Versorgungssicherheit
Nachbarn, die sich gegenseitig helfen

Der ungarische Chefdiplomat verhandelte in der serbischen Hauptstadt mit seinem Amtskollegen Marko Duric (r.) sowie mit Energieministerin Dubravka Dedovic. Das Vertrauen sei gegenseitig, denn Ungarn konnte sich in der Vergangenheit immer auf Serbien als Transitland verlassen. Wegen der US-Sanktionen gegen die mehrheitlich russische NIS droht deren serbischer Raffinerie der Stillstand. Deshalb hilft die MOL-Gruppe dem Nachbarn mit Lieferungen von Rohöl und verarbeiteten Produkten auf dem Schienen- und Wasserweg; im November wurden diese Liefermengen verdoppelt, im Dezember weiter hochgeschraubt. Das geschehe unabhängig vom Großfeuer, das unlängst die Raffinerie in Százhalombatta traf.
Szijjártó kritisierte erneut die verfehlte Energiepolitik der EU-Kommission, die eine ganze Region vom Energiebezug aus dem Osten abkoppeln will und mit ihrem REPowerEU-Paket „die Energiesicherheit Europas mit einem riesigen Vorschlaghammer zertrümmert“. Zudem müsse der Bau der geplanten Pipeline zwischen Ungarn und Serbien dringend beschleunigt werden – die ursprüngliche Übergabe war für 2027 vorgesehen. Der Minister erinnerte an all die Schlaumeier, die Ungarn einst dafür verspotteten, eine Verbindung seiner Gaspipelines mit Serbien hergestellt zu haben. „Sie hatten lange Zeit Recht, denn die Röhre blieb auf Jahre leer. Doch ohne diese Trasse könnten wir heute nicht die Slowakei mit Erdgas versorgen, seitdem ihr die Ukraine von Osten her den Hahn abgedreht hat.“ Die Infrastruktur für den Energietransport sei eine strategische Frage, weshalb auch die neue Erdöltrasse mit Serbien für Budapest keine Frage sei. „Je mehr Leitungsstränge wir haben, umso weniger können wir in Schwierigkeiten geraten“, erläuterte Szijjártó.
