Die MTI-Graphik zeigt die Zahl der betriebenen und der im Bau befindlichen Reaktorblöcke in der EU.

Nuklearenergie

Minister spricht Warnung aus

„Wer die Errichtung der neuen Reaktorblöcke im AKW Paks be- oder verhindert, verletzt Ungarns Souveränität“, erklärte Außenminister Péter Szijjártó am Montag in Prag.

Mit Hinweis auf das erste EU-Sanktionspaket, wonach die Nuklearenergie keinen Sanktionen unterworfen werden darf, richtete Szijjártó seine Warnung auf dem 7. Kongress der Nuklearindustrie an „alle Brüsseler Institutionen, alle nationalen Behörden und europäischen Banken“. Die Gewährleistung der Versorgungssicherheit bei Energie sei einer der wichtigsten Grundpfeiler der Souveränität, zeigte der Minister den Zusammenhang auf.

Klimawende als Modeerscheinung

Der Ukraine-Krieg und die darauf gegebene Antwort der Sanktionen hätten die schwerste Energiekrise aller Zeiten in Europa ausgelöst. Die Versorgungssicherheit der Länder des Kontinents sei grundlegend in Frage gestellt. Unter den Gründen benannte er, Europa wurde mit der Zeit zunehmend „bequemer“, setzte auf Spotmärkte an Stelle langfristiger Verträge, versäumte Pflege und Ausbau der Transportinfrastruktur und machte die im Grunde richtige Klimawende zu einer politischen Mode. Professionalität wurde durch politischen „Bluff“ abgelöst, gepaart mit einer Anti-Atomlobby, die von den Ereignissen in Fukushima auf den Plan gerufen wurde.

Green Deal braucht nukleare Komponente

Im Energiesektor gelten in Europa längst nicht mehr Marktprinzipien, meint Szijjártó, weshalb sich nur jene Länder in Sicherheit wiegen können, die ihre Energie selbst gewinnen. Das aber steigere die Bedeutung der Nuklearenergie, um das Land unabhängig von der „vollkommen irrationalen“ Entwicklung der internationalen Energiepreise zu machen. In diesem Sinne wolle Ungarn die Kapazitäten des AKW Paks sobald es geht aufstocken. „Der europäische Green Deal lässt sich ohne Nuklearenergie nicht durchführen. Dies ist eine sichere, nachhaltige und preiswerte Art der Energieerzeugung“, hielt der Minister fest.

16 Antworten auf “Minister spricht Warnung aus

  1. Die Abhängigkeit von Russland ist der Orban Regierung eben noch nicht total genug.
    Sich von der EU abkapseln und stattdessen auf Gas, Öl und Kernbrennstoffen aus Russland zu setzen, ist angesichts der aktuellen Krise eigentlich fahrlässig.
    Aber das müssen die Ungarn entscheiden – die Polen jedenfalls verfolgen eine absolut gegensätzliche Politik.

    1. Die Polen betreiben entscheidend Kriegs-Eskalation, und nun droht deswegen der Dritte Weltkrieg. Sich noch abhängiger von der ruinösen EU zu machen, ist zudem besonders fahrlässig, hilft aber nicht gegen die eigene Schädigung in der aktuellen Krise.

      1. Aha – sich an der Verlierer zu binden, ist für Sie also der richtige Weg.
        Orban hat Ungarn in eine noch schlimmere Abhängigkeit gebracht, als Merkel Deutschland.
        Und ebenso typisch, aber eben auch völlig daneben, ist das rechte Gerede vom drohenden Dritten Weltkrieg.
        Es ist dasselbe wie mit dem wirtschaftlichen Untergang der EU, den die Rechten nun plakativ an die Wand malen.
        Orban hat ganz offensichtlich auf das falsche Pferd gesetzt – Russland demontiert sich gerade selbst.

  2. Klar braucht man die Kernenergie. Sowieso, und jetzt erst recht, um die Not durch die Sanktionen abzuwenden. Hingegen schaltet Deutschland nun den Strom ab, nur weil aus ideologischen Gründen praktisch keine Stromkraftwerke mehr laufen dürfen.

    1. Das ist das egoistische Denken der Rechten.
      Das Problem, was mit den alten Kraftwerken und den Brennelementen geschehen soll, schieben sie ihren Kindern zu.
      Auch nach 12 Jahren-Orban-Regierung weiß in Ungarn noch immer niemand, wohin mit dem Atommüll, der seit Jahrzehnten zwischengelagert wird.
      PAKS 1:
      Die ursprüngliche Betriebsdauer von 30 Jahren wurde schon um weitere 20 Jahre zu verlängern. Aber schon im nächsten Jahrzehnt muss mit dem Rückbau begonnen werden, was dann wahrscheinlich Jahrzehnte dauern und Unsummen verschlingen wird.
      Atommüll und PAKS 1 sind ein sehr teures Erbe für die ungarischen Kinder.

    1. Meglepő adat, hogy a hazai földgázkitermelés már ma is az uniós országok rangsorának elején szerepel. A saját gáztermelés esetében sokszor a tengeri területtel rendelkező országok vannak előnyben. A fogyasztás és lakosságarányos adatokat tekintve pedig a kisebb lakossággal és nagyobb (akár tengeri) területtel rendelkező országok kerültek kedvező helyzetben. Ennek ellenére Magyarország abszolút értelemben (1,7 milliárd köbméter) és a felhasználás arányában (16,1%) egyaránt a hetedik legkedvezőbb értékkel rendelkezett európai uniós összehasonlításban. A saját földgáztermelés aránya e kiindulási helyzetből emelkedhet tovább, a 2022. augusztusi kormányzati bejelentés alapján, melynek célja az európai energiaválság negatív hatásainak mérséklése. Az intézkedés következtében már jövő év elején megkezdődhet a földgáz kitermelése a Békés megyei Nyékpusztán, miután a kormány felgyorsította az ehhez szükséges hatósági engedélyeztetést.

    2. Danke für die Themenanregung!
      Mit Speichern haben sich vor allem die Mitteleuropäer eingedeckt (s. Österreich, Slowakei), Ungarns Gasförderung ist seit Jahren rückläufig, was sich nun aber ändern soll, da wirtschaftlich wieder lohnenswerter bzw. (geo-) politisch gewollt, weshalb die Umwelt nun wieder in den Hintern getreten wird 🙁

  3. Die Möglichkeiten für Erdwärme in Ungarn sind fantastisch. Dünne Erdkruste, viel Wärme, viel Wasser. Beispiel Szeged, wo schon Stadtteile mit Erdwärme geheizt werden. Das Projekt in Szeged ist durch die EU gefördert. Sogar auf euronews wurde es schon vorgestellt. Solar ist natürlich auch hervorragend in H möglich. Erdwärme hätte aber den Vorteil, dass es für den Städtebau ideal ist und immer zur Verfügung steht. So könnte man Gas peu a peu ersetzen – und Solar (PV) könnte irgendwann die Atomkraft ersetzen, vorausgesetzt man hat noch andere Grundlastfähige Stromproduktion.

Schreibe einen Kommentar

Weitere Artikel

BZ+
26. November 2022 10:50 Uhr
25. November 2022 13:20 Uhr