Europa + Asien
Nachhaltig kooperieren
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Auf der von der Ungarischen Nationalbank veranstalteten Fachkonferenz in Budapest unterstrich der Finanzminister, dass sich Ungarn für eine möglichst breit angelegte Zusammenarbeit zwischen den Staaten der Erde starkmache, entspringe der Philosophie, sich auch in der Wirtschaftspolitik von den eigenen Interessen inspirieren zu lassen. Die technologische Revolution im Finanzwesen sorge für eine Aufwertung der Geopolitik und damit der von Ungarn favorisierten Konnektivität. Ungarn biete ganz Asien ein gutes Umfeld, um die europäischen Beziehungen aufzubauen und zu vertiefen.
Politik der Ostöffnung war der Ursprung
Das Umfeld habe sich für Investoren seit 2010 systematisch verbessert, was die Bewertungen der Rating-Agenturen bestätigten und seinen Ursprung in der arbeitsbasierten Wirtschaftspolitik habe, meinte Varga. Heute liege Ungarns Wirtschaftsleistung um 5,3% über dem Vorkrisenniveau aus der Zeit vor Beginn der Corona-Pandemie 2019 – im EU-Durchschnitt sind es 3,5%. Die ungarische Investitionsquote rangiere mit 27% unverändert im EU-Spitzenfeld. Die Orbán-Regierung konnte die Staatsschulden zwischen 2010 und 2019 von 80 auf 65% am BIP senken. Im Zeitalter multipler Krisen sind diese zwar wieder gestiegen, liegen aber immer noch um 10 Punkte unter dem EU-Durchschnitt. In der Rangfolge der Wettbewerbsfähigkeit hinsichtlich der wirtschaftlichen Komplexität belegt das Land einen herausragenden 9. Platz, das auch im internationalen Steuerwettbewerb ausgezeichnet abschneide. Die nach 2010 verkündete Politik der Ostöffnung setzt auf eine intensivierte Zusammenarbeit zwischen Europa und Asien und unterstützt aktiv die Belt and Road-Initiative.
Nun kommt die Epoche Eurasiens
Notenbankpräsident György Matolcsy erklärte unter Anspielung auf das Thema der Konferenz, Eurasien und der Begriff der Nachhaltigkeit seien zwei Seiten der gleichen Medaille. China sei beim Übergang zu den erneuerbaren Energien Europa und der ganzen Welt weit voraus. „Aber jedes einzelne Land muss seine Anstrengungen steigern, um den Klimawandel als eine der größten Herausforderungen der Menschheit in den Griff zu bekommen.“ Die KI könne, klug verwendet, auf allen Gebieten des Lebens zu mehr Wohlstand führen, berge aber auch Gefahren, die man ernst nehmen müsse. Auch deshalb seien Dialog und das Weitergeben von Know-how so wichtig. „Ungarn bietet sich als eine Art spirituelles Zentrum zwischen Ost und West, zwischen Asien und Europa an“, sagte Matolcsy. Der MNB-Präsident erinnerte an die neue Epoche in Wirtschaft und Gesellschaft, die vor 500 Jahren durch die Renaissance ausgelöst wurde. In ähnlicher Weise könnte nun die Epoche Eurasiens anbrechen.
Das zum vierten Mal durch die MNB veranstaltete Budapest Eurasia-Forum zählt an zwei Tagen 50 Referenten aus 15 Ländern.
