. Diese würde die gesamte Schwarzmeerflotte versenken und alle Bodentruppen in der Ukraine „eliminieren“, die „wir sehen und identifizieren können”.

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  3. Die Korrespondenz zwischen dem Vorsitzenden des russischen Parlaments und dem Chef des Kremls, Wladimir Putin, wurde durch die Gruppe „Aktivisten des Cyber-Widerstands“ abgefangen. Hier schlägt Wolodin Putin vor, die Kontrolle über die Russische Föderation und die Konfrontation mit westlichen Ländern nach den Wahlen zu stärken. In den Brief an den russischen Präsidenten Wladimir Putin schlägt er insbesondere auch eine „Entwestlichung“ der Russischen Föderation nach den Wahlen vor.

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    1. Der Hackerangriff zielte auf Roman Seytkaliev , den stellvertretenden Direktor des Instituts für wissenschaftliche Information über Sozialwissenschaften. Seytkaliyevs Post enthielt Dokumente über die Aktivitäten des gesamten Instituts.

      Folgende Maßnahmen werden zur „Entwestlichung“ vorgeschlagen:

      zunehmende Verstaatlichung der Wirtschaft, wobei alle Rohstoffindustrien vom Staat übernommen werden;

      Souveränisierung von Wissenschaft, Kultur und Kunst, Stärkung der Rolle des Staates bei ihrer Entwicklung;

      Stärkung der Zensur, insbesondere im Fernsehen und im Internet und
      Lösung des Problems der Oppositionsbewegungen.

      Laut Wolodin sind die Duma-Ausschüsse bereit, die Initiative zu unterstützen und mit der Arbeit an Gesetzesentwürfen zu beginnen.

      Wolodins Brief basiert genau auf dem Konzept des oben genannten Instituts. Demnach ähneln die Herausforderungen, vor denen Russland steht, denen des Großen Vaterländischen Krieges.
      „Es heißt, dass die Unterstützung des Westens für die Ukraine den schnellen Abschluss der ‚speziellen Militäroperation‘ verzögert, dass der Westen die Ukraine als Investitionsobjekt betrachtet und bereits so viel Geld investiert hat, dass er niemals nachgeben wird“.

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  4. Ich habe das Gefühl das die hier anwesenden Personen gerne Ungarn an Rußland anschließen würden. Volle Zustimmung ihrerseits zu einem aggressiven Angriffskrieg durch Putins Soldaten.

    Damit ließe sich auch der vorhergesagte, natürlich punktgenau auszuführende Atomschlag vermeiden. Über so viel Naivität kann man sich nur wundern.
    Nur vorwärts darauf wartet Putin schon. Aber nicht vergessen Herr Orban wird dann ein Laienspieler.

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    1. Meinen Sie mich? 🙂 Da hätten Sie mich aber völlig falsch verstanden, wie ich auch mehrfach hier geäußert habe, halte ich ein russisches Protektorat Europa für eine wirtschaftliche und politische Katastrophe, welche zur Verarmung breiter Massen führen würde. Auch mit Bürgergeld wäre es nichts mehr. Es würde zu diktatorischen Verhältnissen führen, wo ich dann nicht mehr frei meine Meinung äußern können. Manchen Menschen gefällt das anscheinend, mir aber nicht!

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  5. Die Ukraine ist einer NATO-Mitgliedschaft nun näher als je zuvor. Und das zeigt den strategischen Fehler, den Kremlchef Wladimir Putin begangen hat, als er in das Land einmarschierte. Diese Meinung äußerte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg beim Hissen der schwedischen Flagge im Hauptquartier des NATO-Bündnisses.

    „Denn wie Sie sich erinnern, war es sein Ziel Russlands, die Ukraine daran zu hindern, sich der NATO und der EU anzunähern. Er verlangte, dass das Bündnis eine Erklärung abgibt, ja sogar ein Abkommen mit Russland unterzeichnet, dass es keine weitere Erweiterung der NATO auf Kosten eines Landes in Europa geben dürfe. Und jetzt bekam er genau das Gegenteil. Er wollte weniger NATO, er bekam mehr NATO, mehr militärische Präsenz der NATO im östlichen Teil unseres Bündnisses. Finnland und Schweden sind Vollmitglieder und die Ukraine ist einer NATO-Mitgliedschaft näher als je zuvor“, erklärte er.

    Auch Ungarn wird daran nichts ändern können und nur auf Trump zu hoffen, ist zu wenig und zudem völlig unrealistisch. Trump hat mehrfach gezeigt, wie sprunghaft er ist, wie schnell er seine Meinung ändert, insbesondere dann, wenn es um amerikanische (Wirtschafts)Interesen geht.
    Er verhält sich da nicht anders als Ungarn. Ungarn hofft auf seine Unterstützung in Europa, er sieht Ungarns Nutzen aber nur im Zusammenhang mit seinem Wahlkampf. Ungarn wird schnell vergessen sein, wenn es keinen Nutzen für Trump mehr hat. Nicht vergessen, sein Motto lautet: American first und nicht Hungary first

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    1. Sie sind ja sehr hoffnungsvoll, was den Erfolg der Nato in der Ukraine betrifft. Dafür bemühen Sie viel Text. Die meisten werden Ihnen nicht folgen können.
      Es sieht eher so aus, als würde die Nato einen Verzweiflungsaktivismus betreiben. Immerhin hat Russland ein langsames Vorankommen und den europäischen Staaten+USA gehen Geld und Wille aus, sowohl in der Bevölkerung als auch in den Regierungen.

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    2. Sie deuten Orbán falsch, wenn sie auf dem MAGA von Trump rumreiten. Denn Orbán will das genau so für die EU sehen, was seine Parole MEGA verdeutlicht. Ob er damit in der EU-27 durchkommt, steht auf einem anderen Blatt. Der von Ihnen hierzu konstruierte Widerspruch zu Trump existiert aber nicht.

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      1. Wir werden sehen, ob ich tatsächlich daneben liege, wenn ich sage, dass Trump nicht die Ziele Ungarns verfolgen wird, sondern eigene haben wird, die überwiegend nicht mit Ungarns identisch und sogar entgegengesetzt sein werden.

        Eigentlich müsste das schon alleine bei der Chinapolitik für alle aufmerksamen Beobachter offensichtlich sein. Trump betrachtet China sehr emotional als seinen Erzfeind, viel schlimmer als Biden, während Orban die Arme weit für die Chinesen öffnet. Das ist nur ein Beispiel. Ich will die Aufzählung nicht fortsetzen, da ich Sie nicht überzeugen will. Wir werden es sehen.

        Bei der italienischen Ministerpräsidentin haben Sie sich nach der Wahl bei einem anderen Kommentator ja darauf zurückgezogen, dass Sie nur offizielle Meinung in der BZ wiedergegeben haben, nachdem nach der Wahl schnell klar wurde, dass diese Einschätzung bezüglich eines gemeinsamen Bündnisses gegen die EU völlig falsch war.

        Hier haben Sie sich schriftlich festgelegt und wir werden sehen.

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        1. Nein, Sie missverstehen mal wieder alles falsch.
          Merkwürdig, da Ihre eigenen Argumentationsketten gewöhnlich schlüssig und in sich logisch aufgebaut sind. Aber Sie müssen ab und zu auch mal umschalten und die Ansätze anderer verstehen wollen.
          Ein letzter Versuch: Nicht ich behaupte hier irgendetwas, sondern Orbán, dessen These vereinfacht lautet, so wie die USA unter Trump zuerst an sich selbst denken wollen, müsse das die EU in gleicher Weise tun.
          PS: Bei Meloni verhielt es sich natürlich ebenso. Wir geben hier bei der BZ allgemein das zum Besten, was Politiker von sich geben. Wenn wir etwas werten, ist das eigentlich gut erkennbar.

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  6. Ich schreibe hier nicht über den Ausgang des Krieges in der Ukraine, sondern über den Beitritt der Ukraine zur Nato, den ich für sehr wahrscheinlich halte.

    Wenn sie sich vielleicht ein bisschen zurückbesinnen wollen, habe ich immer gesagt, dass der Konflikt über Verhandlungen gelöst wird, wenn beide Seiten es wollen, weil sie keinen Vorteil in einer Fortsetzung des Krieges sehen. Sie haben stattdessen von Anfang an gebetsmühlenhaft behauptet, dass Russland die Ukraine schon in kürzester überrollen wird. Der Krieg wäre schnell beendet. Man konnte schon die Uhr in den letzten zwei Jahren danach stellen. Doch passiert ist nichts. Erst in letzter Zeit sind sie ein wenig ruhiger geworden.

    So wie Putin am Anfang die Ukraine massiv unterschätzt hat, so überschätzen bis heute die russische Kampfkraft. Ich habe ihnen ja gesagt, dass ich ihre Aussagen gespeichert habe, damit wir unsere Vorhersagen am Ende vergleichen können.

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    1. Die anderen Beiträge befassen sich mit Aussagen russischer Fachleute und Politiker und wenn Sie meinen, dass diese in Bezug auf Russland zu pessimistisch sind, dann bin ich der falsche Adressat.

      Ich vermute aber als wahren Grund für Aussagen meine mangelnde Liebe zum Väterchen Russland. Tut mir leid, aber politische Konkurrenten abzuschlachten, ist nicht Teil meiner Persönlichkeitsstruktur.

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23. April 2024 12:40 Uhr