Schulstart in der Ukraine

Minderheit gedemütigt

„Es geht nicht an, was den Ungarn in Transkarpatien widerfährt“, beklagte Árpád János Potápi.

Der im Ministerpräsidentenamt für die Nationalitätenpolitik zuständige Staatssekretär erhob seine Stimme angesichts der Vorfälle zum Schuljahresauftakt in der Ukraine. Die von den ukrainischen Behörden neu eingesetzte Direktorin des ungarischen Gymnasiums „Ferenc Rákóczi II.“ in Munkács (Mukatschewe) verbot alle nationalen Symbole der ungarischen Minderheit, so auch das Singen der Nationalhymne. Aus Protest gegen diesen neuen Schritt der Assimilierung bildeten Lehrer und Eltern eine „Schweigemauer“.

Potápi beklagte, dass die ungarnfeindlichen Übergriffe in der Kleinregion Munkács Überhand nehmen. Mehr noch: Unter Hinweis auf die Autonomie der örtlichen Selbstverwaltung hält sich sowohl die Führung Transkarpatiens als auch die Zentralregierung in Kiew bedeckt. Nun solle mit „zynischen“ Maßnahmen eine ungarische Schule kaputtgemacht werden, die seit nahezu 150 Jahren besteht. Noch im Januar wurden die ungarischen Fahnen und Schilder vom Gebäude entfernt sowie der Direktor ohne Begründung und von einem Tag auf den anderen entlassen. Die im August eingesetzte ukrainische Direktorin habe keinerlei Bezug zur ungarischen Minderheit, geschweige denn spreche sie die ungarische Sprache. Der Staatssekretär warnte die Ukraine davor, mit restriktiven Gesetzen Ungarn zwangsweise zu assimilieren oder zum Verlassen ihrer Heimat zu nötigen, die ihre Vorfahren seit 1100 Jahren bewohnen. Er forderte den Präsidenten der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, auf, endlich im Interesse einer Wahrung der Rechte der Minderheiten zu handeln.

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29. September 2023 12:06 Uhr
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