Staatspräsidentin Katalin Novák (l.) begrüßt ihre Freundin, Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, auf dem Heldenplatz. Foto: MTI/ Tibor Illyés

Meloni auf Demographie-Gipfel

Nation muss Verantwortung übernehmen

Zu den ausländischen Stargästen des Budapester Demographie-Gipfels gehörte Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.

Sie bezeichnete es als erstrangiges Ziel ihrer Regierung, wesentliche kulturelle Veränderungen im Denken über die Familie einzuleiten. Wie die gesamte westliche Welt leide auch Italien unter einer schweren demographischen Krise. „Die Demographie ist nicht bloß eine der ganz großen Fragen, von der die Zukunft der Nation abhängt“, resümierte Meloni. An die Stelle der Geburten und der Familien seien Individuen getreten, die in den Medien zuvorderst als Konsumenten gezeichnet werden.

Ministerpräsidentin Giorgia Meloni definiert sich als Italienerin, Mutter und Christin. Foto: MTI/ Szilárd Koszticsák

Ohne Identität nur noch Zahlen

In diesem medialen Gegenwind sollte die junge Ministerpräsidentin für die Aussage zu Fall gebracht werden, sich selbst als Italienerin, Mutter und Christin definiert zu haben. „Die wichtigsten Elemente unserer Identität werden fortlaufend attackiert, dabei sind wir ohne diese Identität nur noch Zahlen, nicht mehr als Instrumente in den Händen anderer.“ Wenn in Europa immer weniger Kinder geboren werden, müssten alle Ressourcen zur Unterstützung der Familien gebündelt werden, so wie das Ungarn beispielhaft vormache, erging ein Lob der italienischen Regierungschefin, mit dem sie sich auch direkt an ihre Freundin, Staatspräsidentin Katalin Novák wandte. Migration als Garant für Wohlfahrt zu betrachten sei nicht ihre Sichtweise der Dinge, denn eine Nation müsse die Verantwortung für die eigene Zukunft schon selbst übernehmen.

Radew: Wir sind Spender von Humankapital

Unter weiteren ausländischen Gastrednern meinte Bulgariens Präsident Rumen Radew (2.v.l.), die Rivalität zwischen einzelnen Ländern handle im digitalen 21. Jahrhundert nicht mehr von Territorien, sondern vom Humankapital als dem wichtigsten Wert. Bulgarien habe im Zuge von Auswanderung binnen des letzten Jahrzehnts 12% seiner Bevölkerung verloren. Damit diene es reicheren westlichen Ländern als „Spender“.

Der Vizepräsident Tansanias, Philip Isdor Mpango (l.), verwies darauf, dass die Bevölkerung seines Landes zwar jährlich um 3,2% wachse, aber noch immer jedes dritte Kind vor Erreichen des 5. Lebensjahres sterbe. In Tansania bilde die Einheit von Mann und Frau die Familie, erteilte er „progressiven“ westlichen Theorien eine Abfuhr. Das Land habe mit Problemen wie Armut, Gewalt, Arbeitslosigkeit und Klimawandel zu kämpfen, stelle jedoch allen Jungen und Mädchen kostenlose Schulpakete zur Verfügung. Zu dieser verbesserten Lebensqualität tragen auch ungarische Hilfen bei. Tansania sei nicht Ausgangspunkt der Migration, ganz im Gegenteil habe es über 400.000 Flüchtlinge aus Nachbarländern aufgenommen.

Foto: MTI/ Szilárd Koszticsák

Schreibe einen Kommentar

Weitere Artikel

28. September 2023 12:50 Uhr
BZ+
28. September 2023 11:40 Uhr