Wirtschaftsminister im Gespräch: Márton Nagy (l.) erkundigte sich bei Robert Habeck nach der Wettbewerbsfähigkeit der Automobilindustrie. Fotos: Screenshot/ Wirtschaftsministerium

Automobilindustrie

Nagy bei Habeck in Berlin     

Wirtschaftsminister Márton Nagy hat in Berlin mit seinem Amtskollegen, Vizekanzler Robert Habeck verhandelt. Die Gesprächspartner waren sich einig, das Datum 2035 für ein allgemeines Verbrenner-Verbot in der EU sollte 2026 einer Überprüfung unterzogen werden.

Márton Nagy setzte sich bei den Verhandlungen mit Robert Habeck sowie den Staatssekretären des Finanzministeriums, Florian Toncar und Heiko Thoms, für ein EU-Förderprogramm zur Verbreitung der Elektromobilität ein. Die ungarische Delegation wollte sich zudem ein Bild von der aktuellen Lage der deutschen Wirtschaft, ihrer Wettbewerbsfähigkeit und ihren Aussichten machen. Dabei galt ein Schwerpunkt der Automobilindustrie und der Zukunft der Elektroautos.

Verbrenner-Verbot überdenken!

Das Wirtschaftsministerium in Budapest erinnert daran, dass Deutschland mit einem Anteil von 24% auch 2023 der bedeutendste Handelspartner Ungarns war. Der Anteil deutscher Investoren an den Auslandsinvestitionen (FDI) belief sich 2022 auf 18,6% bzw. erreichte in absoluten Zahlen ausgedrückt 18,7 Mrd. Euro. Nagy betonte, dass Ungarn an einer starken und wettbewerbsfähigen europäischen und deutschen Wirtschaft gelegen ist.

Die ungarische Ratspräsidentschaft im II. Halbjahr werde unter ihren Prioritäten die Wettbewerbsfähigkeit der EU ins Auge fassen, denn Europa dürfe nicht weiter hinter die USA und China zurückfallen. Die EU sollte eine einheitliche Industriestrategie formulieren, ihre Förderpolitik strenger ausrichten und die Digitalisierung voranbringen. Bezüglich des für 2035 anvisierten Verbrenner-Verbots spricht sich Budapest für einen offenen Wettbewerb der Technologien aus, wobei die (angebliche) Klimaneutralität von Elektroautos neu zu bewerten sei.

Der Anteil der Elektroautos an den Neuwagenverkäufen ist binnen fünf Jahren bis 2023 von 1% auf nahezu 15% gestiegen. In Ungarn wurden in dieser Zeit knapp zwei Dutzend Investitionen in dieser Zukunftsbranche durchgeführt, die zusammen ein Volumen von mehr als 16 Mrd. Euro erreichten. Knapp ein Viertel der Warenexporte des Landes sind Pkw, Batterien und Elektromotoren.

Protektionismus ist keine Lösung

Am Dienstagnachmittag traf Wirtschaftsminister Nagy ebenfalls in Berlin mit Topmanagern der deutschen Automobilindustrie zusammen. Mit Glenn Schmidt, Vizepräsident der BMW Group, Brian Rampp, Leiter Globale Politik der Audi AG, Jörg Burzer, Vorstandsmitglied der Mercedes-Benz Group AG, und Hildegard Müller, Präsidentin des VDA, war sich der Minister einig, dass Protektionismus keine Lösung für die Probleme der europäischen Wirtschaft biete. Strafzölle auf die Einfuhr chinesischer Elektroautos nach Europa lehnten die Regierungen beider Länder übereinstimmend mit den Repräsentanten der Automobilindustrie geschlossen ab.

Es wurde unterstrichen, dass die Elektroautos die Zukunft Europas seien, wobei der Zusammenarbeit Ungarns mit der deutschen Automobilindustrie eine Schlüsselrolle gebühre. Die Topmanager unterstützten aber auch das Anliegen der ungarischen Politik, die EU-Regulierung hinsichtlich des Verkaufs von Neuwagen nach 2035 zu überprüfen.

15 Antworten auf “Nagy bei Habeck in Berlin     

    1. Meine volle Zustimmung, Frau Westermann. Wäre er nur bei den Kinderbüchern geblieben. Aber jetzt versaut er das, was andere Wirtschaftsminister vor ihm so recht und schlecht aufgebaut hatten, durch grüne Spinnereien.

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        1. Mag sein. Ich habe ein bemerkenswerte Interview mit Herr Scholz – Staatsrechtler und Minister in Kohl Zeit. Er hat vor einigen Tagen ein Artikel in der FAZ geschrieben, viel Echo.
          Er at aufgezählt, warum Deutschland kein demokratisches Land mehr. Meinungsfreiheit, Ausgrenzung, Verbote, Presse, und so weiter. Die AfD ist schon in Thüringen über 30 Prozent, Brandmauer wird da nicht mehr helfen. Sehr viel hängt von EU Wahl und wie der Ukrainekrieg weitergeht. Dänemark Zeitung schreibt, dass Ukraine durchaus viele Waffen produziert. ABER KANN DEM STAAT, also UKRAINE nicht verkaufen, weil es kein Geld da ist!!!! Ukraine bemüht jetzt um Exportgenehmigung! Wollen sie zB nach Deutschland exportieren und dann als Geschenk zurückbekommen?

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      1. Er hat keine Ahnung? Könnte vielleicht sein.
        Aber immerhin hat er, neben anderem, ein Kinderbuch geschrieben. Was haben Sie schon für die Allgemeinheit getan?
        Bildung der jungen Generation scheint bei Ihnen keine Priorität zu genießen.

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  1. Gespräche über Elektroautos sind Gespräche über “Ladenhüter”, nicht die Zukunft.
    Der Zeitpunkt 2026 der Revision des EU-Verbrenner-Verbots ist viel zu spät, da es bereits in vielen europäischen Ländern den CO²-neutralen Bio-Diesel HVO 100 (kaum nachweisbare CO²-Anteile, geringste Feinstaubpartikel, u.a.m., lt. Verkehrsclub MOBIL) an den Tankstellen gibt. Nur noch nicht in Deutschland. Warum wohl?
    Der Literpreis soll künftig lt. ADAC ca. 5 bis 20 Eurocent über dem des bekannten Mineraldiesel. liegen.
    Da stellt sich doch die Frage: Nun kann aber der bisher bekannte Preisanstieg durch die CO²-Steuer dann wieder fast vollständig rückgängig gemacht werden, oder?
    Die wirtschaftliche Lage in Deutschland und auch die Zukunft der deutschen Automobilindustrie sieht düster aus.

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  2. Gespräche über Elektroautos sind Gespräche über “Ladenhüter”, nicht die Zukunft.
    Der Zeitpunkt 2026 der Revision des EU-Verbrenner-Verbots ist viel zu spät, da es bereits in vielen europäischen Ländern den CO²-neutralen Bio-Diesel HVO 100 (kaum nachweisbare CO²-Anteile, geringste Feinstaubpartikel, u.a.m., lt. Verkehrsclub MOBIL) an den Tankstellen gibt. Nur noch nicht in Deutschland. Warum wohl?
    Der Literpreis soll künftig lt. ADAC ca. 5 bis 20 Eurocent über dem des bekannten Mineraldiesel. liegen.
    Da stellt sich doch die Frage: Nun kann aber der bisher bekannte Preisanstieg durch die CO²-Steuer dann wieder fast vollständig rückgängig gemacht werden, oder?
    Die wirtschaftliche Lage in Deutschland und auch die Zukunft der deutschen Automobilindustrie sehen düster aus.

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  3. Habeck am Ende!
    Herr Nagy, das Treffen mit dem Co-Bilderbuch-Autor und Wohlstandsvernichter Habeck hätten Sie sich sparen können. Das Ende dieses Ideologen rückt immer näher. Warten Sie bitte, bis der Spuk mit Habeck vom Wähler beendet worden ist und dieses Amt einen anderen Namen trägt.

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23. Mai 2024 11:37 Uhr